Reizwort Schächten


Im 2012 überarbeiteten Israelitengesetz wurde die Produktion koscherer Lebensmittel, und damit auch das koschere Schlachten, zum Beispiel explizit als Recht der Religionsgemeinschaft festgehalten. © APAweb / dpa, Christian Charisius
Observante Juden und Muslime folgen den Speisegesetzen ihrer Religion. Im Islam bedeutet das unter anderem den Verzehr von halal geschlachtetem Fleisch, im Judentum gelten die Kaschrut. In beiden Fällen werden Tiere von Hand geschlachtet – und das auch völlig in Übereinstimmung mit dem geltenden österreichischen Recht. Im 2012 überarbeiteten Israelitengesetz wurde die Produktion koscherer Lebensmittel, und damit auch das koschere Schlachten, zum Beispiel explizit als Recht der Religionsgemeinschaft festgehalten.

Von Alexia Weiss | Wiener Zeitung

Umso mehr irritiert es, wenn man dieser Tage Headlines wie diese liest: „Geschächtete Tiere am Würstelstand?“, titelte nun die Wiener Bezirkszeitung. Im Blattinneren folgt ein „Pro & Contra“: ein solcher Würstelstand sei „eine echte Provokation“, ist da zu lesen. Und: „Müssen jetzt sogar unsere Wiener Würstel halal werden? Was kommt als nächstes?“ Die Befürworterin hält dagegen fest: die Flüchtlinge würden sich nicht besser integrieren, wenn man sie zwinge Schweinsschnitzel zu essen.

Bei den Leserkommentaren findet nur die Contra-Argumentation Befürworter. Halal sei zu 100 Prozent abzulehnen, heißt es da, oder es würden nicht Würsteln, sondern „mehr Wohnungen für eigene Bürger gebraucht“. Und: mit solchen Aktionen werde die Gesellschaft mit einem „gewaltigen Keil“ auseinandergetrieben.

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4 Comments

  1. Auch hier ist die Lösung einfach: ein weiterer Kollateralnutzen des Veganismus.

    Dass ein Verbot von Genitalverstümmelung bei Kindern notwendig und ethisch einzig richtig ist, ändert sich nicht dadurch, dass ethisch Minderbemittelte wie die AfD dies (aus anderen Gründen) ebenfalls fordern.

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