Mehr Freisinn für Republik und Religionen!


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Die Republik irrlichtert gegenüber Religionen, insbesondere dem Islam. Ein klarer liberaler Kurs setzt nicht auf eine „christlich-jüdische Leitkultur“, sondern auf den Kompass eines liberal-republikanischen Ethos. Religionsfreiheit im Rechtsstaat und öffentliche Religionskritik gehören als zivilisatorische Errungenschaft zusammen.

Von Christopher Gohl | The European

Die Angst vor dem Islam erregt die Gemüter derer, die eine angeblich „christlich-jüdische Tradition“ verteidigen. Im Takt eines Kulturkampfes zündeln hitzköpfige Aufwiegler mit Ängsten vor „dem Islam“. Rastlose Groß-Rauner wie Peter Sloterdijk nutzen die Konfusion, um das Land intellektuell nach rechts zu ruckeln. Und die im Bundestag vertretenen Parteien reagieren hilflos. Ihnen fehlt der selbstbewusste Kompass der inneren Liberalität.

Während die Merkel-CDU im Durchhalte-Duktus verkündet, der Islam gehöre zu Deutschland, profiliert sich die zahnlose Seehofer-CSU gegen Merkel mit rechten Parolen statt besseren Argumenten. Der Koalitionskellner SPD sucht noch nach erkennbar sozialdemokratischen Antworten, die Grünen stecken im Reflex des unbedingten Toleranzgebots gegenüber Migranten fest. Und die Linke vermutet hinter dem Islamismus zuverlässig das Werk des neoliberalen Westens selbst. Alle starren sie zusammen mit fasziniertem Ekel auf die AfD. Deren grimmiges Programm der Verteidigung des Abendlandes kanalisiert und kapitalisiert die Ängste vor muslimischen Männern am erfolgreichsten.

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