Aufrüsten für den Religionskrieg


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Ist die Klage über eine „Christenverfolgung“ lächerlich? Nein – aber sie wird mit bösen Hintergedanken politisch missbraucht.

Von Martin Staudinger | profil.at

Ach, war das wieder einmal ein Hallo in den sozialen Netzwerken, als das Wahlkampfteam von ÖVP-Präsidentschaftskandidat Andreas Khol zu Ostern ein Sujet mit dem Slogan „Nein zu Christenverfolgungen!“ in Umlauf brachte. Die ganz Schlauen wollten nicht einmal glauben, dass so etwas echt sein könnte; die besonders Lustigen unterstellten den Textern die Einnahme psychoaktiver Substanzen wie Weihrauch; die ideologisch Unanfechtbaren posteten Emoticons von Kotzgesichtern.

Das virtuelle Gelächter war noch längst nicht verklungen, da detonierte in einem Park der pakistanischen Stadt Lahore eine Bombe. Der Anschlag forderte mehr als 70 Todesopfer, darunter mindestens 35 Kinder, und war einem Bekenneranruf zufolge gezielt gegen Christen gerichtet, die Ostern mit einem Picknick feierten.

Insofern weist der zugegebenermaßen etwas dümmlich klingende Satz von Khol auf eine beklagenswerte Realität hin, die absolut keinen Anlass für Belustigung gibt – das ist das eine. Gleichzeitig transportiert er aber auch eine unangenehme Geisteshaltung – das ist das andere.

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