„Saudi-Arabien ist das geistige Epizentrum des Terrors“


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Europa erfülle alle Voraussetzungen, um zur permanenten Zielscheibe von Terroranschlägen zu werden, sagt Buchautor Robert Baer. Im Cicero-Interview kritisiert der ehemalige CIA-Mitarbeiter und Nahost-Kenner den gescheiterten Krieg des Westens gegen den Terror und warnt davor, die Werte der EU über Bord zu werfen

Ramon Schack Interview mit Robert Baer|Cicero

Cicero: Herr Baer, wenige Monate nach den Anschlägen von Paris wurde eine andere europäische Metropole zur Zielscheibe des Terrors. Dieses Mal traf es die „Hauptstadt Europas“ Brüssel. Müssen die Europäer jetzt regelmäßig mit Anschlägen dieser Art rechnen?
Robert Baer: Ich fürchte ja. Dabei stelle ich mir die Frage, was soll nur aus Europa werden? Leider erfüllt der Kontinent alle Voraussetzungen, um zur permanenten Zielscheibe dieses Terrors zu werden.

Der damalige irakische Außenminister Tarik Asis wies 2002 einen deutschen Journalisten darauf hin, dass die USA sich wieder hinter den Ozean zurückziehen könnten, falls der „War on Terror“, der „Krieg gegen den Terror“, scheitern sollte, die Europäer aber dazu verdammt sind, in unmittelbarer Nachbarschaft der Krisenherde zu leben.
Und er hat Recht behalten. Nordafrika und der der Nahe Osten liegen in unmittelbarer geographischer Nachbarschaft zu Europa. Diese Region gehört also zum Schicksal Europas, sowohl historisch, vor allem aber geopolitisch, wie man an der aktuellen Flüchtlingstragödie und dem Terror feststellen muss. Es wäre aber eine Illusion, wenn man davon ausgehen würde, Nordamerika wäre vor Anschlägen sicher. Das ist nicht der Fall, schon aufgrund des leichten Zugangs zu Waffen in den USA, wie auch aufgrund des sogenannten „Homegrown Terrorism“, der ja auch in Brüssel eine Rolle spielte.

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