Müllhalde Ozean


Plastikmüll am Roten Meer bei Port Safaga. Bild: Vberger. Public Domain
Auch wenn er fortgespült wird, ist er nicht weg: Kunststoffabfall, der sich massenhaft auf dem Erdball verteilt, wird zur ernsten Gefahr für Mensch und Tier

Von Susanne Aigner | TELEPOLIS

Plastik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es findet sich in Kleidung, Kosmetika, in Lebensmitteln, Mineralwasser und im Bier. Nach Schätzungen des Bundesumweltamtes (UBA) landen bis zu 30 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle jährlich in den Ozeanen, allein in Europa sind es bis 5,7 Millionen Tonnen. Der wachsende Müll schädigt zunehmend die Gesundheit der Ökosysteme.

Ob leere Plastikflaschen, alte Fischernetze oder Tüten – zu den tausenden Tonnen Plastik, die täglich vom Festland ins Meer gespült werden, kommen Verpackungen, Besteck und ähnliches, das die Touristen an den Stränden zurücklassen. Auch von Schiffen wird Plastikmüll über Bord geworfen. Glaubt man einer Studie des UBA von 2014, werden jährlich rund 300 Millionen Tonnen Kunststoffe hergestellt. Sechs bis zehn Prozent davon landen nach Gebrauch in den Weltmeeren.

Der Einsatz von Kosmetika spielt bei der Verschmutzung eine bedeutende Rolle. So schätzt das UBA allein in Deutschland die Verwendung von Polyethylen in Kosmetik auf etwa 500 Tonnen Mikroplastik jährlich. Als Pulver oder als Granulat reinigt und glättet es die Hautschicht. Zudem kommt es als Schleif-, Binde- und Füllmittel sowie als Filmbildner vor. Mit dem bloßen Auge kaum erkennbar, finden sich die Partikel in Reinigungscremes und Zahnpasta – vor allem in Form von Polyethylen. Auch in Shampoo- und Badeprodukten verteilen sich die Plastikkügelchen in der Flüssigkeit. Mit dem Abwasser gelangen sie in lokale Kläranlagen und von da aus weitgehend ungefiltert ins Meer.

weiterlesen