US-Haftanstalt San Quentin: Kirche im Käfig


Blick auf das Gefängnis San Quentin in Kalifornien ((dpa / picture alliance / California Department of Corrections))
San Quentin ist das älteste Staatsgefängnis in Kalifornien – und das mit dem größten Todestrakt der USA. Derzeit warten 760 Kandidaten dort auf ihre Hinrichtung. Der Jesuit George Williams arbeitet als Seelsorger hinter diesen dicken Mauern. Arndt Peltner hat ihn begleitet.

Von Arndt Peltner|Deutschlandradio Kultur

Eine umgebaute Dusche im Todestrakt von San Quentin. Bis zu 18 Gefangene kommen in Hand- und Fußfesseln in diesen vier Meter breiten und zehn Meter langen Käfig. Ein paar grelle Neonröhren beleuchten die surreale Szenerie. Die Häftlinge sitzen auf im Boden verankerten Holzbänken und warten auf Father George Williams. Der Jesuit wird gleich mit dem katholischen Gottesdienst für die zum Tode Verurteilten beginnen. Der Geistliche kommt den Gläubigen nicht zu nahe; er muss sich selbst in einem kleinen Extrakäfig, der etwas größer als eine Telefonzelle ist, mit einem Vorhängeschloss einsperren. So schreibt es die Gefängnisordnung vor. Vor ihm nur ein kleines Holzregal, das als Altar dient. Zum Schutz muss er auch noch eine kugelsichere Weste tragen, die ihn vor Angriffen mit spitzen Gegenständen schützen soll. Diese Weste aus schwerem Kevlar-Material muss er überall auf dem Gefängnisgelände tragen, nur in seinem Büro darf er sie ablegen.

„Diese Männer haben schreckliche Taten begannen, doch ich sehe das nicht. Ich sehe nur die Männer vor mir. Sie sind noch immer Menschen.“ 

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2 Comments

  1. Aber Hallo ! Er sieht Jesus in den Gesichtern der Gefangenen und er sieht Gott im Gefängnisalltag. Frage: Gibt es in San Quentin keinen Gefängnispsychiater welchem dieser arme Totalneurotiker schon mal aufgefallen ist ?

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