Student darf nach Kritik an Zentralrat der Juden kein Rabbi werden


Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Zerwürfnis in Potsdamer Abraham-Geiger-Kolleg nach einem kritischen Kommentar des Mannes über Äußerungen von Zentralratschef Schuster

Von Harald Neuber|TELEPOLIS

In Potsdam sorgt die Entlassung eines Rabbineranwärters am Abraham-Geiger-Kolleg für Furore. Der 25-jährige Armin Langer hatte zuvor scharfe Kritik an der politischen Ausrichtung des Zentralrates der Juden und seinem Vorsitzenden, Josef Schuster, geübt. Nun entfernte das Leitungsgremium „Board of Rabbies“ den jungen Mann von der Liste für die diesjährige Rabbinerprüfung. Das Vertrauensverhältnis sei nachhaltig verletzt, hieß es zur Begründung. Das Gremium begründet den Streit aber nicht unmittelbar politisch, sondern führt ein technisches Argument an: Langer habe sich nicht an die Ansprache gehalten, Statements mit der Pressestelle der Lehreinrichtung abzustimmen.

Stein des Anstoßes war ein Kommentar Langers, der Ende November in der linksliberalen „tageszeitung“ erschien. Darin übte der Theologiestudent und Befürworter eines jüdisch-islamischen Dialogs harsche Kritik an Zentralratschef Schuster. Dieser hatte zuvor in der Tageszeitung „Die Welt“ des Springer-Konzerns für eine Begrenzung von Flüchtlingszahlen plädiert, weil viele Flüchtlinge aus Gesellschaften stammten, „in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil“ seien.

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