Zurück zur Folter?


Bild. DIE KOLUMNISTEN
Im Zusammenhang mit den Anschlägen von Brüssel kommt es zu einer neuen Diskussion über die Wiedereinführung mittelalterlicher Methoden. Gibt es einen Weg zurück zur Folter?

Von Heinrich Schmitz | DIE KOLUMNISTEN

Er will nicht reden. Der im Fall der Pariser Anschläge „Hauptverdächtige“ Salah Abdeslam will sich nicht zu den Brüsseler Anschlägen äußern. Sein Verteidiger hatte vorab erklärt, sein Mandant habe nichts von den Vorbereitungen für diese Anschläge  gewusst.

Es ist nichts Ungewöhnliches, dass ein Beschuldigter von seinem Recht zu Schweigen Gebrauch machen möchte. Das ist in jedem Rechtsstaat sein gutes Recht und es ist seine eigene Entscheidung. Man mag das bedauern, aber man hat es zu akzeptieren.

Aber muss man das wirklich? Im Zusammenhang mit der Nachricht vom Schweigen Abdeslams kochte in den sozialen Netzwerken eine immer mal wieder auftauchende Debatte auf. Darf „so einer“ wirklich schweigen? Muss man ihn – bei dem vermutet wird, dass er auch zu den Brüsseler Anschlägen, deren Hintermännern und möglicherweise weiteren geplanten Anschlägen  etwas sagen könnte – nicht einfach zum Reden bringen? Muss man da nicht nachhelfen? Mit Wahrheitsdrogen? Mit Waterboarding ? Mit Elektroschocks ? Mit Schlägen, Daumenschrauben, oder vielleicht, indem man seine Familie, seine Mutter einsperrt und die vor seinen Augen ein wenig foltert? Oder wenigstens damit droht? Nun, all diese Ideen stammen nicht von mir, sondern von unterschiedlichen Befürwortern der Aussageerzwingung mittels Folter.

weiterlesen