Neu freigegebene Dokumente beschreiben Kannibalismus und Kreuzigungen in KZs


Häftlinge im KZ Sachsenhausen (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-78612-0008 / CC-BY-SA)
Häftlinge im KZ Sachsenhausen (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-78612-0008 / CC-BY-SA)
Kannibalismus, Ertränken und Kreuzigung: Das sind nur ein paar der Grauen, von denen britische ehemalige KZ-Gefangene berichtet haben, wie gestern in Großbritannien bekannt geworden ist.

Von VICE News

Die lange unter Verschluss gehaltenen Zeugenberichte gehörten zu einem englisch-deutschen Kompensationsprogramm für Nazi-Opfer von 1964 und 1965 und zeigen auch, wie viele der Gepeinigten darum kämpften, die strengen Bedingungen für eine Entschädigungszahlung zu erfüllen.

Von den 4.206 Personen, die sich um eine Entschädigung bewarben, waren nur 1.015 erfolgreich. Viele mussten Monate und Jahre der Befragung über ihre Erfahrungen über sich ergehen lassen, bevor ihre Anträge schließlich abgelehnt wurden.

Zu den Berichten gehört einer von Harold Le Druillenec, dem einzigen britischen Überlebenden des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, der 10 Monate lang dort gefangen war. Le Druillenec sagte später beim Bergen-Belsen-Prozess aus.

Er schrieb: „Meine gesamte Zeit hier verbrachte ich damit, Leichen in Massengräber zu heben, die ‚externe Arbeiter‘ netterweise für uns gegraben hatten, denn wir hatten keine Kraft mehr für Arbeiten dieser Art, was die Lagerautoritäten glücklicherweise gemerkt haben mussten.“

„Unter den Häftlingen herrschte das Gesetz des Dschungels; nachts tötete man oder man wurde getötet. Am Tage gab es überall Kannibalismus.“

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