Xavier Naidoo: Singen kann der Mann, aber was hat er zu sagen?


Xavier-Naidoo

Bloß nicht mehr anecken: Xavier Naidoo setzt mit seinem neuen Album auf Kalendersprüche und Liebeskraft – auf dass ja keiner an seiner Gesinnung zweifele.

Von Axel Weidemann | Frankfurter Allgemeine

Jesus als Vorbild? Es gibt, bei Gott, Schlimmeres. Charles Manson, Donald Trump oder Walt Disney. Anstrengend wird es, wenn sich ein ähnliches Sendungsbewusstsein einstellt. Wenn vor allem Künstler nicht mehr genug Vertrauen in ihre Kunst haben, diese als Sprachrohr nicht mehr ausreicht für die eigene Herzensbotschaft. Der Mannheimer Sänger Xavior Naidoo sagte dem „Stern“ im März 2015, er habe nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1992 die Bibel zur Hand genommen, und da „spürte ich plötzlich, dass Jesus für mich ein Vorbild werden könnte“. Seitdem dient er sich, wenn nicht als Nachfolger, zumindest als Jünger an. 1998 unterstrich er das mit seinem Album „Nicht von dieser Welt“. Die deutsche Soulmusik wurde damit Markttauglich, die Platte blieb drei Wochen lang auf Platz eins der deutschen Albumcharts.

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