Minister Gabriel will Freihandels-Vertrag am Bundestag vorbeimogeln

sigmar_gabrielDas Wirtschaftsministerium hält eine Abstimmung über das umstrittene kanadisch-europäische Handelsabkommen Ceta im Bundestag nicht mehr für nötig. Kritiker werfen Minister Sigmar Gabriel (SPD) Wortbruch vor.

Von Matthias Lambrecht|greenpeace magazine

Im September 2014 schrieb Gabriel in einem Brief an die Fraktionsmitglieder des Deutschen Bundestages, die Ratifizierung des Abkommens werde in Deutschland ebenso wie in den übrigen 27 EU-Mitgliedstaaten „nach Maßgabe der verfassungsrechtlichen Vorschriften“ erfolgen. In Deutschland sei danach die Zustimmung von Bundesrat und Bundestag erforderlich, „was erfahrungsgemäß zwei Jahre dauert“.

Doch nun soll alles viel schneller gehen. Das europäisch-kanadische Freihandelsabkommen CETA werde ohne Zustimmung des Bundestages vorläufig in Kraft treten, teilte das Bundeswirtschaftsministerium jetzt in einem „Schriftlichen Bericht der Bundesregierung zu Ceta“ mit. Die Bundesregierung gehe davon aus, dass die EU-Staaten das Abkommen vorläufig anwenden, sobald der Ministerrat und das EU-Parlament zugestimmt haben. Dies sei „übliche Praxis“ und „vollständig demokratisch“, erklärte das Ministerium.

weiterlesen

Garnisonskirche Potsdam: Drohung mit Anzeige

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB
Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB
Im Streit um einen Wiederaufbau der Garnisonkirche drohen die Gegner des Projektes jetzt mit juristischen Schritten. Sie werfen der Stiftung Garnisonkirche Potsdam die Verbreitung von Falschinformationen in Bezug auf die Baukosten vor. Falls die Stiftung weiterhin versuche, „mit der Manipulation der Baukosten an die Fördermittel zu kommen“, werde man eine Anzeige wegen Fördermittelbetruges prüfen, teilte die Bürgerinitiative „Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche“ am Donnerstag mit.

Potsdamer Neueste Nachrichten

Die Stiftung streue bewusst falsche Informationen, um die Zustimmung der Mitglieder der Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) für die Vergabe eines zinslosen Darlehens von 3,25 Millionen Euro zu erwirken, hieß es. Der Kommunikationsvorstand der Stiftung, Wieland Eschenburg, wies die Vorwürfe zurück, wollte sich aber nicht weiter äußern. „Das sind Wiederholungen einer Unterstellung, die dadurch auch nicht besser wird“, sagte er den PNN lediglich.

Wie berichtet soll das Geld der EKBO den Bau des Kirchturms beschleunigen und dadurch zusätzliche Spender gewonnen werden. Einen entsprechenden Vorschlag will sich Landesbischof Markus Dröge von der Frühjahrssynode der EKBO am kommenden Wochenende absegnen lassen. Im Gegenzug für das Darlehen will sich die Landeskirche ein Mitspracherecht bei der Gestaltung des Kirchenschiffs sichern. Dröge pocht darauf, dass an dieser Stelle ein Bruch mit der Tradition zum Ausdruck kommen muss.

weiterlesen

In den eigenen Reihen: der christliche Menschenfeind

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus lädt am 15./16. April zu einer Konferenz ein, die Menschen stärken soll, die sich gegen menschenverachtende Stimmungsmache engagieren wollen. Im Interview fordert Projektleiter Friedemann Bringt von Pfarrerinnen und Pfarrern, der Stimmungsmache mit dem biblischen Menschenbild entgegenzutreten.

Von Lilith Becker|evangelisch.de

Worum geht es der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R)? 

Friedemann Bringt: Unser Thema ist ein selbstkritischer Blick auf die Kirchen, der in der Kirche auch nachgefragt ist. Uns geht es nicht so sehr um die Neonazis von außen, sondern es geht um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Vorurteile, auch religiös fundamentierte Vorurteile, innerhalb der Kirche. Dazu veranstalten wir bundesweit Fortbildungen und Konferenzen.

Wie sieht christlich fundamentierte Menschenfeindlichkeit aus? 

Bringt: Religion kann vor Vorurteilen schützen, diese aber auch fördern. Starke Religiosität bei Ablehnung kultureller und religiöser Vielfalt sowie autoritärer Grundhaltung fördert die Affinität zu menschenfeindlichen Einstellungen. Glauben Menschen, der eigene Glaube sei der allein seligmachende, ist die Wahrscheinlichkeit andere Religionen abzulehnen höher. Aber auch die Wahrscheinlichkeit, andere Gruppen von Menschen abzuwerten, wie Schwule, Lesben oder Transgender oder Menschen mit Behinderung, steigt. Das zeigen beispielsweise aktuelle Studien des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Uni Bielefeld und der Uni Leipzig. Wir sind der Meinung: Wir werden Teil der Lösung wenn wir erkennen, dass wir Teil des Problems sind.

weiterlesen

Käßmanns Pazifismus ist vor allem eines – nicht christlich

Margot-KässmannMit Liebe müsse man den Brüsseler Terroristen begegnen, meint die evangelische Theologin Margot Käßmann. Solcher Pazifismus aber ist nicht moralisch. Warum der gerechte Krieg gelebte Feindesliebe ist.

Von Hannes Stein|DIE WELT

Im Jahre 2006 drang ein Mann mit einer Pistole in eine Schule in Pennsylvania ein. Er verbarrikadierte sich mit zehn Mädchen im Alter von sechs bis 13 Jahren in dem Schulgebäude (die Jungen ließ er gehen), dann schoss er auf acht der zehn Mädchen, ehe er Selbstmord beging; fünf der Mädchen starben. Es war ein entsetzliches Verbrechen, eine blutige Tragödie.

Eine besondere Note erhielt sie dadurch, dass sämtliche Opfer der Gemeinschaft der Amish angehörten. Die Amish vergaben dem Mörder sofort. Es gingen Bilder um die Welt, die einen Nachbarn zeigten, einen bärtigen Mann in altmodischer Tracht, wie er den schluchzenden Vater des Todesschützen in den Armen hielt und mit ihm weinte. Dutzende Amish begleiteten den Sarg des Mörders zu seinem Grab. Liebet eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; haltet die andere Wange auch noch hin.

Die Amish sind religiöse Fundamentalisten. Die meisten von ihnen wanderten im 18. Jahrhundert aus der Pfalz und den umliegenden Gebieten nach Nordamerika aus, viele von ihnen sprechen noch heute ihre altmodische Variante des Platt, das „Pennsylvania Dutch“.

weiterlesen

Vatikan ermittelt wegen Finanzierung von Kardinalswohnung

Tarcisio Bertone © dpa

Der Vatikan ermittelt offiziell wegen der Finanzierung einer Wohnung von Kardinal Tarcisio Bertone. Das vatikanische Presseamt bestätigte am Donnerstag eine laufende Untersuchung.

domradio.de

Diese richte sich jedoch nicht gegen den früheren Kardinalstaatssekretär selbst, sondern gegen den damaligen Präsident einer Klinik-Stiftung und deren ehemaligen Schatzmeister. Den beiden – Giuseppe Profiti und Massimo Spina – wird vorgeworfen, 400.000 Euro, die für das Hospital bestimmt waren, für die Renovierung der Kardinalswohnung zweckentfremdet zu haben.

Kardinal Bertone hatte schon zuvor erklärt, der Beitrag zur Renovierung seiner 300-Quadratmeter-Wohnung im Vatikan sei ohne sein Wissen aus Mitteln der Stiftung der päpstlichen Klinik „Bambino Gesu“  erfolgt. Der Zuschuss war durch ein Enthüllungsbuch bekanntgeworden.

weiterlesen

Struktur des Zika-Virus entschlüsselt

Struktur der Außenhülle des Zika-Virus. Rot hervorgehoben sind die Glycoproteine, die für die Zellbindung wichtig sind. © Purdue University/ Kuhn und Rossmann Groups
Angriffsspunkte aufgedeckt: Forscher haben erstmals die genaue Struktur des Zika-Virus entschlüsselt. Damit schaffen sie die Voraussetzung, um Gegenmittel und Impfstoffe gegen die Infektion zu entwickeln. Denn wie sich zeigt, unterscheidet sich das Zika-Virus in nur einem Protein von verwandten Erregern wie dem Dengue-Virus. Dies könnte einen Ansatzpunkt für die Medizin liefern, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Das von Stechmücken übertragene Zika-Virus war noch bis 2007 relativ unbekannt. Doch seither breitet es sich immer weiter aus, mittlerweile grassiert es in 33 Ländern. Dort steht es im Verdacht, bei Ungeborenen eine Mikroenzephalie zu verursachen, eine Fehlbildung, bei der Kopf und Gehirn anomal klein bleiben. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass das Zika-Virus Augenschäden und das Guillain-Barré Syndrom auslösen kann.

weiterlesen

Familie steht hinter Begrenzung der Einwanderung zurück

Das Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg © James Russell @ flickr.com (CC 2.0)
Die Begrenzung der Einwanderung kann im Einzelfall höher wiegen als die Achtung der Familie. Das entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte. Es ging um einen Fall einer somalischen Familie in Großbritannien.

MiGAZIN

Die Achtung der Familie kann unter bestimmten Bedingungen hinter dem Recht einer Regierung zurückstehen, welche die Einwanderung begrenzen will. Das geht aus einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom Donnerstag zum Fall einer somalischen Familie hervor, die sich eine Zusammenführung in Großbritannien wünschte. Die Straßburger Richter wiesen eine entsprechende Klage als offensichtlich unbegründet ab. (AZ: 25960/13)

weiterlesen

Exotischer Weißer Zwerg gibt Rätsel auf

Weiße Zwerge entstehen aus massearmen Sternen, die ihren Fusionsbrennstoff verbruacht haben. © NASA
Verblüffender Sonderling: Astronomen haben erstmals einen Weißen Zwerg entdeckt, dessen Atmosphäre fast komplett aus Sauerstoff besteht. Das ist überraschend, weil die starke Schwerkraft dieser Sternenrelikte normalerweise alle schweren Elemente nach innen zieht und nur Wasserstoff und Helium außen übrigbleiben. Doch der neuentdeckte Weiße Zwerg widerspricht diesem Schema, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Wenn unsere Sonne einst stirbt, könnte sie als Weißer Zwerg enden. Sie entstehen, wenn ein eher massearmer Stern am Ende seinen Kernbrennstoff verbraucht hat und seine äußeren Hüllen abschleudert. Übrig bleibt ein extrem dichter Himmelskörper, in dem die Masse der Sonne zur Größe der Erde komprimiert ist. Die starke Schwerkraft führt zu einer Schichtung der Elemente im Inneren des Weißen Zwergs: Leichtes Wasserstoff und Helium bilden die Atmosphäre, schwerer Kohlenstoff und Sauerstoff wandern in den Kern – jedenfalls meistens.

weiterlesen

USA: Türkische Sicherheitskräfte greifen Reporter an

Erdo_IS

Beim Besuch des türkischen Präsidenten in den Vereinigten Staaten attackieren seine Sicherheitskräfte missliebige Reporter und Demonstranten. Die Reaktion aus dem Weißen Haus kommt prompt.

Frankfurter Allgemeine

Vor einer Rede des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Washington ist es zu Vorfällen zwischen Sicherheitskräften und Journalisten gekommen. Reporter vor Ort berichten von chaotischen Szenen vor dem Brookings-Institut, wo Erdogan später sprach. Dort hatten sich auch mehrere Demonstranten versammelt.

Es soll zu Rangeleien zwischen türkischen Sicherheitskräften und Journalisten gekommen sein. Reporter vor Ort berichteten von chaotischen Szenen. Ein Journalist sei von türkischen Sicherheitskräften abgeführt worden, ein anderer sei getreten worden, schreiben Journalisten im Kurznachrichtendienst Twitter. Einem Kameramann hätten sie verboten, Filmaufnahmen zu machen.

weiterlesen

 

Das „Saugefährliche“ an der Religion

Die Talkrunde bei Maybrit Illner. Bild: ZDF
Die Talkrunde bei Maybrit Illner. Bild: ZDF
Nach den Anschlägen wächst die Angst vor der islamistischen Bedrohung aus der Mitte der eigenen Gesellschaft. Und bei Maybrit Illner zeigte sich: Die EU hat ihr wenig entgegenzusetzen.

Von Verena Maria Dittrich|DIE WELT

Wie verhält man sich in einem fremden Land? Ein Land, in dem man nicht nur zwei Wochen Urlaub macht und dann wieder heimfährt, sondern in dem man vielleicht für immer leben möchte? Man versucht, nicht allein zu bleiben, Anschluss zu finden, neue Freunde. Man lernt seine Sprache und die Kultur und mit der Zeit merkt man, dass dieses Land, das einem noch bis vor ein paar Monaten fremd war, immer vertrauter und vielleicht sogar eine neue Heimat wird.

Eine solche, gelungene Integration kann keine Einbahnstraße sein. Das findet zumindest Wolfgang Bosbach, Vorsitzender des Innenausschusses im Bundestag bei Maybrit Illner: „Wenn ich in ein anderes Land gehe, das mir Schutz gibt, dann muss ich mich auch selber integrieren, dann kann ich nicht verlangen, dass der Staat mich integriert. Sie (die Flüchtlinge, Anm. der Redaktion) sollen sich bemühen, Teil unserer Gesellschaft zu werden.“

weiterlesen

You probably know a Quiverfull family — this anti-women Christian cult is everywhere

‚The Willis Family‘ sings a song in a promotion for TLC (Screencapture)
There’s been some speculation recently about whether the Willis Family, the musically-talented mega-family of 14 featured on TLC’s creatively-titled reality TV show, “The Willis Family,” follows the Quiverfull movement.

By Vyckie Garrison|RawStory/Alternet

Toby and Brenda Willis, along with their one dozen lovely children, appear strikingly similar to TLC’s scandal-ridden Duggar Family … only with considerably more talent and rather less legalism. Like JimBob and Michelle, the Christian couple follows most, but not all of the lifestyle particulars promoted and practiced by Quiverfull families based on their “biblical worldview.”

Both the Willises and the Duggars share a strong faith and believe all children are an unmitigated blessing from God, both families embrace traditional gender roles, they homeschool and believe that college education is not a priority for their passels of kids, they both reject contemporary dating and believe adult children should seek parental approval of their future spouses, they insist on chastity before marriage, disapprove of comprehensive sex-education, both families home-church and teach their children that the earth was created in six days.

JimBob & Michelle adhere to many of the most oppressive parenting practices found in strict fundamentalist Christian homes such as stern obedience training for infants and toddlers, no television in the home and limited access to contemporary entertainment and culture, heavily-monitored computer and cell phone use, and very modest clothing to ensure their daughters are mostly covered so as not to “defraud” horny teenage boys (as the Duggars have discovered, this method of “protecting” young girls doesn’t work), … their list of rules is endless, as is typical of Quiverfull families.

read more

Quiverfull: »Krieger für Gottes Armee«

Terrorexperten als Nebelwerfer

„Nahtlose“ europäische Zusammenarbeit von Polizeien und Geheimdiensten ist das Problem, nicht die Problemlösung

Von Heiner Busch|TELEPOLIS

Nach jedem Anschlag folgt unweigerlich die Stunde der Experten. Der Terrorexperte der Wahl auf den hiesigen öffentlich-rechtlichen Fernsehkanälen ist derzeit Peter Neumann, ein deutscher Politologe, der am Londoner King’s College lehrt und auch dem „European Expert Network on Terrorism Issues“ des Bundeskriminalamts angehört. Im ARD-Brennpunkt nach den Brüsseler Attentaten am Dienstag vergangener Woche beklagte er die angeblich mangelnde Zusammenarbeit von Polizeien und Geheimdiensten in Europa. „Wenn man freie Bewegung in Europa möchte, muss man auch definitiv dafür sorgen, dass die Sicherheitsbehörden in Europa absolut nahtlos untereinander kooperieren.“ Das seien zwei Seiten derselben Medaille, meint der Herr Professor.

Das, so meine ich, sind wohlfeile Plattitüden, die Sicherheitspolitiker und die von ihnen geliebten Experten zu jeder sich bietenden Gelegenheit herausposaunen. Und sie zeigen ihre Dummheit gleich in doppelter Hinsicht:

Erstens ist das Gerede, dass der Wegfall von Binnengrenzkontrollen in der EU, respektive im Schengenraum, einen Sicherheitsverlust hervorrufe, der durch verstärkte polizeiliche (und geheimdienstliche) Zusammenarbeit auszugleichen sei, mittlerweile rund dreißig Jahre alt. Es bildete schon die ideologische Grundlage bei den seit 1985 geführten Verhandlungen um das Schengener Durchführungsübereinkommen. Das Abkommen mit den Ausgleichsmaßnahmen trat 1995 in Kraft, dennoch wird seither ständig nachjustiert.

Dabei war die Rede vom „Sicherheitsverlust“ durch Grenzabbau von Anfang an falsch. Systematische Grenzkontrollen ließen sich schon in den 70er Jahren nur für kurze Zeitspannen aufrechterhalten. Derartige Übungen, wie etwa nach der Entführung von Hanns Martin Schleyer 1977, erzeugten ein Verkehrschaos an den Grenzen und blieben deshalb von kurzer Dauer. Lange bevor die Schlagbäume im Schengenraum abmontiert wurden, hatte die hohe Mobilität in Westeuropa dafür gesorgt, dass im Normalfall nur ein Bruchteil der Reisenden an der Grenze tatsächlich überprüft wurde. „Der Schlagbaum ist kein besonders intelligentes Fahndungsinstrument“, hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble 1989 festgestellt. Schlagbäume wären auch heute nicht intelligenter. Dass IS-Leute unerkannt durch Europa fahren konnten, liegt nicht am formellen Abbau der Schengener Binnengrenzen, sondern an der faktischen Unkontrollierbarkeit der Verkehrsströme in einem Kontinent, der ökonomisch zusammengewachsen ist.

weiterlesen

Rätsel um undichte Darmnähte gelöst

Die Darmflora kann sich bei einer Darm-OP verändern – und das hemmt die Wundheilung. © Nerthuz/ thinkstock
Bei einer Bauch-Operation gab es bisher immer wieder die Komplikation, dass Darmnähte trotz sorgfältigster Nahttechnik wieder aufplatzten. Warum, blieb jedoch rätselhaft. Jetzt hat ein US-Chirurg die Ursache entdeckt. Demnach kann die OP die Darmflora so verändern, dass die Bakterien giftige Substanzen freisetzen und die Wundheilung stören. Auf Basis dieses Wissens kann nun nach einem Gegenmittel gesucht werden.

scinexx

Wird bei einer OP ein erkranktes Darmstück entfernt, wird der Schnitt per Naht wieder geschlossen. „Technisch ist dies kein Problem, Chirurgen wissen, worauf sie achten müssen“, erklärt Dietmar Lorenz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). Doch selbst bei perfekten Nähten kam es immer wieder zu Problemen – die Naht wuchs nicht zusammen.

weiterlesen

Ex-Frau von IS-Chef träumt von freiem Leben in Europa

Das Standbild aus einem Video zeigt Abu Bakr al Baghdadi, Chef des Islamischen Staates © Islamic State Video/Handout/DPA
Sie war mit dem heutigen IS-Chef Abu Bakr al Bagdadi verheiratet. Doch heute will Sadscha al Dulaimi mit ihrem Ex-Mann nichts mehr zu tun haben. In einem Interview macht sie deutlich, wie sie sich ihr Leben künftig vorstellt.

stern.de

Eine der Ex-Frauen von IS-Chef Abu Bakr al Bagdadi will sich mit ihrer Tochter eine neue Existenz in Europa aufbauen. „Ich will in einem europäischen Land leben, nicht in einem arabischen“, sagte Sadscha al Dulaimi in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. Sie werde zu Unrecht als „Terroristin“ gebrandmarkt.

„Ich möchte in Freiheit leben“, sagte die 28-Jährige der schwedischen Zeitung „Expressen“ in einem im Libanon gefilmten Gespräch. Gleichzeitig verteidigte sie das islamische Recht der Scharia, das Frauen „Freiheit und Rechte“ gewähre. Al Dulaimi wurde vor einigen Monaten aus einem libanesischen Gefängnis entlassen, in dem sie seit 2014 wegen des Verdachts der Unterstützung extremistischer Organisationen saß.

weiterlesen

Amnesty beklagt systematische Ausbeutung auf Katars WM-Baustellen

Bild. Botschaft Katar.de
Amnesty International hat erneut ein düsteres Bild der Arbeitsbedingungen auf Katars Baustellen zur Fußball-Weltmeisterschaft gezeichnet. In einigen Fällen kämen die Arbeitsbedingungen in Katar Zwangsarbeit gleich.

evangelisch.de

In dem Golfstaat würden Tausende Arbeitsmigranten ausgebeutet, um die Infrastruktur für die Endrunde 2022 aufzubauen, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation. Der Weltfußballverband Fifa wisse davon, unternehme aber nicht genug dagegen.

Die Fifa versicherte, sie sei bemüht, dauerhaft faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. „Die Fifa ist sich der Risiken der Bauarbeiter in Katar und ihrer Möglichkeit, zusammen mit anderen Interessengruppen die Arbeitsbedingungen in Katar zu verbessern, vollauf bewusst“, heißt es in einer Erklärung des Weltfußballverbands vom Donnerstag.

weiterlesen

Dodo Müller: Barmherzigkeit heißt nicht Verzicht auf Gebote

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Barmherzigkeit bedeutet nach den Worten des deutschen Kurienkardinals Gerhard Ludwig Müller nicht Verzicht auf die Gebote Gottes. Sie sei keine Rechtfertigung, diese Gebote zu suspendieren oder abzuschwächen, betonte der Präfekt der Glaubenskongregation in einem Interviewbuch des spanischen Journalisten Carlos Granados.

kath.net

Vielmehr habe die Kirche das Recht und die Pflicht, Gutes und Böses beim Namen zu nennen. Der schlimmste Skandal für die Kirche wäre nicht, dass es in ihr Sünder gebe, sondern wenn sie aufhörte, Gutes und Böses beim Namen zu nennen und zu relativieren, betonte Müller.

Ausdrücklich bekräftigt Müller in dem Buch das Nein der katholischen Kirche zu einer Priesterweihe von Frau. Dabei handele es sich nicht um ein eine disziplinäre Frage, die man ändern könne, sondern um eine bereits entschiedene dogmatische Frage.

Vorschläge mit dem simplem Kalkül, auf diese Weise ließe sich das Problem des Priestermangels lösen, oder damit gäbe sich die Kirche ein moderneres Image, seien nicht seriös, so der Kardinal.

weiterlesen

Neuroscientists Hack the Brain’s Circuitry for Winning and Losing

We may be programmed in such ways as to predispose us toward „winning“ or „losing,“ according to research published this week in Science by neuroscientists at the RIKEN Brain Science Institute in Japan. This is the case, at least, for zebrafish, which were found to have separate neural circuits whose relative activity could be used to predict the outcome of fights. Generally, what they’ve found is a biological mechanism for conflict resolution and social aggression.

By Michael Byrne|MOTHERBOARD

The neural subregions in question are both part of the dorsal habenula (dHb), a wad of neurons right in the brain’s central nut responsible for such things as stress and pain responses, reproductive behavior, and learning.

„Losing“ zebrafish were found to have increased neural activity in the lateral regions of the dHb—particularly a pathway linking it to another brain region called the interpeduncular nucleus (IPN)—while „winning“ fish were found to have increased activity in the medial regions of the dHb.

Moreover, by selectively silencing these regions, the researchers were able to essentially hard-wire different fish for winning and losing. Which is a bit weird.

„Aggression is an evolutionarily conserved behavior critical for animal survival,“ the authors explain. „When conflict is unavoidable, animals use aggression to establish a social hierarchy that determines how to share limited resources. Most animal conflicts aim at establishing a social hierarchy rather than causing lethal damage to opponents, which achieves the best cost-benefit for the group. However, the biological mechanisms governing the resolution of social conflict remain largely unknown.“

read more

Wahl Dodo des Monats März 2016

Dodo des Monats März 2016 ©HFR
Dodo des Monats März 2016
©HFR

Terror, Ostern, Politik die sich ihrem Glauben vor die Füße wirft, Universitäten die den wissenschaftlichen Dialog scheuen und christliche Feindesliebe gegen den Terrorismus.
Eine reichhaltige Palette kruden Unsinns hat sich im März angesammelt.

Die Wahl ist bis zum 07. April, 18:00 Uhr befristet. Der Gewinner wird am folgenden Tag, hier auf dem Blog, gewürdigt werden.

Mehrfachabstimmung ist möglich.

  1. Aiman Mazyek, „Terror ist eine Todsünde im Islam.“
  2. Heinz Josef Algermissen, „Katholiban gegen den Unglauben.“
  3. Stadt Halle, „Zwangsmission mit Lutherwoche, bezahlt von Steuergeldern.“
  4. Landesregierung Hessen, „viel Steuergeld für imaginären Freund.“
  5. Markus Dröge, „und die unnütze Garnisionskirche in Potsdam.“
  6. Konrad Zdarsa, „Kreuzholz im Kopf.“
  7. Margot Käßmann, „kindlich-naiver Narzissmus.“
  8. Bodo Ramelow, „linker Befreiungstheologe als Ministerpräsident.“
  9. Heinrich Bedford-Strohm, „und demokratischer Islam.“
  10. Silke Lorch-Göllner, „unbequeme Wissenschaft ausladen.
  11. Markus Frank „Tanzverbot um jeden Preis.“
  12. Annegret Kramp-Karrenbauer, „Recht unterm Kreuz.“

Weiterlesen „Wahl Dodo des Monats März 2016“