In der Fremde wird die Religion wichtiger


Zwei Flüchtlinge in Brandenburg. (picture-alliance / dpa / Ralf Hirschberger)
Die Angst vieler Deutscher gegenüber muslimischen Flüchtlingen könnte dem Jesuitenpater Frido Pflüger zufolge an deren starker Religiosität liegen. Dieser stünden viele Deutsche hilflos gegenüber, weil sie ihre eigenen Werte aus den Augen verloren hätten.

Frido Pflüger im Gespräch mit Philipp Gessler|Deutschlandradio Kultur

Philipp Gessler: Man kann sich aus religiösen Gründen für die Natur einsetzen, für die Schöpfung, aber mehr Menschen engagieren sich aus den gleichen Gründen für ihre Mitmenschen. Zu ihnen gehört der Jesuitenpater Frido Pflüger. Er kümmert sich um Flüchtlinge hier in Berlin, und zwar für den renommierten Flüchtlingsdienst seines Ordens. Dieser Dienst war schon in der Flüchtlingshilfe tätig, als diese Hilfe noch nicht Teil einer neuen Willkommenskultur war.

Der EU-Türkei-Deal verschiebt das Problem nur

Mit Pater Pflüger habe ich über den neuen Deal der EU mit der Türkei zur Lösung der Flüchtlingskrise gesprochen – wenn es denn eine Krise ist. Morgen treten die neuen Zugangsbeschränkungen für die Flüchtlinge in Kraft. Meine erste Frage an ihn war, wie er diese Einigung mit dem europäisch-asiatischen Staat beurteilt.

Frido Pflüger: Ich sehe das sehr skeptisch, weil ich denke, wir verschieben damit die Verantwortung, die wir eigentlich als Europäische Union hätten, jetzt einfach auf die Türkei, dass die das für uns regelt. Und das sehe ich als große Schwäche, denn die EU selber regelt ja jetzt dadurch eigentlich nichts, sondern die Türkei hat es zu tun. Und das ist halt die große Frage, ob die Türkei fähig ist, das zu regeln. Was wir eigentlich wollen, nämlich einen geordneten Zuzug von Flüchtlingen und von Asyl suchenden Ausländern, in denen Krieg herrschte.

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