Der Papst ist kein Punk. Leider doch nicht


Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Das Oberhaupt der katholischen Kirche besucht Flüchtlingslager auf Lesbos. Es soll eine humanitäre Geste, aber kein politisches Statement sein. Naja, das können wir doch auch.

Von Daniel-Dylan Böhmer | DIE WELT

Der Papst ist kein Punk. Leider doch nicht. Man müsste ihm das nicht zum Vorwurf machen, wenn er nicht immer wieder so täte, als wäre er ein Punk.

Ganz Europa versucht, den Strom der Flüchtlinge zu stoppen, sie draußen zu halten. Stacheldraht, Tränengas, Achtlosigkeit, Matsch. Das soll der Kontinent der Nächstenliebe sein. Doch – zisch, wämm – da kommt der Mann, der es wissen muss. Der unfehlbare Rechteinhaber der Marke christliches Abendland. Ganz in Weiß. Wird er die Schleusen der Güte weit aufreißen? Oder wird er gar die Christenheit wider den Ansturm feien?

Franziskus schreitet durch die Zeltreihen im Flüchtlingslager auf Lesbos.

Er sagt: „Wir sehen Menschen, die leiden, die fliehen und nicht wissen, wohin sie gehen sollen.“ Stimmt.

Er sagt: „Wir erleben die schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg.“ Krass.

Er sagt: „Dies ist eine Reise, die von Traurigkeit geprägt ist.“ Traurig.

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