Otto Skorzeny: Wie Hitlers Liebling zum Mossad-Killer wurde


Im Dienste des Mossad: Otto Skorzeny, hier 1947 im Nürnberger Gefängnis, hatte auffällige Narben auf der linken Gesichtshälfte. Sie stammen von Mensuren, Fechtkämpfe in Burschenschaften, und brachten ihm den Spitznamen „Scarface“ ein. © Picture Alliance
Ausgerechnet einen von der Waffen-SS, und dann noch einen der Skrupellosesten: Der israelische Geheimdienst Mossad soll in den 60er-Jahren mit dem Nazi-Top-Agenten Otto Skorzeny zusammengearbeitet haben. Auch, um andere Ex-Nazis zu liquidieren.

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Husarenritte waren die Welt von Otto Skorzeny. Er war – auf eigenes Verlangen – an der kampflosen Befreiung des italienischen Diktators Benito Mussolini aus der Gefangenschaft mit Hilfe von Lastenseglern beteiligt, er verhinderte durch eine Entführung, dass das mit Nazi-Deutschland verbündete Regime in Ungarn abtrünnig wurde und später, nach dem Krieg, gelang es ihm sogar, vor seinem Prozess aus dem Nürnberger Gefängnis zu fliehen. Sein Wagemut brachte Skorzeny den Rang eines Obersturmbannführer der Waffen-SS ein sowie die Bewunderung Adolf Hitlers. Trotzdem oder wohl eher deswegen hat der israelische Geheimdienst Mossad mit ihm gemeinsame Sache gemacht.

Deutsche Raketentechnik für Ägypten

Wie die israelische Zeitung „Haaretz“ jetzt berichtet, diente der Ex-Top-Nazi in den letzten Jahren seines Lebens als Spion für Israel. Und half unter anderem mit, 1962 den deutschen Wissenschaftler Heinz Krug verschwinden zu lassen. Krug hatte während des Krieges in Peenemünde Raketen für Nazideutschland mitentwickelt und seine Fähigkeiten nach dem Krieg Ägypten, damals einer von Israels Erzfeinden, zur Verfügung gestellt. Deutsche Raketenbauer waren nach 1945 weltweit gefragt. Der Vater des V2-Programms, Wernher von Braun, ging nach Amerika und war für die Nasa maßgeblich an der Entwicklung des US-Mondfahrtprogramms beteiligt.

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