Islamismus-Kritiker mit Macheten ermordet


Er kritisierte laut und deutlich den radikalen Islamismus in seinem Land. Dafür wurde der Blogger Nazimuddin Samad auf offener Straße ermordet. Es ist nicht der erste Fall dieser Art in Bangladesch.

Von Sophie Mühlmann | DIE WELT

Nazimuddin Samad schrieb, was er dachte. Der Student und engagierte Blogger aus Bangladesch hatte seine Kritik an religiösem Extremismus nie versteckt. „Ich habe keine Religion“ prangte ganz offen unter seinem Facebook-Profil. Das war sein Todesurteil. Gegen 21 Uhr am Mittwochabend hatten drei Unbekannte den 28-Jährigen auf offener Straße in Stücke gehackt.

Samad war auf dem Heimweg von der Jagannath-Universität gewesen, wo er Jura studierte. An einer belebten Kreuzung im alten Teil der Hauptstadt Dhaka hatten sie ihm mit einem Motorrad den Weg abgeschnitten und waren dann mit Macheten auf ihn losgegangen. Zuletzt, um sicher zu gehen, dass er wirklich tot war, hatten sie ihm in den Kopf geschossen. Augenzeugen berichteten später, die Angreifer hätten bei alledem laut „Allahu Akbar!“ (Allah ist groß) skandiert. Die Polizei hat noch keine Verdächtigen, und bisher hat sich auch noch keine bestimmte islamistische Gruppe zu der Tat bekannt. Doch die Blogger, die in Bangladesch gegen den Fanatismus anschreiben, haben viele Feinde.

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