Ein Tag in der Berliner Dar-as-Salam-Moschee


Moscheekuppel bei Sonnenuntergang © saaleha @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Die Moschee ist überfüllt, Gläubige beten draußen im Regen: Auch in der Berliner Dar-as-Salam-Moschee verändert die Ankunft von Flüchtlingen den Alltag. Der Imam hilft, kämpft gegen Vorurteile. Und weiß manchmal nicht, wie er das alles schaffen soll.

Von Sophie Elmenthaler|MiGAZIN

An diesem Freitagmorgen ist es in der Dar-as-Salam-Moschee in Berlin-Neukölln noch ruhig, nur der Staubsauger ist zu hören. Ein Mitarbeiter reinigt den dunkelroten Teppich, das goldgelbe Muster weist die Gebetsrichtung gen Mekka. In einem kleinen, schmucklosen Büro sitzt Mohammad Taha Sabri, der Imam der Gemeinde, vor sich einen Pappbecher mit Kaffee.

In ein paar Stunden wird es hier ganz anders aussehen, sagt er: „Es ist enorm voll. Früher hatten wir freitags etwa 1.000 Besucher, jetzt sind es 1.500.“ Viele der neuen Besucher kommen aus den umliegenden Notunterkünften für Flüchtlinge auf dem Tempelhofer Feld und am Columbiadamm.

Schon gegen Mittag wird es in der Moschee immer enger. Zu Beginn der Predigt ist der rot-goldene Teppich komplett belegt, Gemeindemitglieder in gelben Warnwesten koordinieren den Besucherstrom. Wer keinen Platz mehr auf der Galerie findet, muss draußen ins Zelt. Auch während der Predigt kommen noch Leute. Schließlich rollen die Mitarbeiter Teppiche im Hof aus. Als nach der Predigt das Gebet beginnt, stehen auf allen Teppichen Menschen und ertragen den Regen mit Fassung. Es sind sechs Grad.

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