Volker Leppin über Martin Luther: Allmähliche Plötzlichkeit


Lutherjahr

Neues Denken in alten Bahnen: Volker Leppin untersucht Martin Luthers mystische Wurzeln.

Von Dirk Pilz | Frankfurter Rundschau

Im kommenden Jahr dann großes Reformationsjubiläum. Es ist zwar unklar, ob es am 31. Oktober 1517 in Wittenberg überhaupt zu einem Thesenanschlag durch Martin Luther kam, wahrscheinlich eher nicht. Aber das Datum hat sich ins kollektive Gedächtnis eingeprägt, also gibt es seit 2007 die „Luther-Dekade“, den veranstaltungsreichen und finanzintensiven Jubiläumsanlauf, und den 31. Oktober 2017 als landesweiten Feiertag.

Dabei mag die fröhliche Geschäftigkeit schnell verdecken, dass heftig umstritten ist, was man unter Reformation überhaupt verstehen soll, wer Luther war, welche Rolle er spielte. War die Reformation ein „Bruch“ mit dem Mittelalter? Ein „Neuanfang“? Oder ein Prozess „allmählicher Transformation“?

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