Atomkraftwerke: Ein todsicherer Markt


Bild: GNS Gorleben
Bild: GNS Gorleben
Der Rückbau von Atomreaktoren ist für Spezialfirmen ein riesiges Geschäft. Zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro soll der Abriss von einem Reaktor einbringen.

Von Thorsten Knuf|Frankfurter Rundschau

Am Tag, an dem zum letzten Mal Wasserdampf aus den zwei mächtigen Kühltürmen aufstieg, trafen sie sich zu einer Andacht. Im kleinen Kreis an einem Wegkreuz, nur einen Steinwurf vom Kraftwerksgelände entfernt. Es war ein stiller, feierlicher Moment. Für einige Atom-Gegner war es zugleich das Ende eines jahrzehntelangen Kampfes gegen den Meiler in der Nachbarschaft.

Neun Monate liegt diese Szene nun zurück. Seitdem ist das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in der Nähe von Schweinfurt abgeschaltet – für immer. 33 Jahre lang wurde hier Strom produziert. Nun geht es darum, die gigantische Anlage Stück für Stück abzubauen. „Zurück zur grünen Wiese“, wie es im Jargon der Fachleute heißt. Es ist eine Aufgabe, die noch viele Jahre in Anspruch nehmen wird.

Auch an zahlreichen anderen Orten stehen vergleichbare Abriss-Arbeiten an: Direkt nach der Nuklear-Katastrophe von Fukushima im Jahr 2011 verfügte die damalige Bundesregierung per Moratorium die sofortige Stilllegung von acht alten Atomkraftwerken. Die verbliebenen neun sollen laut novelliertem Atomgesetz bis Ende 2022 vom Netz gehen. Grafenrheinfeld machte Mitte 2015 den Anfang, als nächster Meiler folgt Ende 2017 Grundremmingen B in Bayerisch-Schwaben.

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