Erbgut im Menschen: Wir sind Neandertalerin


Neues Model eines Neandertalers (Mann und Frau) im Neandertal-Museum, Neandertal, Düsseldorf, Deutschland. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Der moderne Mensch trägt Spuren des Neandertaler-Genoms in sich. Jetzt haben Forscher darin eine klaffende Lücke bemerkt: Es sind nur Gene von Frauen zu finden, keine von Neandertaler-Männern. Warum?

Von Frank Patalong | SpON

Es gibt Gene, die nur von Männern an ihren männlichen Nachwuchs weitergegeben werden können: Es ist das Y-Chromosom, das sich nur in den männlichen Genen findet, das Männlein und Weiblein scheidet. Während Frauen ihre Gene dem Nachwuchs beider Geschlechter spendieren, werden Eigenschaften auf dem Y-Chromosom nur auf der männlichen Linie vererbt.

Bisher hatte niemand bemerkt, dass die Gene des modernen Europäers zwar 2,5 bis vier Prozent Neandertaler-Erbe enthält, aber keinerlei Erbgut aus dem Y-Chromosom. In uns stecken also nur weibliche Neandertaler-Gene.

Was das bedeutet, sei klar, schreibt ein internationales Forscherteam nun im „American Journal of Human Genetics“: Es gab zwar Nachwuchs aus Verbindungen zwischen Neandertalern und modernen Menschen – aber darunter keinerlei Männer.

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