„Anteil nicht christlicher Gläubiger nimmt zu“


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Von allem etwas: Im Interview spricht der Religionswissenschaftler Perry Schmidt-Leukel über spirituelle Mixturen und die Liaison von Juden, Christen und Muslimen im Geiste inniger Gottesliebe.

Von Till-Reimer Stoldt|DIE WELT

In Japan ist der religiöse Mix längst üblich, erzählt Perry Schmidt-Leukel gerne. Und mit unverhohlener Sympathie. In ihre Jugend würden die meisten Japaner mit einer schintoistischen Feier eingeführt, gelte der Schintoismus mit seinen Fruchtbarkeitskulten doch als lebensbejahend, sagt der Religionswissenschaftler aus Münster. Geheiratet werde in Japan dagegen oft christlich. Dem Herzen Heiratswilliger kämen Christen mit ihrer Betonung der göttlichen Liebe offenbar nahe. In Sachen Leid und Tod billigten wiederum viele Japaner dem Buddha Autorität zu.

Aber auch hierzulande breiten sich religiöse Mixturen aus, beobachtet Schmidt-Leukel – mit ebenso unverhohlener Sympathie. Diesen Befund legen auch seine Studien nahe. Er erforscht Phänomene und Potenziale multireligiösen Lebens. Einen vor allem in den USA gefeierten Beitrag dazu leistete er Ende 2015, als er die renommierten Gifford-Lectures hielt. Diese Vortragsreihe wird nun in den USA publiziert. Allmählich machen seine Gedanken aber auch in Deutschland die Runde. Eine deutsche Übersetzung soll bald folgen.

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