Beim Schwerte des Propheten


Nur wenn sich das Ensemble in tanzende Derwische verwandelt, ist das Theater eine Kunstform. Foto: Sabina Sabovic
Das zweischneidige Schwert. Das ist im Islam nicht einfach eine Redewendung, es ist ein konkretes, ein singuläres Schwert, hochgradig aufgeladen mit Symbolik. Dem Propheten fiel es zu während einer Schlacht, später kam es auf Ali, einem seiner Nachfolger.

Von Henryk Goldberg|Thüringer Allgemeine

Heute tragen es viele junge Moslems um den Hals, das Bekenntnis ihres Glaubens. Und jenseits seiner Bedeutungen innerhalb des Islam steht es für die Nicht-Muslime als das Symbol sich mit dem Koran armierender Gewalt. Und in der Tat, die Träger des Islam am Beginn seiner Geschichte waren Krieger, die des Christentums Märtyrer. Das verliert sich nicht völlig, auch wenn beide Religionen Phasen und Strömungen des jeweils anderen Pols kennen und praktizieren.

Keine wirklicher Wille zur Auseinandersetzung

Ein zweischneidiges Schwert im redensartlichen, rhetorischen Sinne ist auch die Beschäftigung mit dem Islam heute. Es ist schwer, Menschen ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Islam vorzuwerfen, wenn diese Vorurteile sich doch beinahe täglich in der Wirklichkeit bestätigt finden, als individuelle und strukturelle Gewalt, als rücksichtslose, mittelalterliche Brutalität, die sich auf den Koran beruft.

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