Berliner Kopftuch-Entscheidung: Wie wollen wir in diesem Land miteinander leben?


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Der Kampf um das Kopftuch für fromme muslimische Lehrerinnen ist mit dem Urteil des Berliner Arbeitsgerichts nicht zu Ende. Der Protest der Klägerin zielt ohnehin auf eine grundsätzliche Frage.

Von Regina Mönch | Frankfurter Allgemeine

Es gilt als ausgemacht, dass der Kampf um das Kopftuch für fromme muslimische Lehrerinnen an staatlichen Schulen mit dem Richterspruch vom Donnerstag im Berliner Arbeitsgericht nicht zu Ende ist. Im Vorraum des Gerichtssaales wurde das bereits diskutiert, nachdem die Klage abgewiesen worden war. Im nächsten Schritt geht es nicht nur um eine (wahrscheinliche) Berufung, sondern um das Neutralitätsgesetz an sich. Das hat Berlin gerade erst wieder im Parlament bestätigt, was nicht nur Moscheegemeinden missfällt.

Im vergangenen Sommer ließ sich eine muslimische Bloggerin als Heldin feiern, weil sie einen kurzen medialen Aufreger provozierte, als sie dem Bezirksamt Neukölln unterstellte, man habe sie wegen ihres Kopftuches für ein Referendariat abgelehnt. Nur stimmte das nicht, und es hat einige Tage gedauert, bis das Empörungskarussell gestoppt wurde, weil endlich einmal jemand nachfragte. Man hatte der angehenden Juristin nur bedeutet, sie würde „keine hoheitlichen Aufgaben“ wahrnehmen, der Bürger dürfe sich auch in Neukölln auf staatliche Neutralität verlassen.

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