Polen: Wie die katholische Kirche Politik macht


Der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz, Jozef Michalik; Aufnahme vom August 2012 (picture alliance / dpa)
Das Abtreibungsrecht in Polen ist schon heute sehr restriktiv. Doch radikale Lebensschützern reicht das nicht. Die rechtskonservative Regierungspartei PiS steht in der Debatte auf dünnem Eis. Vor allem, weil die katholische Kirche mächtig Druck macht.

Von Florian Kellermann | Deutschlandradio Kultur

Die Proteste gegen die Regierung reißen nicht ab: Am Wochenende kamen vor allem Frauen mit Transparenten vor das Parlament. Denn nun geht es um sie: um eine geplante Verschärfung des ohnehin restriktiven Abtreibungsrechts. Eine Bürgerinitiative will ihnen den Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich verbieten. Bisher dürfen Frauen dann abtreiben, wenn ihre Gesundheit in Gefahr ist, wenn sie vergewaltigt wurden und wenn das Kind schwer behindert sein wird.

Auch Prominente demonstrieren, so die Schauspielerin Maja Ostaszewska:

„Ein noch strengeres Abtreibungsrecht wird fatale Folgen haben. Noch mehr Frauen werden illegal abtreiben. Schon heute ist die Dunkelziffer hoch. Solche Abtreibungen geschehen oft nicht fachgerecht, die Frauen müssen sehr häufig sofort ins Krankenhaus eingeliefert werden.“

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