Trend 2050: Säkularisierter Glaube


Straßenschild am Ulmer Münster: Religion und Glaube werden zur Dauerbaustelle. Foto: dpa
Wie wird die religiöse Landkarte Deutschlands aussehen? Welche Bedeutung werden Glaube und Unglaube haben? Kehren die Götter zurück oder siechen die Religionen dahin? Um diese und andere Fragen geht es in unserer 15-teiligen Serie „Religion und Glaube 2050“.

Von Markus Brauer|StN.de

Das Wort Säkularisierung leitet sich ab vom lateinischen Begriff „Saeculum“ – Zeit, Zeitalter. Säkularisierung meint die Verweltlichung der Welt, die Abkehr vom Glauben an ein Jenseits und Lockerung religiöser Bindungen. In Deutschland sind der soziale Bedeutungsverlust der Religion und die schleichende Entchristlichung und Entkirchlichung seit Mitte der 1960er Jahre unverkennbar.

Ist die beste Zeit der Kirchen vorbei?

Die christlichen Kirchen hatten ihre beste Zeit in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) und des Wiederaufbaus. Die Gotteshäuser waren voll, das Wort der Pfarrer hatte Gewicht, die Menschen erhofften sich von ihnen karitative Hilfe und geistige Orientierung. 1960 war mit durchschnittlich fast zwölf Millionen Katholiken, die Sonntags die Messe besuchten, statistisch gesehen der Höhepunkt erreicht (Protestanten gehen traditionell sehr viel seltener zum Gottesdienst). Danach ging es kontinuierlich bergab. 2014 waren es nur noch 2,6 Millionen katholische Gläubige, die die Sonntagsmesse feierten. Und es werden immer weniger. 2050 voraussichtlich zwischen einer und 1,5 Millionen – vorausgesetzt der Trend hält an.

weiterlesen