Islam-Gesetz? Das langt nicht!


Gläubige Muslime beten im Gebetsraum einer deutschen Moschee.Foto: dpa
CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer will mit einem Islam-Gesetz Moscheen vorschreiben, welche Imame sie einzustellen haben. Das ist frommes Wunschdenken. Eine Analyse.

Von Claudia Keller | DER TAGESSPIEGEL

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer will, dass die Moscheen und Imame in Deutschland nicht aus dem Ausland finanziert werden. Dazu brauche es ein Islam-Gesetz. „Die Finanzierung von Moscheen oder islamischen Kindergärten aus dem Ausland, etwa aus der Türkei oder aus Saudi-Arabien, muss beendet werden“, sagte er der Zeitung „Die Welt“. Alle Imame müssten in Deutschland ausgebildet sein und die hiesigen Grundwerte teilen. „Es kann nicht sein, das andere zum Teil extreme Wertvorstellungen aus dem Ausland importiert werden. Deutsch muss die Sprache der Moscheen werden. Das aufgeklärte Europa muss seinen eigenen Islam kultivieren.“

Mit der Forderung nach einem Euro-Islam und nach hier ausgebildeten Imamen rennt Scheuer offene Türen ein. Es ist der Grund dafür, weshalb die deutschen Universitäten vor vier Jahren begonnen haben, erste Zentren für Islamische Theologie einzurichten. Den Anfang machten zum Wintersemester 2011/2012 die Universitäten Tübingen, Münster/Osnabrück, Frankfurt am Main und Erlangen-Nürnberg. Mittlerweile sind dort 1800 Studierende eingeschrieben. Weitere Institute sind geplant, unter anderem in Berlin.

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