Eltern behandeln Meningitis mit Gemüsesaft


Foto: Screenshot Die Welt Über Facebook und GoFundMe versuchen die Eltern, Geld für die Prozesskosten zu sammeln
Als Ezekiel schniefte, glaubten die Eltern an Schnupfen. Doch auch als sich sein Zustand dramatisch verschlechterte, riefen sie keinen Arzt. Wochen später war er tot. Jetzt stehen sie vor Gericht.

Von Michael Remke|DIE WELT

Ezekiel schien auf den ersten Blick nur unter einem gemeinen Schnupfen zu leiden. Dem 19 Monate alten Jungen aus der kanadischen Provinz Alberta lief die Nase, er schniefte regelmäßig, atmete schwerer als gewöhnlich, und auch sein roter Rachen hatte sich offenbar entzündet. Eigentlich kein Grund zur Sorge, dachten sich die Eltern David und Collet Stephan aus Lethbridge, einem 90.000-Einwohner-Ort, zwei Autostunden südlich von Calgary. Sie wickelten ihren Sohn warm in eine Decke ein und gaben ihm Gemüse- und Vitaminsäfte, um sein Immunsystem zu stärken.

Ein paar Tage später jedoch verschlechterte sich der Zustand von Ezekiel dramatisch. Das Fieber des Jungen stieg an, er röchelte beim Atmen, sein Körper schien immer steifer zu werden, und er litt zusätzlich unter einem schlimmen Reizhusten. Die Mutter befürchtete, ihr Erstgeborener habe vielleicht Pseudokrupp. Eine Erkrankung der Atemwege, die im schlimmsten Fall zum Tod eines Kindes führen kann.

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