Soziologe: „Dass Migranten Krankheiten einschleppen, stimmt meist nicht“


foto: regine hendrich „Für Menschen aus stark patriarchalisch geprägten Kulturen ist es oft wichtig, dass der Arzt das gleiche Geschlecht hat. Das hat unsere Studie bestätigt“, sagt der Soziologe Jürgen Pelikan.

Jürgen Pelikan hat die Gesundheitskompetenz von Migranten untersucht. Bildung, soziale und wirtschaftliche Voraussetzungen sind entscheidend.

Von Karin Pollack | derStandard.at

STANDARD: Gibt es einen Konnex zwischen Gesundheit und Kultur?

Pelikan: Kultur ist derzeit immer dann ein Thema, wenn es um die Konfrontation mit einer als fremd erlebten Kultur geht. Wenn es um Gesundheit geht, geht es um Leben. Dazu gehören Ernährung, Arbeit, Sexualität und die Interaktion mit anderen. Unsere Gesellschaft und damit unsere Kultur bestimmen, wie wir leben. Deshalb hängen Gesundheit und Gesellschaft zusammen.

STANDARD: Wie geht es Migranten in unserem Gesundheitssystem?

Pelikan: Menschen, die aus religiös geprägten Agrargesellschaften kommen, müssen sich erst an hiesige Bedingungen gewöhnen. Wir leben in einer Multioptionsgesellschaft. Jeder muss täglich viele Entscheidungen treffen, die Auswirkungen auch auf die Gesundheit haben, zum Beispiel im Supermarkt, wo es gesunde und ungesunde Lebensmittel gibt.

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