Frankreich diskutiert über Todesstrafe


Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD
Marianne-Büste mit phrygischer Mütze in einer französischen Schule. Bild: PD

Nach den vergangenen Terroranschlägen wird in Frankreich über härtere Strafmaßnahmen nachgedacht. Während die Opposition über die Todesstrafe spricht, betont die Regierung jüngste Fahndungserfolge. Nur in einem Punkt herrscht bei allen Parteien Einigkeit.

Von Stefan Brändle|Frankfurter Rundschau

Es ist, als hätten die Brüsseler Anschläge bei den französischen Konservativen eine Hemmschwelle beseitigt. Laurent Wauquiez, Abgeordneter der erzkonservativen Républicains, verlangte am Osterwochenende die Internierung von Syrien-Rückkehrern. Die zum liberalen Parteiflügel zählende Vizevorsitzende Nathalie Kosciusko-Morizet will die Terroristen „wirklich lebenslang“ – das heißt: bis zu deren Tod – einsperren.

Ihr Parteifreund Olivier Dassault entgegnet, das schrecke die Attentäter nicht ab. Der Sohn des großen Flugzeugkonstrukteurs verlangt die Todesstrafe für Terroristen. Damit geht er noch weiter als FN-Chefin Marine Le Pen, welche die Wiedereinführung der Guillotine bislang von einer Volksabstimmung abhängig machen will. Dassaults Vorstoß findet in seiner Partei einiges Echo; Ex-Minister Xavier Bertrand meinte etwa, er habe seine Meinung revidiert und halte die Abschaffung der Todesstrafe durch Frankreich im Jahre 1981 heute für einen Irrtum. Allein Amnesty International kontert: Studien auf der ganzen Welt zeigten klar, dass die Todesstrafe keine Schwerverbrecher abhalte.

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3 Comments

  1. Todesstrafe für Selbstmord-Attentäter!

    Da man die zwar bekanntermaßen vorher schon kennt, aber erst nach dem Anschlag als Attentäter identifiziert, wird man wohl dann die übrig gebliebenen Böckchen guillotinieren. Oder wie?

    Menschen, die glauben, für eine gerechte Sache zu kämpfen, kann man nicht abschrecken. (Ob Todesstrafe überhaupt signifikant abschreckt, abseits humanistischer Bedenken, darf angesichts der Tötungsdeliktezahlen in den USA bezweifelt werden.) Man muss ihre Lebensrealität ändern und damit die Ursache ihres Kampfeswillens beseitigen.

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