Wissenschaft & Blödsinn: Zauberei soll Luxus bleiben

#Esoterik Florian Aigner warnt vor der Gefahr, dass die wirkungslose Alternativmedizin zur gefährlichen Alternative im Gesundheitssystem werden könnte – Foto: Hudelist/vsl/mediacolors
Gesundheitsversorgung für alle, Alternativmedizin als teures Extra – damit kann man leben. Aber was, wenn sich das eines Tages umkehrt?

Von Florian Aigner | futurezone.at

Alternativmedizin ist ein Massenmarkt. Der eine lässt sich für teures Geld Zaubersymbole aufs Gesicht malen, der andere lässt sich durch Räucherstäbchen seine Aura einrenken. Es ist leicht, darüber Witze zu machen, und das sollte man auch tun.

Im Großen und Ganzen kann man solche esoterischen Irrwitzigkeiten aber meistens eher entspannt sehen. Es gibt fanatische Anti-Esoteriker, die mit wütendem Zorn den Untergang des aufgeklärten Abendlandes verkünden, wenn das Leben nicht mit orthodoxer Wissenschaftlichkeit vollzogen wird. Das finde ich manchmal ähnlich anstrengend wie den esoterischen Unfug selbst.

Die moderne Medizin wird nicht beschädigt, nur weil Oma ihren Rheuma mit bunten Heilkristallen bekämpft. Die Ideale der Aufklärung werden nicht in den Dreck gezogen, wenn sich Onkel Harald seine Chakren reinigen lässt. Und wenn Tante Uschi homöopathische Globuli kauft, dann zahlt sie zwar einen abartig hohen Preis für reinen Zucker, aber andere Leute geben hunderte Euro für eine Flasche Whiskey aus, die sie im Blindtest auch nicht vom Billigprodukt unterscheiden könnten. Wozu also die Aufregung?

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Kirche und Staat: „Viele reagieren bei der Kirche wie bei der Polizei“

Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Image: Louis Berk/CC BY-ND 2.0
Der Politologe und Autor Carsten Frerk über Religionsgesellschaften als Wirtschaftsunternehmen, ihre immer noch starke Vernetzung und die Scheu der Politiker, sich mit ihnen anzulegen.

Von Katja Thorwarth | Frankfurter Rundschau

Herr Frerk, welchen Status haben die Kirchen im Staat?
Das ist nicht eindeutig geklärt. Nehmen Sie den Körperschaftsstatus: Eigentlich sind einige Religionsgesellschaften Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die Kirchen aber sagen: Wir sind keine gewöhnlichen Körperschaften, die vom staatlichen Hoheitsrecht abgeleitet werden, sondern Körperschaften göttlicher Stiftung. In das Lobbyregister des Bundestages müssen sie sich trotzdem nicht eintragen, sondern haben quasi eine De-facto-Akkreditierung.

Was wäre denn ohne die Göttlichkeit?
Sie müssten Bilanzen veröffentlichen, wirtschaftlich transparent sein, wie andere staatliche Körperschaften auch. Dagegen verwehrt sich die Kirche und begründet ihr Paralleluniversum mit Artikel 140 des Grundgesetzes: „Religionsgesellschaften verwalten ihre Angelegenheiten ohne Mitwirkung des bürgerlichen Staates.“ Das wird ihnen wie jedem anderen Verein auch zugebilligt. Nur haben es die Kirchen geschickt verstanden, dieses Selbstverwalten in ein Selbstbestimmungsrecht zu überführen. So hat die katholische Kirche den massenhaften sexuellen Missbrauch durch geweihte Priester als „eigene Angelegenheit“ definiert und die Missbrauchsfälle nicht an die Staatsanwaltschaft, sondern nach Rom gemeldet.

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Soziologe: Religionsphobie unter Vertretern des „Neuen Atheismus“

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Manche Vertreter des neuen Atheismus haben nach Ansicht des deutschen Religionssoziologen Gert Pickel aus ihrer Abneigung gegenüber dem Glauben eine Phobie vor allen Religionen entwickelt.
 

kathpress

Zu den Ursachen für diese Angst zählten neben einem generellen Nichtverstehen der Haltungen gläubiger Menschen, die Sorge vor religiös motivierter Gewalt sowie vor einer möglichen Einschränkung individueller Freiheit, schilderte der an der Universität Leipzig lehrende Wissenschaftler im Interview der „Salzburger Nachrichten“ (SN) am Dienstag. Religion gelte „per se als etwas Antimodernes“, so Pickel: „Man befürchtet, dass damit das Rad der Zeit zurückgedreht wird. Da ist die Sorge groß, dass Religion und Kirche zu enge Grenzen setzen und den Einzelnen übermäßig kontrollieren.“

Die Abneigung gegen jedwede Religion sei bei manchen „so stark, dass man sie auch als Angstzustand beschreiben kann“, sagte der Religionssoziologe und verwies dazu etwa auf den britischen Wissenschaftler und Atheisten Richard Dawkins. Umgekehrt könne man in einigen Ländern wie den USA oder Israel aber auch eine Art „Atheismusphobie“ beobachten, fügte Pickel hinzu. Viele religiöse Amerikaner etwa hätten „massive Angst vor Atheisten und Säkularen“.

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„Es geht uns nicht nur um Religionspolitik“

Spitzengespräch bei Bündnis 90/Die Grünen zeigte breite Übereinstimmung mit Forderungen des Humanistischen Verbandes zur Weiterentwicklung des Verhältnisses von Staat, Religionen und Weltanschauungen in Deutschland.

Pressemitteilung Bundesverband HVD

Angehörige von Konfessionsgemeinschaften und Menschen ohne ein religiöses Bekenntnis müssen in der Bundesrepublik Deutschland konsequent gleichberechtigt und gleichbehandelt werden. Dafür sind gesetzgeberische und andere politische Reformen unverzichtbar. So lautete der zentrale Konsens des ersten Spitzengesprächs zwischen Vertretern von Bündnis 90/Die Grünen, des Humanistischen Verbandes Deutschlands und weiterer im Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO) versammelter Vereinigungen am gestrigen Montagnachmittag in Berlin.

An dem Spitzengespräch teilgenommen haben neben Bettina Jarasch, Cem Özdemir und Michael Kellner von Bündnis 90/Die Grünen der Präsident des Humanistischen Verbandes, Frieder Otto Wolf, sowie Vertreter weiterer KORSO-Mitgliedsvereine, darunter der Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon.

Frieder Otto Wolf betonte bei dem Treffen in Berlin, dass der Humanistische Verband für die konsequente Umsetzung von kooperativem Laizismus eintritt, wie ihn das deutsche Grundgesetz vorsieht. Laut Grundgesetz ist die Bundesrepublik Deutschland ein weltanschaulich neutraler Staat. Praktisch bedeute dies, dass sowohl das Recht auf Freiheit zur und in der Religion wie auch das Recht auf Freiheit von Religion in einen angemessenen Ausgleich gebracht werden müssen. Dies sei in vielen Bereichen noch nicht der Fall. Benachteiligungen aufgrund des weltanschaulichen Bekenntnisses, von denen Individuen betroffen sind, müssen daher in Zukunft ebenso abgebaut werden wie die bestehenden Defizite bei der vom Grundgesetz ausdrücklich vorgeschriebenen Gleichbehandlung von weltanschaulichen Gemeinschaften nichtreligiöser Menschen.

Wolf sagte außerdem, dass die Mitglieder des Humanistischen Verbandes den Anspruch haben, sich durch Stellungnahmen wie auch praktische Projekte und Angebote nicht lediglich in einem eng begrenzten Themenfeld zu engagieren. „Es geht uns nicht nur um Religionspolitik, sondern auch um Gesellschaftspolitik“, sagte Wolf. Er unterstrich dabei, dass die Mitglieder und Unterstützer des Verbandes sich deshalb vielfach auch dort in die Gesellschaft einbringen, wo weltanschauliche Identitäten oder Positionen nicht im Vordergrund stehen. „Wenn es um die Förderung humanistischer und humanitärer Anliegen geht, suchen wir auf allen Seiten nach Bündnispartnern“, so Wolf.

Für den vor kurzem vorgestellten Abschlussbericht der religionspolitischen Kommission von Bündnis 90/Die Grünen brachte Frieder Otto Wolf nochmals seine Anerkennung zum Ausdruck. Die im Bericht enthaltenen Positionen und religionspolitischen Reformvorschläge entsprechen in vielen Punkten den Positionen und Forderungen des Humanistischen Verbandes. Deutliche Übereinstimmung gab es hier auch darin, dass eine Kooperation zwischen staatlichen Institutionen und anerkannten Religions- bzw. Weltanschauungsgemeinschaften weiterhin möglich sein müsse, da diese Teile und Träger einer lebendigen Zivilgesellschaft in Deutschland sind. Vereinnahmungsversuche, religiöser wie nichtreligiöser Prägung, seien hingegen abzulehnen.

Bei dem Spitzengespräch hob der Präsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands erneut hervor, dass das Land Berlin in wichtigen Bereichen wie dem wertebildenden Unterricht an öffentlichen Schulen, bei der Beteiligung von Konfessionsfreien-Verbänden und der öffentlichen Förderung humanistischen Engagements eine Vorbild- und Vorreiterrolle einnimmt. „Konfessionsfreie und nichtreligiöse Menschen dürfen im weltanschaulich neutralen Staat nicht wie Bürger zweiter Klasse behandelt werden. Wir wünschen uns darum, dass sich weitere Bundesländer den positiven Beispielen in der politischen und gesetzlichen Praxis anschließen und erwarten, dass Bündnis 90/Die Grünen sich als starke Partner in die entsprechenden Debatten vor Ort einbringen. Ich bin überzeugt, dass damit die Rahmenbedingungen für eine auch in Zukunft sich weiter wandelnde weltanschauliche Landschaft in zeitgemäßer und tragfähiger Weise gestaltet werden können“, sagte Frieder Otto Wolf.

Forscher konstruieren kleinste Diode der Welt

Ein DNA-Strang mit eingebautem Coralyne-Molekülen wirkt in einem Stromkreis wie eine Gleichrichter-Diode. © University of Georgia/Ben-Gurion University
Erbmolekül als Gleichrichter: Forscher haben erstmals eine Diode aus einem DNA-Strang konstruiert. Durch Einfügen eines Zusatzmoleküls veränderten sie die elektronischen Eigenschaften der Erbsubstanz so, dass sie Strom nur in eine Richtung durchließ. Die DNA wurde damit zu einem elektrischen Gleichrichter – und zur kleinsten Diode der Welt. Dies eröffne ganz neue Möglichkeiten der molekularen Elektronik, sagen die Forscher im Fachmagazin „Nature Chemistry“.

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Dioden kennen wir meist als LED oder als Fotodioden, doch diese elektronischen Bauteile sind weitaus vielseitiger. Sie fungieren im Prinzip als eine Art Ventil, das Strom in einer Richtung ungehindert passieren lässt, in der anderen aber nicht. Dadurch können sie beispielsweise als Gleichrichter Wechselstrom in Gleichstrom umwandeln und dienen der Stabilisierung der Spannung in vielen Geräten.

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Religiotie: «Mit dem Islam kam die Befreiung der Frau»

Nabil Arab, Geschäftsführer der islamischen König Faysal Stiftung begründet die Händedruck-Regel: «Sie dient dem Schutz von Frauen und Männern.» Bild: jd
Nabil Arab (60) ist Geschäftsführer der Islamischen König Faysal Stiftung in Basel, deren dazugehörige Moschee die Brüder aus Therwil besuchen. Er erklärt im Interview, wieso die Kinder die Hände ihrer Lehrerin nicht berühren.

20 minuten

Herr Arab, die beiden Brüder aus Therwil, die sich weigern, ihrer Lehrerin die Hand zu schütteln, besuchen ihre Moschee. Sie kennen die Jungen. Was hat es mit dem Körperkontakt-Verbot auf sich?

Im Islam gibt es zum einen Aufgaben, nach denen sich jeder Gläubige richten soll, etwa die Pilgerreise nach Mekka oder Beten und Fasten. Dazu kommen weitere Regeln, die Moslems befolgen können, wenn sie denn möchten. Ich nenne sie Manieren. Dabei gilt es den Lebensstil des Propheten Mohammeds zu adaptieren. Wie hat er gegessen, geschlafen und Frauen behandelt?

Hat Mohammed ein Verbot ausgesprochen, Frauen zu berühren?

Er hat es nicht direkt verboten. Aber er selbst hat sein Leben lang keine Frau berührt, abgesehen von seiner Ehefrau. Und nach seinem Leben gilt es sich zu richten.

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Friedensforscher: Globale Militärausgaben nehmen wieder zu

In Nordamerika und Westeuropa gaben die Staaten weniger für ihr Militär aus, weltweit sind die Ausgaben im vergangenen Jahr aber gestiegen. Das meiste Geld für Rüstungsgüter wendeten dem Friedensforschungsinstitut Sipri zufolge die USA auf.

evangelisch.de

Die weltweiten Militärausgaben sind 2015 erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen. Annähernd 1,7 Billionen US-Dollar hätten die Staaten insgesamt für ihre Streitkräfte aufgewendet, teilte das in Stockholm ansässige Friedensforschungsinstitut Sipri am Dienstag mit. Das sei eine Zunahme um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die weltweiten Rüstungsausgaben entsprechen demnach 2,3 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

„Insgesamt weisen die Militärausgaben vom vergangenen Jahr gegensätzliche Trends auf“, sagte der Sipri-Forscher Sam Perlo-Freeman. Einerseits seien die gestiegenen Ausgaben ein Ausdruck eskalierender Konflikte und Spannungen in vielen Teilen der Welt. Andererseits sei in einer Reihe von Ländern zu erkennen, dass wegen fallender Ölpreise und der damit verbundenen geringeren Einnahmen auch weniger Geld in Rüstung geflossen sei.

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Urzeitliches Wasser im Erdmantel

ünnschliffs von komatiitreicher Lava aus Kanada, in ihr wurden die Indizien für das urzeitliche Wasser gefunden. © A. Sobolev/ ISTerre.
So viel Wasser wie in den Ozeanen: Tief im Erdmantel liegt ein gewaltiges Reservoir von wasserreichen Mineralen. Wie alt dieses Wasser ist, haben Forscher jetzt anhand von chemischen Analysen urzeitlicher Gesteinseinschlüsse herausgefunden. Demnach muss dieses Reservoir bereits vor rund drei Milliarden Jahren in der Übergangszone des Erdmantels existiert haben, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „Nature“ berichten.

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Schon seit einiger Zeit mehren sich die Hinweise darauf, dass es tief im Erdmantel ein gewaltiges Wasserreservoir gibt. Ein Indiz dafür war der Fund des Mantelminerals Ringwoodit, das Wasser als Hydroxyl-Molekül gebunden enthielt. Wenig später bestätigten auch seismische Messungen, dass in der Übergangszone zwischen oberem und unterem Erdmantel große Mengen Wasser gebunden sein könnten.

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Özdemir: CDU/CSU sollten Christen in Türkei «nicht ganz vergessen»

Grünen-Chef Cem Özdemir sagte in ARD-Sendung: «In der Türkei werden Kirchen geschändet. In der Türkei werden christlichen Gemeinschaften die Gebäude enteignet» Von den C-Parteien höre er «da gar nichts dazu».

kath.net

ngesichts des umstrittenen Flüchtlings-Abkommens mit der Türkei hat Grünen-Chef Cem Özdemir die Unionsparteien aufgefordert, die Christen in dem muslimisch geprägten Land «nicht ganz» zu vergessen. «In der Türkei werden Kirchen geschändet. In der Türkei werden christlichen Gemeinschaften die Gebäude enteignet» sagte Özdemir in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin». Von den C-Parteien höre er «da gar nichts dazu».
Weiter sagte der Grünen-Politiker, das Abkommen mit Ankara zur Rückführung von Flüchtlingen aus Griechenland scheine «mit heißer Nadel gestrickt». Mit Blick auf mögliche Ausweichrouten der Flüchtlinge sprach er von einem «Risiko, dass noch mehr Menschen ihr Leben verlieren können». In Europa handle «jeder nach dem St.-Florians-Prinzip».

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Neuer Zustand der Materie nachgewiesen

Der Quantenzustand der Spinflüssigkeit tritt der Theorie nach bei Materialien auf, die eine bienenwabenähnliche Struktur besitzen. © Genevieve Martin/ Oak Ridge National Laboratory
Seit 40 Jahren postuliert, jetzt endlich nachgewiesen: Forscher haben erstmals den Materiezustand der Quanten-Spinflüssigkeit in einem realen Material beobachtet. In diesem Zustand scheinen Elektronen in Quasiteilchen zu zerfallen, die sogenannten Majorana-Fermionen. Mit Rutheniumchlorid haben die Physiker nun ein Material gefunden, das bei bestimmten Temperaturen zu einer solchen Spinflüssigkeit wird, wie sie im Fachmagazin „Nature Materials“ berichten.

scinexx

Nach gängiger Vorstellung sind Elektronen Elementarteilchen und damit unteilbar – eigentlich. Doch im Reich der Quantenphysik gelten andere Regeln. Sie ermöglichen Materiezustände, die in der makroskopischen Welt unmöglich wären. Zu diesen gehört die bereits vor gut 40 Jahren vom US-Physiker Phil Anderson vorhergesagte Quanten-Spinflüssigkeit. Dieser mysteriöse Materiezustand tritt unter bestimmten Bedingungen bei magnetischen Festkörpern auf.

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Erdogan lehnt „Demokratie-Lektionen“ aus dem Westen ab

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Der türkische Präsident hält nichts von Kritik an seiner Linie. Die Pressefreiheit in der Türkei hält er für „gewährleistet“.

DER TAGESSPIEGEL

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat „Demokratie-Lektionen“ aus dem Westen zurückgewiesen. „Diejenigen, die uns Lektionen über Demokratie und Menschenrechte erteilen wollen, sollten erst ihre eigene Schande betrachten“, sagte Erdogan am Montag bei einem Treffen des türkischen Roten Halbmondes in Ankara, der größten Hilfsorganisation des Landes.

Erdogan bezeichnete die Pressefreiheit in der Türkei als „gewährleistet“. Seine Begründung: Es gebe türkische Medien, die ihn als „Dieb“ oder „Mörder“ bezeichnet hätten. Erdogan habe nichts dagegen unternommen. „Wenn die Türkei eine Diktatur wäre, wie könnten dann solche Veröffentlichungen erscheinen?“, fragte der Präsident.

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Xavier Naidoo: Singen kann der Mann, aber was hat er zu sagen?

Xavier-Naidoo

Bloß nicht mehr anecken: Xavier Naidoo setzt mit seinem neuen Album auf Kalendersprüche und Liebeskraft – auf dass ja keiner an seiner Gesinnung zweifele.

Von Axel Weidemann | Frankfurter Allgemeine

Jesus als Vorbild? Es gibt, bei Gott, Schlimmeres. Charles Manson, Donald Trump oder Walt Disney. Anstrengend wird es, wenn sich ein ähnliches Sendungsbewusstsein einstellt. Wenn vor allem Künstler nicht mehr genug Vertrauen in ihre Kunst haben, diese als Sprachrohr nicht mehr ausreicht für die eigene Herzensbotschaft. Der Mannheimer Sänger Xavior Naidoo sagte dem „Stern“ im März 2015, er habe nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1992 die Bibel zur Hand genommen, und da „spürte ich plötzlich, dass Jesus für mich ein Vorbild werden könnte“. Seitdem dient er sich, wenn nicht als Nachfolger, zumindest als Jünger an. 1998 unterstrich er das mit seinem Album „Nicht von dieser Welt“. Die deutsche Soulmusik wurde damit Markttauglich, die Platte blieb drei Wochen lang auf Platz eins der deutschen Albumcharts.

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Iran-Flüge der Air France: Flugbegleiterinnen rebellieren gegen Kopftuchpflicht

Themenbild
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Neue Route, neues Problem: Einige Mitarbeiterinnen von Air France wollen nicht akzeptieren, dass sie sich bei Flügen nach Iran verhüllen müssen. Für sie soll nun eine Sonderregelung gelten.

SpON

Nach Protesten von Flugbegleiterinnen gegen eine Kopftuchpflicht bei Landungen in Teheran plant die französische Fluggesellschaft Air France eine Ausnahmeregelung. Stewardessen und Pilotinnen, die aus persönlichen Gründen beim Verlassen der Maschine im Iran kein Kopftuch tragen wollten, sollten für andere Flüge eingeteilt werden, sagte Personalchef Gilles Gateau dem Radiosender „Europe 1“ vor einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern. Sie sollten nicht zu Flügen nach Teheran gezwungen werden.

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‚Monkey Malaria‘ Is Poised To Become More Deadly—and More Transmissible

Image: shankar s./Flickr/CC BY 2.0
Image: shankar s./Flickr/CC BY 2.0
A species of malaria-causing parasite that is increasingly being transmitted from macaques to humans in South Asia has the potential to evolve into a more virulent form that is also capable of being efficiently transmitted from human to human. This is according to a paper published Monday morning in the journal Nature Communications by researchers at the Harvard TH Chan School of Public Health.

By Michael Byrne|MOTHERBOARD

P. knowlesi, aka „monkey malaria,“ has been stalking the Earth already for some 257,000 years, but in that time the parasite has largely left humans out of its business. In some large part this has to do with a relative lack of overlap between human populations and macaque populations. As such, mosquitoes get to feast on the blood of one species or the other but rarely both.

Lately, however, monkey malaria has become a significant human threat in the countries of South Asia, particularly Borneo. In February, researchers were able to link massive deforestation in that country to the parasite’s increasing spread—it turns out that one species of macaque known to carry P. knowlesi thrives on deforested land. Put this together with a general increase in human encroachment on macaque territory in the region and we have an ideal case for introducing the parasite to human populations in far greater numbers.

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GEZ pfändet Konto von Beatrix von Storch

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Sie hat es drauf angelegt – aber wann legt AfD-Lautsprecherin Beatrix von Storch es auch mal nicht drauf an? Jetzt hat sie so lange und ausdauernd via Facebook und Twitter gegen die GEZ gewettert, bis es der Gebühreneinzugszentrale offenbar zu bunt wurde.

stern.de

Gerade ist die erste GEZ-Verweigerin im Gefängnis gelandet. Nach Angaben eines Sprechers der Beitragskommunikation von ARD/ZDF/Deutschlandradio weigern sich zurzeit viereinhalb Millionen Gebührenpflichtige zu zahlen, ihre Beitragskonten befänden sich „in Mahnverfahren oder Vollstreckung“. Eine dieser Verweigerinnen ist AfD-Politikerin Beatrix von Storch – und die hat jetzt offenbar die harte Hand der Gebühreneinzugszentrale zu spüren bekommen.

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Papst trifft Generaloberen der Piusbruderschaft

logo_fsspxPapst Franziskus hat sich erstmals mit dem Generaloberen der erzkonservativen Priesterbruderschaft St. Pius X., Bernard Fellay, im Vatikan getroffen

evangelisch.de

Das Kirchenoberhaupt sprach mit dem Erzbischof der von der katholischen Kirche nicht anerkannten Bruderschaft am Samstag im vatikanischen Gästehaus Santa Marta, hieß es am Montag vom stellvertretenden Vatikansprecher Greg Burke. Die Begegnung sei „gut verlaufen“, berichteten italienische Medien unter Berufung auf Vatikanquellen. Das Verständnis zwischen Franziskus und Fellay sei gut.

Zeichen der Entspannung

Aus Kreisen der Piusbruderschaft hieß es am Montag, das Treffen sei privater Natur gewesen und habe vordergründig nicht eine Eingliederung der Piusbruderschaft in die katholische Kirche zum Inhalt gehabt.

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Der Mann, der Jugendliche vor religiösen Fanatikern retten will

Koran-Verteilaktionen sind für Salafisten ein beliebtes Mittel, um an junge Menschen heranzukommen. (Foto: Getty Images)
Korhan Erdön ist Bayerns erster „Deradikalisierer“. Einige seiner Klienten träumen bereits davon, in die Kampfgebiete des IS zu reisen. Erdön will sie nicht aufgeben.

Von Stefanie Schoene | Süddeutsche.de

Auch wenn Korhan Erdön das nicht gerne hört: Er ist ein Pionier. Als Bayerns erster „Deradikalisierer“ fährt er seit Sommer 2014 durchs Land, um junge Migranten zu erreichen, die drauf und dran sind, mit der deutschen Gesellschaft abzuschließen. 5000 Kilometer legt er im Monat zurück, um jene religiös radikalisierten jungen Muslime und die tief schwarz verschleierten Mädchen zu treffen, die europäischer Pluralität und Freiheit nichts mehr abgewinnen können. 20 Klienten hat er jetzt, im Februar waren es noch 14.

Die jungen Leute, die er betreut, haben sich nach Erdöns Aussage einem minimalistischen Islam „neosalafistischer Prägung“ zugewandt. Und das heißt: einfache Glaubensformeln, arabische Floskeln, strenge Riten sowie ein autoritäres Gottes- und Menschenbild.

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The Lie of Patriotism

Supporters, at left, of Republican presidential candidate Donald Trump face off with protesters after a rally was canceled last month at the University of Illinois, Chicago, over security concerns. (Charles Rex Arbogast / AP)
When Rory Fanning, a burly veteran who served in the 2nd Army Ranger Battalion and was deployed in Afghanistan in 2002 and 2004, appeared at the Donald Trump rally in Chicago last month he was wearing the top half of his combat fatigues. As he moved through the crowd, dozens of Trump supporters shouted greetings such as “Welcome home, brother” and “Thank you for your service.” Then came the protest that shut down the rally. Fanning, one of the demonstrators, pulled out a flag that read “Vets Against Racism, War and Empire.”

By Chris Hedges | truthdig

“Immediately someone threw a drink on me,” he said when I interviewed him on my teleSUR show, “Days of Revolt.” “I got hit from behind in the head three or four times. It was quite the switch, quite the pivot on me. Questioning the narrative, questioning Donald Trump’s narrative, and I was suddenly out of their good graces.”

Nationalists do not venerate veterans. They venerate veterans who read from the approved patriotic script. America is the greatest and most powerful country on earth. Those we fight are depraved barbarians. Our enemies deserve death. God is on our side. Victory is assured. Our soldiers and Marines are heroes. Deviate from this cant, no matter how many military tours you may have served, and you become despicable. The vaunted patriotism of the right wing is about self-worship. It is a raw lust for violence. It is blind subservience to the state. And it works to censor the reality of war.

“A lot of soldiers who’ve come back from war see themselves as anything but a hero,” Fanning said. “To throw that term around loosely is dangerous. It’s a way to manipulate soldiers. It buys their silence.”

“Soldiers are not encouraged to talk about the realities of war when they come back,” he said. “They’re labeled a hero or warrior. That’s a major problem. It leads to further seclusion, isolation with soldiers. We talk about the suicide rates amongst veterans—22 a day. It’s because we’re not allowed to talk about what we saw overseas, how unjust it was, how we feel like bullies. How many innocent people have been killed since 9/11? Throwing out words like ‘heroes’ does a disservice to the experience of veterans and all the innocent people that have been killed since then.”

War, up close, bears no relation to the myth. It is depraved and cruel. It has nothing to do with noble ends or justice. Killing is a dirty, ugly business. There is a vast disparity between war’s reality and the myth peddled by the press, the entertainment industry, politicians and churches.

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