In den eigenen Reihen: der christliche Menschenfeind


Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus lädt am 15./16. April zu einer Konferenz ein, die Menschen stärken soll, die sich gegen menschenverachtende Stimmungsmache engagieren wollen. Im Interview fordert Projektleiter Friedemann Bringt von Pfarrerinnen und Pfarrern, der Stimmungsmache mit dem biblischen Menschenbild entgegenzutreten.

Von Lilith Becker|evangelisch.de

Worum geht es der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R)? 

Friedemann Bringt: Unser Thema ist ein selbstkritischer Blick auf die Kirchen, der in der Kirche auch nachgefragt ist. Uns geht es nicht so sehr um die Neonazis von außen, sondern es geht um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Vorurteile, auch religiös fundamentierte Vorurteile, innerhalb der Kirche. Dazu veranstalten wir bundesweit Fortbildungen und Konferenzen.

Wie sieht christlich fundamentierte Menschenfeindlichkeit aus? 

Bringt: Religion kann vor Vorurteilen schützen, diese aber auch fördern. Starke Religiosität bei Ablehnung kultureller und religiöser Vielfalt sowie autoritärer Grundhaltung fördert die Affinität zu menschenfeindlichen Einstellungen. Glauben Menschen, der eigene Glaube sei der allein seligmachende, ist die Wahrscheinlichkeit andere Religionen abzulehnen höher. Aber auch die Wahrscheinlichkeit, andere Gruppen von Menschen abzuwerten, wie Schwule, Lesben oder Transgender oder Menschen mit Behinderung, steigt. Das zeigen beispielsweise aktuelle Studien des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Uni Bielefeld und der Uni Leipzig. Wir sind der Meinung: Wir werden Teil der Lösung wenn wir erkennen, dass wir Teil des Problems sind.

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