Shitstorm gegen Sexualkundeportal


Stein des Anstoßes: die Webseite Zanzu. Foto: screenshot/FR
Die Webseite Zanzu wird von Rechten mit Droh- und Hassmails überschüttet. Der Grund: Sie bietet sexuelle Aufklärung für Flüchtlinge.

Von Thomas Schmitz|Frankfurter Rundschau

Die Vorwürfe sind unglaublich. Es gehe um die durch die deutsche Bundesregierung geförderte „Zerstörung der weißen Rasse durch Rassenmischung“, behauptet die rechtspopulistische US-Zeitschrift „The New Observer“. Unter einem Artikel der ebenfalls rechtspopulistischen deutschen Wochenzeitschrift „Junge Freiheit“ findet man garstige Kommentare über die „bebilderte Anleitung zum Geschlechtsverkehr“. Und die AfD in Bayern prangert an, dass nach Auffassung des Bundesministeriums für Gesundheit bei der Integration von Asylsuchenden das Wissen um die richtige Stellung beim Sex mit einheimischen Frauen an erster Stelle stehe.

Stein des Anstoßes ist die Internetseite Zanzu.de, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln sowie einem belgischen Expertenzentrum für sexuelle Gesundheit entwickelt wurde. Zwei Jahre hat es vom Konzept bis zur Umsetzung gedauert, 130 000 Euro hat das Projekt gekostet. „Mein Körper in Wort und Bild“ wird versprochen – und auch eingehalten. Mit zahlreichen Piktogrammen wird in dem Online-Portal, das sich an Flüchtlinge und an Einrichtungen, die sich mit Flüchtlingen beschäftigen, richtet, alles rund um das Thema Sexualität erklärt. Die Texte liegen in 13 Sprachen vor, von Deutsch und Englisch bis Arabisch. In den meisten Sprachen kann man sich die Texte auch vorlesen lassen. Es ist sogar eine Version in Gebärdensprache geplant.

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