Muss man als Humanist auch Pazifist sein?


Friede

Ich war längere Zeit Mitglied in einer Friedensorganisation. Vor kurzem bin ich ausgetreten. Nein, nicht deshalb, weil ich weniger am Frieden interessiert sei, sondern viel eher aufgrund der Vorgehensweise der pazifistischen Bewegung.

Von Dennis Riehle | Richard Dawkins-Foundation

Denn nicht erst seit Margot Käßmann diskutiert Deutschland darüber, wie weit Friedenspolitik gehen kann und darf. Auf einer Isomatte mit den Taliban, das verstörte doch zahlreiche Bürger. Und auch, als sich die Botschafterin der EKD für das Reformationsjubiläum nun in ähnlicher Weise zum Umgang mit den Terroristen des „Islamischen Staates“ äußerte.

Für mich persönlich war es aber nicht Käßmann mit ihren doch eigenwilligen Vorstellungen, die mich daran zweifeln ließ, ob der uneingeschränkte und bedingungslose Pazifismus tatsächlich so realisierbar ist, wie es sich manche Visionäre vorstellen. In der Organisation, der ich angehörte, war das Thema der Waffenexporte zum zentralen Aspekt vieler Kampagnen geworden. Dass Aktionen dabei mit nicht weniger kriegerischen Symbolen betrieben wurden als das Verhalten derjenigen war, gegen die man protestierte, war letztlich unerheblich. Hauptsache Provokation, Antimilitarismus ohne Wenn und Aber. Es waren wieder die Extreme, die man heute an so vielen Stellen als die Geheimrezepte verkaufen will. Und doch sind sie schlussendlich nicht nur populistisch, sondern vor allem kaum praxistauglich. Denn sie schaffen wiederum neue Feindbilder – eigentlich das, was überhaupt nicht im Sinne derer sein darf, die sich für einen nachhaltigen Frieden einsetzen wollen.

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