Wenn Schwarze MacBeth nicht spielen dürfen, aber Weiße Cleopatra


Lara-Sophie Milagro © privat
Lara-Sophie Milagro leitet zusammen mit einer anderen Schauspielkollegin das Netzwerk „Label Noir“, ein Netzwerk, das nicht-weissen Schauspielern einen Raum bietet, Rollen spielen zu können, bei denen sie nicht auf ihre Hautfarbe beschränkt werden.

Von Lynn Femme | MiGAZIN

MiGAZIN: Was genau ist Label Noir und worum geht es bei euch?

Lara-Sophie Milagro: Label Noir ist ein Netzwerk, das vor allen Dingen nicht-weissen Schauspielern einen Raum bietet, Rollen spielen zu können, bei denen sie nicht auf ihre Hautfarbe beschränkt werden. Wir sind insgesamt 4 konstante Mitglieder, ich übernehme mit einer anderen Kollegin zusammen die Leitung. Wir produzieren unsere eigenen Theaterstücke und Filme und arbeiten dabei sowohl mit Off- als auch mit Staatstheatern zusammen. Bei unseren Produktionen casten und besetzen wir dann auch außerhalb von Label Noir.

Dürfen auch weiße oder nicht-dunkelhäutige Schauspieler bei euch mitmachen?

Lara-Sophie Milagro: Wir schließen keine Weißen aus! Ganz am Anfang haben wir die Gruppe bewusst schwarz gehalten, um zunächst einmal afro-deutschen und dunkelhäutigen Künstlern eine Möglichkeit zu bieten, sich künstlerisch auszuleben, ohne dabei nur auf Klischeerollen beschränkt zu werden.

Mittlerweile sind wir aber gemischt, wir haben schwarze, asiatische, türkische und auch weiße Künstler unter uns. Wir haben den Anspruch, es besser zu machen als die meisten Staatstheater: Wir besetzen nach Talent, nicht nach – vermeintlicher – Herkunft! Aber wir achten eben auch sehr darauf, dass die POC (People of Color) nicht in der Minderheit stehen oder nur für Klischeerollen besetzt werden.

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