Logan CIJ Symposium zum investigativen Journalismus


Bild: wikimedia.org/CC-2.5/MarkusAngermeier
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Martin Kaul von der taz ist wahrhaft ein Enthüllungsjournalist: Statt sich mit einer guten Sache gemein und bei seinen Kollegen beliebt zu machen, bewies er den Nerv, einen Kongress denkbar verdienter Enthüllungsjournalisten zu verreißen. Respekt! Aufgabe verstanden, so couragiert handelt nun einmal ein Muckraker aus echtem Schrot und Korn!

Von Markus Kompa|TELEPOLIS

Was Kaul beim Logan CIJ Symposium in Berlin vermisste, waren kontroverse Panels statt Harmonie. Tatsächlich nämlich waren sich die Talkgäste sehr einig; die Veranstaltung war ein Stück weit das, was man „Preaching to the own choir“ nennt. Allerdings hatten die Organisatoren gar nicht den Anspruch, Talkshow-verwöhntes Publikum und blasierte Feuilletonisten zu unterhalten, sondern wollten Hacker, Aktivisten, Künstler und Journalisten vernetzen. Dies dürfte ihnen wohl gelungen sein.

So boten die Veranstalter etwa den weltweit prominentesten Enthüllungsjournalist Seymour Hersh auf, dessen Reportage über das Mỹ Lai Massacker in den USA entscheidend die öffentliche Meinung für ein Ende des Vietnam Kriegs beeinflusste. Trotz seiner Bekanntheit und zahlreicher Preise hat jedoch auch Hersh nach wie vor große Schwierigkeiten, unerwünschte Nachrichten in den Mainstreammedien unterzubringen, etwa 2004 die unpatriotische Story über das Foltergefängnis in Abu Ghraib.

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