Milli Görüş klagt gegen deutsches Islam-Buch


Autorin Sineb El Masrar. / Bild: (c) Michaela Bruckberger
„Emanzipation im Islam“ von Sineb El Masrar wurde zurückgezogen. „Die Presse“ recherchierte, warum.
 

Von Anne-Catherine Simon | Die Presse

„Leider derzeit nicht erhältlich“, hieß es am Mittwoch in Wiener Buchhandlungen wie Morawa oder Herder. Dabei hatte das Buch „Emanzipation im Islam – Eine Abrechnung mit ihren Feinden“ schon einige Wochen lang auf den Büchertischen gelegen. Nun aber musste es der deutsche Verlag wieder zurückrufen. Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG) in Deutschland hat eine einstweilige Verfügung beantragt – und das Landgericht München dem Antrag stattgegeben.

Skandal, Zensur? Am 28. April wird eine neue Version ausgeliefert, in der die beeinspruchte Passage geschwärzt ist. Was darin steht, wollten zwar mit Verweis auf das Verfahren weder Verlag noch Autorin verraten (Sineb El Masrar sagte am Mittwoch zur „Presse“ nur: „Die von mir darin angegebenen Vorfälle sind wirklich passiert und wurden monatelang in den Medien besprochen“); ein Vergleich der neuen, geschwärzten Ausgabe, die der „Presse“ vorliegt, mit der ursprünglichen Ausgabe gibt aber Aufschluss, um welchen Vorwurf es sich handelt: jener, dass Milli Görüş „2010 [. . .] über drei Millionen Euro“ an Spendengeldern für die Terrorbewegung Hamas gesammelt habe.

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