Wider den religiösen Fundamentalismus


Ein Denkmal Luthers auf dem Wittenberger Marktplatz – mit einem Buch. Der Druck ermöglichte eine weite Verbreitung seiner Schriften. (Hendrik Schmidt / dpa)
Der protestantische Wissenschaftsjournalist Martin Urban will Unruhe stiften. Gern sähe er in den evangelischen Kirchen ein Bollwerk gegen religiösen Fundamentalismus. Doch dafür müssten sie sich ideologischer Selbstkritik stellen.

Martin Urban im Gespräch mit Ernst Rommeney | Deutschlandradio Kultur

Ihn ärgert das menschliche Geschwätz über Gott, erst recht, wenn es behauptet, mit ihm unaufhörlich im Dialog zu sein. Für ihn bleibt das Reden über Gott Spekulation – heute wie in den letzten 2000 Jahren.

In der Schlussphase, in der sich die Protestanten auf das Jubiläum der Reformation vorbereiten, verlangt Martin Urban von den Kirchen Martin Luthers, ihren Fundamentalismus zu überwinden und zur Aufklärung zurückzukehren.

Der Widerstreit von Vernunft und Glaube, Naturgesetz und Wunder, Fakten und Deutungen hat ihn ein Leben lang beschäftigt. Er stammt aus einer evangelischen Theologenfamilie, ist mit einer Religionspädagogin verheiratet, engagierte sich in der Gemeindearbeit und leugnet sein religiöses Bekenntnis nicht.

Doch er gleicht es ab mit naturwissenschaftlicher Erkenntnis – von der Quantenphysik bis zur Hirnforschung. Hat er doch Physik, Chemie und Mathematik studiert und die Wissenschaftsredaktion der „Süddeutschen Zeitung“ (1968-2002) aufgebaut.

Martin Luther habe evangelischen Landen einen Bildungsimpuls gegeben und intellektuelle Aufklärung zum Merkmal der Reformation gemacht. Heute jedoch würden sich Intellektuelle von Kirche und Theologie abwenden, weil Ideologen das Sagen hätten, denn Fundamentalisten seien machtbewusst.

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