«Schamanismus ist wieder extrem trendy»

Schamanismus boomt in der Schweiz, vor allem Junge fahren darauf ab. Laut Religionswissenschaftler Georg Otto Schmid sehnen sie sich nach der Natur und wollen aus ihrer globalisierten Welt ausbrechen. Bild: epa/how Hwee Young
Junge Schweizer sind auf dem Esoterik-Trip. Sie interessieren sich für geistige Heilung, Tierkommunikation und Wahrsagerei.

Von T. Bircher | 20 minuten

Dass sich die Organisation Ayahuasca International in der Romandie niedergelassen hat und nun öffentlich für Drogenrituale wirbt, alarmiert Suchtexperten. Doch nicht nur die Amazonas-Droge fasziniert die Schweizer. Die Hinwendung zur Spiritualität allgemein erlebt hierzulande ein Revival – vor allem bei den Jungen.

Der Trend funktioniert aber anders als früher, wie Sektenexperte und Religionswissenschaftler Georg Otto Schmid sagt: «Sie interessieren sich im Gegensatz zu den 80er- und 90er-Jahren weniger für die Ideologie oder die Theorie dahinter, sondern greifen nur punktuell auf gewisse Angebote der Esoterik zurück.» Besonders beliebt seien Themen wie Heilung, Alternativmedizin, Wahrsagerei, Tierkommunikation und Jenseitskontakte.

«Esoterik wird heute einfach mit allem verbunden»

Lucius Werthmüller ist Präsident des Basler Psi-Vereins, der Seminare rund um das Thema Spiritualität organisiert. Er sieht an seinen Veranstaltungen immer mehr junge Leute: «Viele finden in den etablierten Religionen keine Antwort mehr auf ihre Fragen und suchen nun woanders.»

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Richter weisen Kopftuch-Klage von Lehrerin ab

Frauen mit Kopftüchern, am Mittwoch im Berliner Arbeitsgericht. Die Klägerin war nicht erschienen.Foto: Jörg Carstensen/dpa
Keine Entschädigung für eine muslimische Bewerberin – das Berliner Verbotsgesetz ist rechtmäßig, entschied das Arbeitsgericht.

Von Jost Müller-Neuhof | DER TAGESSPIEGEL

Eine muslimische Lehrerin kann keine Entschädigung verlangen, weil die Schulverwaltung ihre Bewerbung wegen ihres Kopftuchs ablehnt. Das Berliner Arbeitsgericht hat eine entsprechende Klage der Frau am Mittwoch abgewiesen, die sich durch das in Berlin geltende Neutralitätsgesetz diskriminiert fühlt. Danach ist religiöse Bekleidung im Schuldienst sowie bei Polizei und Rechtspflege verboten.

Die Schulverwaltung reagierte erleichtert: „Wir begrüßen das Urteil des Arbeitsgerichts und fühlen uns in unserer Rechtsauffassung bestätigt“, sagte Sprecherin Beate Stoffers. Die Klägerin, die vom Netzwerk gegen Diskriminierung und Islamfeindlichkeit „Inssan“ und dem Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg unterstützt wird, will sich damit aber voraussichtlich nicht abfinden. Ihre Anwältin Maryam Haschemi kündigte an, eine Berufung zu prüfen.

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Priesterausbilder: System der Kirche am Ende

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Der Vertreter der katholischen Priesterausbilder in Deutschland, Hartmut Niehues, verlangt neue Wege in Seelsorge und Priesterausbildung. „Das System, wie es bisher besteht, ist am Ende“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Regentenkonferenz im Interview der Bistumszeitung „Kirche+Leben“ (Sonntag) in Münster.

katholisch.de

Das gelte für die Ebene der Gemeinden, die Strukturen darüber sowie für die Priesterausbildung. Bei den Priesteramtskandidaten sei die katholische Kirche in Deutschland „quasi an der Nulllinie“ angekommen, so der Geistliche anlässlich des Weltgebetstags um Geistliche Berufe am Sonntag. So sei in Münster im März nur ein einziger Kandidat ins Gemeindejahr gestartet. Das werde tiefgreifende Konsequenzen haben. Zugleich gebe es immer weniger Kirchenmitglieder, die den sakramentalen Dienst eines Priesters überhaupt wahrnehmen.

„90 Prozent unserer Leute nehmen sonntags nicht an der Eucharistie teil. Beichte und Krankensalbung sind selten geworden“, so der Regens. Es stehe die Frage im Raum, ob die Menschen heutzutage „überhaupt noch damit rechnen, dass Gott in ihnen handelt. Und dass sein Handeln erfahrbar ist in den sakramentalen Zeichenhandlungen, die die Kirche seit frühester Zeit feiert.“ Niehues plädierte für eine stärkere Einbeziehung der Laien in die Seelsorge. Diese könne von hauptberuflichen Kräften der Kirche angesichts von Priestermangel und größer werdenden Gemeindestrukturen gar nicht allein geleistet werden. „Jeder Getaufte ist für den anderen Seelsorger“, betonte Niehues. Aufgabe des Priesters müsse es in Zukunft sein, „die Getauften in ihrem Christsein und in ihrem Dienst für die anderen zu stärken“.

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Asylverfahren: Beschleunigt und nicht mehr rechtsstaatlich?

Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) verfassungswidrig © MiG
Auch nach Inkrafttreten des Asylpakets II reißt die Kritik an den verschärften Regeln nicht ab. Erfahrene Asyl-Juristen befürchten, dass bestimmten Flüchtlingsgruppen in Schnellverfahren der Weg zum Anwalt versperrt wird.

Von Corinna Buschow | MiGAZIN

Die inzwischen geltenden schärferen Regeln für Asylbewerber stoßen bei hochrangigen Juristen weiter auf Kritik. Man könne den Verdacht haben, dass die Politik „in einigen Punkten doch kontraproduktiv über das Ziel hinausgeschossen ist“, sagte der Richter am Bundesverwaltungsgericht, Uwe Berlit, am Dienstagabend bei einer Veranstaltung des Deutschen Anwaltvereins in Berlin. Berlit fürchtet um die Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze in den Schnellverfahren für Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsstaaten. Die neuen Regeln könnten in seinen Augen dazu führen, dass den Flüchtlingen anwaltliche Beratung vorenthalten wird.

Um das Asylpaket II, das am 17. März inkraft getreten ist, hatte die Koalition lange gerungen. Im Mittelpunkt stand dabei der Streit um die Aussetzung des Familiennachzugs. Weitere Verschärfungen wie die Einführung beschleunigter Asylverfahren in speziellen Aufnahmeeinrichtungen und niedrigere Hürden bei der Abschiebung Kranker gerieten dabei aus dem Fokus der Öffentlichkeit.

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Zufallsfund liefert ältesten Nachweis von Exoplaneten

Die Fotoplatte von 1917 mit dem Lichtspektrum des Weißen Zwergs. © Carnegie Institution for Science
Zufallsfund im Keller: Astronomen haben den ältesten Beweis für die Existenz extrasolarer Planetensysteme entdeckt – auf einer knapp 100 Jahre alten Fotoplatte. Denn schon 1917 hatte ein US-Astronom einen weißen Zwerg fotografiert, dessen Spektrum klare Spuren von Planetentrümmern trägt. Damals jedoch wurden diese Indizien nicht erkannt. Erst jetzt haben Forscher durch Zufall diese Signatur entdeckt.

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Welche Schätze alte astronomische Fotoplatten bergen können, hatten schon im Dezember 2015 dänische Forscher festgestellt. Sie fanden in ihrem Institutskeller historische Aufnahmen unter anderen der berühmten Sonnenfinsternis von 1919. Auch im Keller der Carnegie Institution in Washington lagern rund 250.000 Fotoplatten und Aufzeichnungen aus drei Observatorien – ein Großteil davon völlig unbeachtet.

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‚Unsere sehr dezenten christlichen Symbole sollten akzeptiert werden‘

Bild. katholisches.info
Bild. katholisches.info
Geschäftsführer Rüter (Katholische Hospitalvereinigung Ostwestfalen) äußert nach Kreuzabnahme durch Muslim: „Unser muslimischer Oberarzt verlangte die Replatzierung des Kreuzes.“

Von Petra Lorleberg | kath.net

„Wir erwarten, dass die sehr dezenten Symbole unseres christlichen Tuns uneingeschränkt akzeptiert werden.“ Dies stellte der Geschäftsführer der „Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen gem. GmbH“, Dr. Georg Rüter, im Interview mit kath.net fest. Vorausgegangen waren Presseberichte, wonach in Herford in einem der Krankenhäuser der Hostitalvereinigung ein muslimischer Ehemann einer Patientin ein Kreuz von der Wand abgenommen hatte.

kath.net: Bei Ihnen hat ein Muslim ein Kreuz von der Wand genommen. Um was geht es genau?

Rüter: Ein strenger Muslim (Ehemann einer schwangeren Patientin) nahm in einem Behandlungsraum während kurzzeitiger Abwesenheit unseres Personals das Kreuz von der Wand und versteckte dies.

Wie Sie dem Pressebericht (siehe Link) entnehmen können, wurde er daraufhin von unserem Oberarzt muslimischer Herkunft angesprochen, der die Replatzierung des Kruzifixes verlangte.

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Kopftuchverbot vor Berliner Arbeitsgericht

Themenbild
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Das Berliner Arbeitsgericht verhandelt heute erstmals die Klage einer muslimischen Lehrerin gegen das strikte Kopftuchverbot in der Hauptstadt.

evangelisch.de

Die Frau, die das Referendariat und beide Staatsexamen absolviert hat, fordert eine Entschädigung, weil ihre Bewerbung um eine Lehramtsposition abgelehnt wurde. Hintergrund ist das Berliner Neutralitätsgesetz, das etwa Lehrern und Polizisten das Tragen sichtbarer religiöser Symbole verbietet.

Konkrete Gefahr

Das Bundesverfassungsgericht hatte im vergangenen Jahr am Beispiel zweier muslimischer Pädagoginnen aus Nordrhein-Westfalen ein pauschales Kopftuchverbot für unzulässig erklärt. Künftig müsse dafür eine konkrete Gefahr für Neutralität und Schulfrieden nachgewiesen werden, hieß es.

Hyperschneller Doppelstern gibt Rätsel auf

Position und mögliche Flugbahn von PB3877 – er rast durch den Außenbereich der Milchstraße. © Thorsten Brand
Überraschende Entdeckung: Ein extrem schnell durch die Milchstraße rasender Stern ist in Wirklichkeit ein Sternenpaar – das erste bekannte unter diesen hyperschnellen Ausreißer-Sternen. Das Spannende daran: Dieses Sternenpaar kann durch keinen der gängigen Prozesse so stark beschleunigt worden sein. Was diesen Doppelstern auf Tempo brachte, ist daher noch rätselhaft. Er könnte sogar extragalaktischen Ursprungs sein, spekulieren die Astronomen.

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Normalerweise bewegen sich Sterne in unserer Milchstraße eher gemächlich auf ihren festen Bahnen. Doch es gibt Ausreißer – massereiche, heiße Sterne, die mit mehr als einer Million Kilometern pro Stunde durch die Galaxie rasen. Die meisten von ihnen wurden vom Schwarzen Loch im galaktischen Zentrum so stark beschleunigt., es gibt jedoch auch hyperschnelle Sterne, die von einer Supernova auf Touren gebracht wurden, wie sich 2015 zeigte.

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„Eine Kritik aus Deutschland ist für Erdogan Gold wert“

erdogan-sultan

Baris Uygur, Mitgründer des türkischen Satiremagazins „Uykusuz“, über Erdogan gegen Böhmermann und die Lage der Satire und der Medien in der Türkei

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Die Gerichte urteilen nach Erdogans Wünschen – und Satiriker zensieren sich selbst. Kritik aus Deutschland kommt dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan gelegen – sagt Baris Uygur, Schriftsteller und Mitbegründer der Satire-Zeitschrift „Uykusuz“ (Schlaflos). Auch seine Krimis sind voller Seitenhiebe auf die türkische Gesellschaft und Politik, eine Zensur der Literatur fürchtet Uygur aber vorerst nicht. Erdogan brauche Feinde, die er instrumentalisieren könne, sagt der Künstler.

Der deutsche Comedian Jan Böhmermann hat ein Schmähgedicht auf Recep Tayyip Erdogan verfasst, das bewusst beleidigend ist. Er wollte damit die Grenzen dessen aufzeigen, was Satire darf. Nun fordert die türkische Regierung ein Strafverfahren. Wie wird die Angelegenheit in der Türkei aufgenommen?

Baris Uygur: Es gibt jetzt einfach zwei Teile der Türkei. Ein größerer Teil steht zu Erdoğan, egal was passiert, egal was er sagt oder tut. Für diesen Teil ist es eine Unverschämtheit – nicht weil sie so denken, sondern weil Erdoğans Medien es ihnen so diktieren. Vielen Kolumnisten und Journalisten in diesen Medien schreiben nur wenn sie einen Startschuss von Erdoğan oder seinen Leuten bekommen. Das Ergebnis sind oft zehn oder mehr Zeitungen, die am selben Tag dieselben Schlagzeilen haben. Viele sehen die Angelegenheit als eine Verschwörung gegen Erdogan. Das würgt jede Diskussion ab. Diskussionen dazu sind auch nicht gewollt.

Ein gutes Beispiel ist der Reporter, der vor der ZDF-Zentrale kürzlich versuchte zu provozieren. Er hat bereits ein Interview mit einem Baum im Gezi-Park geführt und ein gefälschtes Interview mit Christiane Amanpour veröffentlicht. Als man beim ZDF auf seine Provokationen nicht einging, verwies er auf die „Respektlosigkeit“ und darauf, dass man ihm mit Händen in den Hosentaschen begegnet. Das ist die Parallelrealität dieser Medien: Obwohl jeder sehen kann, dass gar nichts passiert, kreieren sie eine Realität, an die sie und ihr Publikum glauben wollen.

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Protestanten distanzieren sich von Luthers Antisemitismus

Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Foto: epd-bild/Alexander Baumbach. bearb.: bb
Die Protestantische Kirche der Niederlande hat sich von antisemitischen Schriften Martin Luthers distanziert.

Deutschlandfunk

In einer in Utrecht veröffentlichten Erklärung heißt es, einige Äußerungen des Kirchenreformators über Juden seien widerwärtig und unzulässig. Luther hatte unter anderem dazu aufgerufen, Synagogen in Brand zu stecken, Juden zu enteignen und sie zu vertreiben. Die Kirche erklärte, Luthers Schriften hätten zu einem Klima beigetragen, das später den Holocaust ermöglicht habe. – Jüdische Organisationen hatten die Protestanten im vergangenen Jahr zu einer Distanzierung aufgefordert.

Neuro-Bypass gibt Gelähmten Bewegung zurück

Ian Burkhart war vier Jahre lang vom Hals abwärts gelähmt, jetzt kann er danke Neuro-Bypass seine rechte Hand wieder bewegen. © Ohio State University Wexner Medical Center/ Batelle
Rückenmark überbrückt: Nach vier Jahren der vollständigen Lähmung kann Ian Burkhart nun seine rechte Hand wieder bewegen. Ermöglicht wird dies durch einen Neuro-Bypass: In sein Gehirn implantierte Elektroden lesen Bewegungsbefehle aus und senden sie über eine Elektrodenmanschette an seine Armmuskeln. Dies sei das erste Mal, dass ein Gelähmter auf diese Weise Kontrolle über seine eigenen Muskeln zurückbekommt, sagen die Forscher im Fachmagazin „Nature“.

scinexx

Der 24-jährige Ian Burkhart ist ein klassischer Quadriplegiker: Mit 20 Jahren erlebte er einen Autounfall, der sein Rückenmark zwischen dem fünften und sechsten Halswirbel durchtrennte. Als Folge war er seither vom Hals abwärts gelähmt und damit auf ständige Hilfe angewiesen. Zwar gelang es Forschern im letzten Jahr, Gelähmten durch eine Nervenverpflanzung wieder die Kontrolle der Arme zurückzugeben, doch dies funktioniert nur bei weiter unten liegenden Verletzungen des Rückenmarks.

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König Faysal Stiftung und ihre Terrorfinanciers

Im Visier des Nachrichtendienstes: Die Moschee an der Friedensgasse. Bild: Basler Zeitung
Seit Jahrzehnten steht die Basler-Moschee im Dunstkreis von Islamisten und ihren Gewalt-Gruppen wie Al-Qaida. In den von den Saudis kontrollierten Moscheen geht um islamistische Politik.

Von Joël Hoffmann | Basler Zeitung

1987 wurde die ehemalige Molkerei an der Friedensgasse von einer islamischen Stiftung für zwei Millionen Franken erworben. Wegen finanzieller Probleme kauften Saudis 1989 die Stiftung und benannten sie nach König Faysal um. Dieser war von 1964 bis zu seiner Ermordung 1975 König von Saudiarabien. Faysal führte 1925 saudische Truppen bei der Unterwerfung der Arabischen Halbinsel an. Er glaubte an die Echtheit der antisemitischen Protokolle der Weisen von Zion und sorgte mit anderen 1975 im Zusammenhang mit dem Jom-Kippur-Krieg für die Ölkrise.

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„Die Irae“ und das Mimimi-Plakat vor der türkischen Botschaft

Bild: Dies Irae/Facebook
Bild: Dies Irae/Facebook
„Der Akt des Aufhängens ist recht unspektakulär. Das ist super einfach. Die Mimimi-Aktion war letztlich auch eine One-Man-Show. Kurz aufgemacht, reingehangen, Fotos und Tschüss! Dauerte keine fünf Minuten.“

Von Paul Garbulski | VICE.com

Nur die Vorbereitung für die One-Man-Show brauchte dann doch etwas länger als nur fünf Minuten: „Die Plakate sind selbstgemalt. Wir malen alle von Hand. Pro Plakat dauert das schon so eineinhalb Stunden“, erzählte uns ein Aktivist der Gruppe Dies Irae. Regelmäßig nutzen sie Werbeflächen und Plakate, um sie zweckzuentfremden und ihre eigenen Inhalte zu präsentieren:

„Wir verstehen den öffentlichen Raum als politischen Diskursraum. Dass der Akt des Aufhängens nicht legal ist, dessen sind wir uns schon bewusst und trotzdem sind wir entschlossen weiterzumachen, weil der öffentliche Raum eben nicht nur eine Ausstellungsfläche für H&M, McDonald’s und VW sein sollte. Wir nutzen die Werbeflächen, um politischen Diskurs zu stimulieren, um ein Statement zu setzen.“

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Schluss mit der Bunkermentalität der herrschenden Parteien

CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit Angela Merkel. Bild: Tobias Koch/CC BY-SA 3.0 DE
Der „Konvent für Deutschland“ fordert die Revitalisierung der Altparteien: „Ungeschminkte Tatsachen sind dem Bürger zumutbar“
 

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Volksparteien sind am Abrutschen. Das ist unübersehbar. Aber wie erklären es sich die Parteien? Das liegt am „kollektiven Versagen der arrivierten Parteien“, meint nun ein Text, der am heutigen Mittwoch, dem 13. April, in der Printausgabe der FAZ erschienen ist, mit der Überschrift: „Demokratie braucht vitale Parteien“.

Im Auftakt zu einem Vorschlagskatalog für die Vital-Kur wird den Parteien gleich zweimal das Versagen umgehängt, einmal als arrivierte Parteien, dann als Einheitskollektiv: das „Altparteien-Establishment“, dessen Versagen den Aufstieg der AFD erklärt. Da der Vorwurf nicht von außen kommt, sondern von innen, macht er neugierig. Tut sich was in der Selbstkritik des „Establishments“ im Jahr 2016?

Erschienen ist der Aufruf in der Print-FAZ vom Mittwoch. Online nachzulesen ist er im Webauftritt des Konvent für Deutschland, dessen prominentestes Mitglied ganz oben auf der Unterzeichnerliste steht: Bundespräsident a.D. Roman Herzog, bekannt als Verfasser der Ruck-Rede im April 1997 („Durch Deutschland muss ein Ruck gehen“).

Auch die anderen Mitglieder des Konvents haben bekannte Namen – zumindest für das etwas ältere Publikum -, so etwa Klaus von Dohnanyi, Wolfgang Gerhardt, Jutta Limbach oder Rupert Scholz. Sie stammen zwar aus unterschiedlichen Parteien, meist Union, ein bisschen SPD und FDP, gehören aber allesamt dem „Altparteien-Establishment“ an.

Der Untertitel des Konvents ist Programm – „Reform der Reformfähigkeit“ – und zeigt schon die Grenzen an. Radikales ist nicht zu erwarten, im Jargon der späten 1960er Jahre, der mit der Rede vom „Establishment“ anklingt, hätte man dies als „systemimmanent“ bezeichnet.

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Bischöflicher Stuhl Limburg zahlt für Tebartz-Residenz

Bild: @Kiwi_Gold/twitter
Bild: @Kiwi_Gold/twitter

Das katholische Bistum Limburg muss weiter für die Residenz des früheren Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst zahlen.

evangelisch.de

Die Körperschaft Bischöflicher Stuhl habe Finanzanlagen verkauft, um ein Darlehen von 14 Millionen Euro zur Zwischenfinanzierung des Baus zum Jahresbeginn 2015 zu tilgen, teilte das Bistum am Mittwoch mit. Das Bilanzvolumen sei Ende 2014 mit 79,7 Millionen Euro um knapp 13 Millionen Euro niedriger ausgefallen als Ende 2013.

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Furtive Jewish wedding held on Temple Mount

A still photo from a video of a Jewish wedding ceremony held on the Temple Mount in Jerusalem, April 12, 2016. (Facebook)
Couple performs brief ring exchange at holy site; MK Galon, condemning the move, calls on Netanyahu to choose between ‘loonies’ and public safety

By Stuart Winer and Judah Ari Gross | The Times of Israel

A Jewish couple’s furtive wedding on the Temple Mount in Jerusalem led one party leader to call for Prime Minister Benjamin Netanyahu on Wednesday to choose between the “loony organization” that carried out the ceremony and public safety.

The announcement of the wedding came hours before Palestinian leaders, apparently unaware of the wedding, warned that Jews visiting the compound during the upcoming Passover festival will inflame tensions.

In a post — later deleted — on its Facebook page on Tuesday, the Temple Institute said that a couple asked Rabbi Chaim Richman to marry them on the Temple Mount, the Jerusalem holy site that has been a flashpoint for conflict between Israelis and the Palestinians.

The institute, a nonprofit organization that describes itself as “dedicated to every aspect of the Biblical commandment to build the Holy Temple of God on Mount Moriah [the Temple Mount] in Jerusalem,” said that part of the wedding ceremony was conducted earlier at the organization’s headquarters, after which the wedding party, including two official witnesses as required by Jewish law, headed up to the Temple Mount.

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Was LSD mit unserem Gehirn macht

Hirn auf Droge: Unter LSD-Einfluss arbeitet unser Gehirn anders © pixologicstudio/ thinkstock
Blick ins Hirn auf Droge: Erstmals haben Forscher gezeigt, wie das menschliche Gehirn auf den Einfluss von LSD reagiert. Das Halluzinogen aktiviert nicht nur zahlreiche Hirnareale – es lässt auch Regionen zusammenarbeiten, die normalerweise nichts miteinander zu tun haben. Und: Es versetzt das Gehirn in einen kindlichen Zustand, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

scinexx

Unter LSD-Einfluss wirkt die Welt wie ein Traum. Die Halluzinationen auslösende Droge verändert sowohl die optische, als auch die sensorische und akustische Wahrnehmung – und sie wirkt sich auf das Zeitempfinden aus. Ihre komplexen Auswirkungen auf das menschliche Gehirn machen die Substanz auch für Mediziner interessant.

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Erdogan verklagt auch Oppositionschef wegen Beleidigung

erdogan-sultan

Nach seiner Strafanzeige gegen den ZDF-Moderator Jan Böhmermann geht der türkische Staatspräsident Recep Erdogan auch in der Türkei gegen seine Kritiker vor. Nun trifft es den dortigen Oppositionschef. Zudem nimmt die Polizei sechs Verdächtige wegen Präsidentenbeleidigung fest.

RP ONLINE

Wie türkische Medien am Mittwoch meldeten, reichte Erdogan Strafanzeige gegen Oppositionschef Kemal Kilicdaroglu wegen Beleidigung ein. Zugleich verklagte der Präsident den Politiker auf umgerechnet rund 31.000 Euro Schmerzensgeld.

Kilicdaroglu, Chef der säkularistischen Oppositionspartei CHP, hatte Erdogan kürzlich als „sexuellen und politischen Perversen“ beschimpft, nachdem er vom Präsidenten mit ähnlichen Worten belegt worden war. Seit seinem Amtsantritt als Staatschef im Sommer 2014 hat Erdogan fast 2000 Strafverfahren wegen angeblicher Präsidentenbeleidigung einleiten lassen.

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Bullshistic: Papst würdigt Emanzipation der Frau als ‚Werk des Heiligen Geistes‘

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Franziskus in „Amoris laetitia“: „bemerkenswerte Verbesserungen in der Anerkennung der Rechte der Frau“. Er kritisiert weibliche Genitalverstümmelung, Gewalt gegen Frauen, Leihmutterschaft etc. – Bedeutung des Mannes in der Familie

kath.net

Papst Franziskus schreibt in „Amoris laetitia“ wörtlich: In diesem kurzen Blick auf die Wirklichkeit möchte ich hervorheben, dass es zwar bemerkenswerte Verbesserungen in der Anerkennung der Rechte der Frau und ihrer Beteiligung im öffentlichen Bereich gegeben hat, in einigen Ländern aber noch vieles voranzubringen ist. Die Ausrottung unannehmbarer Bräuche ist noch nicht geschafft.
Ich hebe die beschämende Gewalt hervor, die manchmal gegen Frauen verübt wird, die Misshandlung in der Familie und verschiedene Formen der Sklaverei, die nicht etwa ein Beweis der männlichen Kraft sind, sondern ein feiger Verlust an Würde. Die verbale, physische und sexuelle Gewalt, die in einigen Ehen gegen die Frauen verübt wird, widerspricht der Natur der ehelichen Vereinigung selbst. Ich denke an die schlimme Genitalverstümmelung der Frau in manchen Kulturen, aber auch an die Ungleichheit im Zugang zu würdigen Arbeitsplätzen und zu Entscheidungspositionen.

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Why Is Stephen Hawking Suddenly So Cool With Aliens Now?

Stephen Hawking
Stephen Hawking

On Tuesday, physics legend Stephen Hawking and billionaire Yuri Milner announced a radical new space exploration initiative dubbed „Starshot.“ With postage stamp-sized spacecraft accelerated to 20 percent the speed of light via Earth-based lasers, the duo hopes to visit the nearest star system to our own Solar System, Alpha Centauri. The 4.37 light-year trip could be made in a mere 20 years, they say. Not bad.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

After all, at an event last summer, he explained:

We don’t know much about aliens, but we know about humans. If you look at history, contact between humans and less intelligent organisms have often been disastrous from their point of view, and encounters between civilizations with advanced versus primitive technologies have gone badly for the less advanced. A civilization reading one of our messages could be billions of years ahead of us. If so, they will be vastly more powerful, and may not see us as any more valuable than we see bacteria.

That event was actually a grand unveiling of a separate, even more explicitly alien-huntingy alien-hunting initiative called Breakthrough Listen, which, if completed, will hunt for aliens by way of scanning for unnatural radio and laser signals from space. A key feature is that it will be one-way: no messages will be sent into space. Just listening.

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