Das heikle Thema Judenmission


Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb
Synagoge in Berlin. Themenbild Bild: bb

Auf die Frage, ob Christen Juden missionieren sollen, will die evangelische Kirche bis zum Reformationsjubiläum 2017 eine eindeutige Antwort finden. Am 16. April gibt es eine erste Diskussion, dabei wird es auch um einzelne Wörter gehen.

Von Wiebke Rannenberg | evangelisch.de

Die Forderung des Präsidenten des Zentralrats der Juden war deutlich: Die Frage, ob Christen Juden zu ihrem Glauben bekehren sollen, werde in der Erklärung „Martin Luther und die Juden“ von der Synode „leider sehr vage“ behandelt, sagte Josef Schuster im November 2015 vor dem höchsten evangelischen Kirchenparlament und verlangte eine „klare Absage“ an die Judenmission. Er sei zuversichtlich, „dass Sie bis 2017 noch nachbessern werden“.

Die Präses der Synode, Irmgard Schwaetzer, kündigte daraufhin an, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wolle bis zum 500. Reformationsjubiläum 2017 ihre Haltung zur umstrittenen Judenmission klären. Nun sind alle Synodalen für den 16. April zu einem Studientag nach Hannover eingeladen, diskutiert wird hinter verschlossenen Türen. Ob daraus bis zur Synode im November ein konsensfähiger Antrag wird, ist nicht sicher. Denn über die Judenmission wird in der evangelischen und auch der katholischen Kirche schon seit Jahrhunderten diskutiert, nach dem Holocaust wieder aufgenommen auf Kirchentagen der 60er Jahre.

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