Fessenheim soll nach fatalen Vorgängen abgeschaltet werden


Es brauchte erst die dramatischen Vorgänge im April 2014, damit auch Frankreich zur Einsicht gelangt, dass das älteste Atomkraftwerk im Land abgeschaltet werden muss. Noch „bis Ende 2016“ soll die endgültige Abschaltung kommen, kündigte die zuständige Ministerin Emmanuelle Cosse an. Sie versucht die Schließung aber so zu drehen, als würde Hollande damit sein einstiges Wahlversprechen einlösen.

Von Ralf Streck|TELEPOLIS

„Der Kalender ist der, den mir der Präsident der Republik mehrmals wiederholt hat, also Ende 2016“, sagte Cosse im gemeinsamen Interview mit den Sendern RTL, LCI und der Zeitung Le Figaro. Es ist natürlich nur ein verzweifelter Versuch, die Vorgänge in dem Uraltmeiler zu nutzen. Hollande will vor den Präsidentschaftswahlen so tun, als hielte er ein Wahlversprechen doch noch ein. Dabei hatte er längst eine Rolle rückwärts vollzogen.

Der einst versprochene Kalender war im Rahmen der verwässerten Energiewende, wegen massiver Probleme beim Neubau des Atomkraftwerks Flamanville, längst nicht mehr aktuell. Mit Blick auf die Verzögerungen des angeblich sicheren Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) hatte Umweltministerin Ségolène Royal nur angekündigt, dass 2016 die Abschaltung der beiden Meiler in Fessenheim eingeleitet würde. Sie sprach von einem Zeitraum bis 2018, „denn zur Abschaltung von zwei Reaktoren wie in Fessenheim reicht es nicht, einen Schalter umzudrehen“.

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