Emine Erdogan lobt den Harem als Schule fürs Leben


Geburtsszene aus einem Harem,Türkei, 18. Jhd. Bild: Los Angeles County Museum of Art/gemeinfrei
Auch die Gattin des türkischen Präsidenten teilt dessen konservativ-regressiven Geschichtskult mit dem osmanischen Reich und bricht eine Lanze für die Unterordung und Versklavung der Frauen

Von Thomas Pany|TELEPOLIS

m vergangenen Sonntag versammelten sich einige Hundert Frauen in Istanbul, um auf Missstände in ihrem Land aufmerksam zu machen. Auf die Gewalt gegen Frauen zum Beispiel. Gründe dafür gibt es genug. So berichtet die Taz, dass nach einer aktuellen Studie im vergangenen Jahr mehr als 400 Frauen in der Türkei ermordet und fast 45 Prozent aller Frauen Opfer von sexueller Gewalt wurden, in einer Umfrage hätten 41 Prozent ausgesagt, sie seien in der Ehe vergewaltigt worden. Das UN-Entwicklungsprogramm listet die Türkei auf Platz 77 von 138 bei der Geschlechtergleichheit.

Die zur Auflösung des Protests beorderten Polizisten gaben den Gewaltvorwürfen der Frauen Recht. Sie feuerten Gummigeschosse in die Menge. Mit robusten Körpereinsatz gingen die Polizisten gegen die Frauen vor. Die Demonstration war schließlich verboten.

Der türkische Präsident Erdogan hegt ein Frauenbild, das sich mit Forderungen nach der Gleichstellung von Frauen und Männern nicht verträgt. Schon 2010 sprach er sich gegen die Gleichheit von Mann und Frau aus, für das Schicksal der Frauen sei von göttlicher Seite anderes vorgesehen. Im vergangenen Jahr präzisierte er und legte die Frauen auf eine Rolle fest: die der Mutter, wobei er sich auf eine „Definition des Islam“ berief .

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