Islamistischer Terror: „Eine Religion des Todes“


Menschen, die gescheitert sind, würden den salafistischen Islam als eine unglaubliche Chance begreifen, da er ihnen die Möglichkeit zur Totalkonversion gebe, sagt der Regisseur Milo Rau im Interview mit dem Deutschlandfunk. (dpa / picture alliance / Anton Novoderezhkin)
Die Recherchen für sein Stück „The Civil Wars“ führten den Theatermacher Milo Rau auch in die Brüsseler Stadtteile Molenbeek und Vilvoorde. Die Islamisten-Szene gehöre dort zur Alltagskultur, erzählt Rau im DLF und beschreibt den Dschihadismus als eine „absolut nihilistische Gegenkultur“, eine Sinnsuche ohne ideologische Langzeitperspektive.

Milo Rau im Gespräch mit Mascha Drost|Deutschlandfunk

Mascha Drost: Was hält uns noch zusammen in einer Zeit, da Radikalismen wuchern von Islamismus bis Nationalismus? Dieser Frage ging der Theatermacher Milo Rau in seinem Stück „The Civil Wars“ nach. Das Stück kam 2014 auf die Bühne, eine Geschichte über die Brutalisierung des Alltags, über Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit. Recherchen für das Stück führten Rau auch nach Brüssel in die Stadtviertel Molenbeek und Vilvoorde, Gegenden, in denen die Islamisten-Szene mittlerweile keine Subkultur mehr sei, sondern regelrecht Alltagskultur, sagt Milo Rau. Wie äußert sich das? Wie hat er das bei seinen Recherchen erlebt? Das habe ich ihn vor der Sendung gefragt.

Milo Rau: Ja, das habe ich ähnlich erlebt, wie das jetzt teilweise geschildert wird, dass das Netzwerke sind, die sehr alltäglich funktionieren. Das findet in Bars statt. Vor fünf, sechs Jahren war das noch eher in Hinterräumen, jetzt ist es da auch wieder ein bisschen zurückgekehrt, aber zwischendurch war das ein sehr normales Verhalten. Man hat darüber gesprochen, es gab wenige, aber es gab einige Rückkehrer. Da gibt es jetzt mehr. Da begann dann auch der belgische Staat, mit der Zeit da die aufzufangen, sogenannte Briefing zu machen und so weiter, aber da hat der Staat noch einen ziemlich großen Rückstand, muss man sagen, weil es sehr viele Leute sind dann doch tendenziell.

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