Der Islamismus als Empörungsparadigma


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Der Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad, der, nebenbei angemerkt, in Deutschland nur unter Polizeischutz leben kann – hat sich die politische Linke eigentlich dazu geäußert? – vergleicht in seinem Buch Der islamische Faschismus strukturähnliche Prinzipien zwischen dem politischen Islam und den rechtsnationalen Ausprägungen des europäischen Totalitarismus.
 

Von Alexander Meschnig | Achgut.com

Charismatische Führer, die unbedingten Gehorsam fordern, die Idee der Auserwähltheit, die Dichotomie von Gut und Böse, der Kult der Militanz als Lebensform, die Verachtung von Individualismus, der exterministische Umgang mit den ideologischen Todfeinden. Die von Abdel-Samad angeführten Fakten und Übereinstimmungen sind von zwingender Stringenz und machen sein 2014 erschienenes Buch zu einer Pflichtlektüre für kritische Leser.

Interessanterweise hat der, inzwischen als „rechter Denker“ denunzierte Sozialphilosoph Peter Sloterdijk, in Zorn und Zeit einen ähnlichen, mehr geschichtsphilosophischen Versuch unternommen, dafür aber den linksfaschistischen Teil der totalitären Bewegungen, den Kommunismus, als Vergleich mit dem politischen Islam herangezogen. Für Sloterdijk gibt es in der abendländischen Geschichte nur zwei mächtige „Zornkollektive“ die thymotische Energien freisetzen konnten: die katholische Zorn-Gottes-Lehre und die kommunistische Organisation, als Sammlung der Zornmasse der Unterdrückten definiert. Die faschistischen Bewegungen sind für Sloterdijk, politisch nicht ganz korrekt, nur Klone der leninistischen Direktiven vom Spätherbst 1917, eine These, die etwa auch der sowjetische Nobelpreisträger der Physik, Lew Davidowitsch Landau, in den 50er Jahren vertrat.

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