Jihadismus hinter Gefängnismauern


Kleine Strafvollzugsanstalten – im Bild einer der Spazierhöfe des Gefängnisses Limmattal in Dietikon – vermindern die Gefahr einer Radikalisierung der Insassen. (Bild: Christoph Ruckstuhl / NZZ)
Gefängnisse gelten im Ausland bereits seit längerem als Brutstätten für die islamistische Radikalisierung. Nun reagieren die Behörden auch in der Schweiz auf die Problematik.
 

Von Fabian Baumgartner|Neue Zürcher Zeitung

Auffallend viele Jihadisten in Westeuropa haben eine kriminelle Karriere hinter sich. Nicht nur die Drahtzieher der jüngsten Attentate in Brüssel, sondern auch die für die Terrorakte in Paris und Kopenhagen verantwortlichen Islamisten hatten sich im Gefängnis politisch und religiös radikalisiert. Die Ermittlungen zeigten, dass etwa Chérif Kouachi, der zusammen mit seinem älteren Bruder Saïd den Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins «Charlie Hebdo» am 7. Januar 2015 verübt hatte, im Gefängnis in Kontakt mit islamistischen Kreisen gekommen war, die ihn gezielt indoktrinierten. Dort begegnete Kouachi auch Amedy Coulibaly, der am Tag der «Charlie Hebdo»-Anschläge ein Attentat auf einen jüdischen Supermarkt verübte.

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