Katholische Kirche: Milliarden-Deckungslücke wächst weiter

Bild: tilly
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Die katholischen Bischöfe beraten an diesem Montag über die Sanierung der kirchlichen Rentenkasse. Der Druck ist groß, denn der Fehlbetrag in der Bilanz der „Kirchlichen Zusatzversorgungskasse“ wird immer größer.

Von Daniel Deckers | Frankfurter Allgemeine

Die Deckungslücke in der Bilanz der „Kirchlichen Zusatzversorgungskasse“ des Verbands der Diözesen Deutschlands (VDD) wächst weiter. Das Jahr 2014 war, wie diese Zeitung in der vergangenen Woche berichtet hatte, mit einer Bilanzsumme von 22,58 Milliarden Euro abgeschlossen worden, die einen versicherungsmathematisch errechneten Fehlbetrag von 5,5 Milliarden Euro enthielt. Am kommenden Montag beraten die 27 Diözesanbischöfe in Würzburg über einen Sanierungsplan, aus dem hervorgeht, dass sich überdies das Anlagevermögen der Kasse in Höhe von annähernd 17 Milliarden Euro um fast 1,4 Milliarden Euro verringert.

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Schriftsteller fordern Abschaffung des Blasphemie-Paragrafen

PEN-Präsident. Der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger, 2013 fotografiert.Foto: Arne Dedert/dpa
Gotteslästerung steht in Deutschland unter Strafe, wie der Paragraf 166 regelt. Das muss ein Ende haben, fordert nun das PEN-Zentrum.
 

DER TAGESSPIEGEL

Die Schriftstellervereinigung PEN fordert die Abschaffung des Blasphemie-Paragrafen in Deutschland. „Wir verlangen die ersatzlose Streichung des Paragrafen 166“, sagte der Präsident des deutschen PEN-Zentrums, Josef Haslinger, am Sonntag. Es könne nicht sein, dass die Haltung einiger Länder zur Kritik am Islam Aufsehen errege, während Deutschland selbst einen Gotteslästerungs-Paragrafen im Strafgesetzbuch verankert habe. Das PEN-Zentrum verabschiedete zum Abschluss seiner Jahrestagung in Bamberg eine entsprechende Resolution.
In dem Paragrafen 166 heißt es: „Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“
„Paragrafen, in denen die Würde von bestimmten Menschen größer ist als von anderen, sind veraltet und müssen ersatzlos gestrichen werden“, sagte Haslinger. Das PEN-Zentrum hatte bereits zuvor die Abschaffung des Paragrafen 103 gefordert. Dieser war in der Debatte um Jan Böhmermann und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „Majestätsbeleidungs-Paragraf“ in den Fokus geraten und soll laut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) abgeschafft werden.

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“Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are?”

Image: Frans de Waal/FB
Image: Frans de Waal/FB
Tomorrow (Monday: 25 April, 2016) will be the official pub date of my book “Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are?” This means that the English version is, or should be, in the stores and that if you order the book from an internet provider, it will be shipped to you right away. Many translations are either coming out or in the works, while the UK edition will appear early September, 2016, in London.

By Frans de Waal | Facebook

It has been a long journey from writing to production to having the book available, and I appreciate all of the patience of those who wanted to read it right away. If you have read the book and liked it and wish to promote it, one great way is to put a glowing review on the Amazon.com website. Amazon ratings and reviews do matter. Another way, of course, is the good-old word-of-mouth method of recommending the book to others.
Several reviews of the book have already appeared in print or on the internet, and I am sure many more will follow in the coming days and weeks. There is even a placement on the “best new books” list of, yes, People magazine. It is also on Publisher’s Weekly tip sheet. The New York Times published an extract as well as a book review, as did Slate.com. Science Friday did a radio interview on the book on April 22nd – you can listen to it here. In the meantime in the Netherlands, the book entered within days the top ten of non-fiction books.
The key message that animals are a lot smarter than science has given them credit for is likely to resonate. The book pays ample attention to the history of my field, including the question why it has taken so long to reach this conclusion. We stand at the beginning of a new way of looking at animal intelligence. The present generation of scientists focuses on the animals themselves rather than on the tired old question of what makes humans special. The book’s goal is to make new knowledge accessible. The first reviews indicate that everyone thinks it is fun to read.

Ethiker: AfD auf Weg in den Rechtsextremismus

Der protestantische Ethiker Peter Dabrock sieht die AfD auf einem demokratiefeindlichen Kurs.

Von Corinna Buschow | evangelisch.de

Mit ihren scharfen Tönen gegen den Islam sieht der evangelische Ethiker Peter Dabrock die AfD auf einem demokratiefeindlichen Kurs. „Wenn es auf dem Parteitag der AfD zu einer pauschalen Verurteilung des Islam käme, wäre die Partei nicht mehr nur als rechtskonservativ oder rechtspopulistisch zu bezeichnen – das wäre in meinen Augen rechtsextremistisch“, sagte er im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Eine pauschale Verurteilung einer in sich pluralen Religion inklusive all ihrer Anhänger habe „geradezu volksverhetzenden Charakter“.

Die führenden AfD-Vertreter Beatrix von Storch und Alexander Gauland wollen laut einem Zeitungsbericht den Islam im Parteiprogramm als unvereinbar mit dem Grundgesetz erklären. Das Programm soll am nächsten Wochenende vom Parteitag beraten und beschlossen werden.

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Jesuit will unter Muslimen für Christentum werben – auch in Raqqa?

islam_christentum

Der Islamwissenschaftler und Jesuit Christian Troll hat dazu aufgerufen, muslimische Flüchtlinge stärker für den christlichen Glauben zu interessieren. Es gehe dabei nicht um aggressive und aufdringliche Missionierung in Flüchtlingsunterkünften, sagte er im Interview von Radio Vatikan (Samstag). Vielmehr sollten Christen mit offenen Gesprächsangeboten die Menschen erreichen, die auf der Suche nach neuen spirituellen Antworten auf ihr Leben seien.

katholisch.de

Denn in einem Land wie Deutschland mit Religionsfreiheit „bestehe für Muslime erstmals die Möglichkeit, sich frei über Jesus und seine Lehre zu informieren, und damit haben sie nun erstmals die Chance, ungehindert in Weltanschauungsfragen eine eigene Entscheidung zu treffen“, so Troll. Allerdings sehe er da auf katholischer Seite noch viele Defizite. Katholiken müssten ihren Glauben stärker als Geschenk begreifen und den Wunsch haben, ihn weiterzugeben. Wenn es darum gehe, Menschen anzusprechen, die auf Bahnhöfen stünden und kaum Ansprechpartner fänden, „ja, wozu sind wir Katholiken da?“ Nach Trolls Beobachtung gibt es „erstaunlich viele junge nichtchristliche Flüchtlinge“, die sich für das Christentum interessieren und von sich aus an Christen herantreten. „Das ist bei einigen eindeutig die Suche nach der wahren Religion, die Suche, das Evangelium kennenzulernen.“

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„Muslime und Christen begründen Homophobie mit ihrer Religion“

Jouanna Houssoun leitet das Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule in Berlin (LSVD)
„Homophobie wird von Muslimen oft mit ihrer Religion begründet“, sagt Jouanna Hassoun. Das sei ähnlich wie bei fundamentalen Christen. Die Leiterin des Zentrums für Migranten, Lesben und Schwule in Berlin hilft Geflüchteten, die wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert und geschlagen werden.
 

Jouanna Hassoun im Gespräch mit Andre Zantow | Deutschlandradio Kultur

Deutschlandradio Kultur: Zu Gast ist in dieser Woche eine Frau, die neben Schauspielerin Iris Berben und Regisseur Wim Wenders im vergangenen Jahr eine besondere Auszeichnung erhalten hat, den Verdienstorden des Landes Berlin – für ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement in der Integrations- und Flüchtlingsarbeit: Jouanna Hassoun.

Jouanna Hassoun: Vielen Dank für die Einladung.

Deutschlandradio Kultur: Frau Hassoun, Sie sind erst Anfang 30 und haben doch schon so viel erlebt und geleistet. Aktuell leiten Sie die Berliner Einrichtung „MILES“, die sich speziell um Flüchtlinge kümmert, die schwul, lesbisch, bi- oder transsexuell sind. Warum braucht es so ein spezielles Zentrum?

Jouanna Hassoun: Weil wir kulturspezifisch arbeiten und uns mit den Sorgen der Menschen direkt befassen. Ich habe den Vorteil, dass ich arabischsprachig bin und auch zwei meiner Mitarbeiter Arabisch sprechen können. Deshalb kommen sie auch zu uns, weil wir sie verstehen. Es gibt zwar viele, die auch englisch sprechen, aber die Muttersprache ist nochmal, wenn man gerade in ein neues Land ankommt, entscheidend.

In den letzten Monaten war eine große Herausforderung für uns, sie in sichere Unterkünfte unterzubringen, wenn sie zum Beispiel Gewalt ausgesetzt worden sind oder Gewalt ausgesetzt waren.

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Niederländische Journalistin in Türkei festgenommen

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Ebru Umar twitterte Auszüge aus kritischer Kolumne über Erdogan in niederländischer Zeitung

derStandard.at

Wegen kritischer Äußerungen über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ist in der Türkei eine niederländische Journalistin festgenommen worden. Ebru Umar, die türkischer Abstammung ist, wurde nach eigenen Angaben in der Nacht auf Sonntag aus ihrer Wohnung in der westlichen Küstenstadt Kusadasi von der Polizei mitgenommen.

Die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete, dass die niederländische Botschaft mit Umar nach ihrer Festnahme Kontakt aufgenommen habe und den Fall aufmerksam verfolge. Die türkischen Behörden waren zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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Gemeinwohl und Seelenheil sind zweierlei

Kuba ist zwar kein demokratischer Rechtsstaat, die Gefahr einer Verschmelzung von Politik und Religion besteht aber gewiss nicht – auch wenn die im Bild festgehaltene Begegnung des kubanischen Präsidenten Raúl Castro mit Papst Franziskus in Holguín im September 2015 es einen Augenblick lang suggerieren mag. (Bild: Tony Gentile / Reuters)
Für die Trennung von Religion und Politik in liberalen Demokratien gibt es verschiedene Modelle. Der Politikwissenschafter Ahmet Cavuldak zeichnet sie in einer Studie historisch und systematisch nach

Von Hans Maier | Neue Zürcher Zeitung

Staat und Kirche bilden keine Einheit, Religion wird nicht politisiert und Politik nicht «vergeistlicht» – das unterscheidet den Westen von den Gottesstaaten und Sakralreichen, die sich in der heutigen Welt ausbreiten. Seit Zaccaria Giacomettis Klassiker, den «Quellen zur Geschichte der Trennung von Staat und Kirche» (1926), hat sich kaum mehr ein Autor die systematische Darstellung der Trennungssysteme der modernen westlichen Staaten zugetraut. Der Politikwissenschafter Ahmet Cavuldak, Schüler von Peter Graf Kielmansegg und Herfried Münkler in Berlin, wagt es nun in einer neuen Studie. Er kommt mit seiner opulenten Dissertation schon im Umfang nahe an die siebenhundertdreissig Seiten des verdienten Zürcher Rechtsgelehrten heran.

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Die Armen in Deutschland – dem Tod so nah

Bild: heise.de
Politik und Gesellschaft begegnen den Gestrauchelten oft voller Abscheu. Jeden Tag frisst sich die Armut ein Stück weiter und tiefer in die Armen und Ärmsten, bis von ihrem Menschsein nur noch ein Stück Elend übrig ist (Selber schuld: Arm, kränker und früher Tod). Und an diesem Stück Elend ergötzen sich dann Teile der Gesellschaft. Sie schütteln und rütteln die Armen und setzen sie einer symbolischen Gewalt aus, die in ihrer Brutalität der Gewalt des Straßenschlägers, der seinem wehrlosen Opfer noch an den Kopf tritt, kaum nachsteht. Seit vielen Jahren findet eine geradezu schizophrene Politik Anwendung, die, bei Lichte betrachtet, Armut zu bekämpfen versucht, indem sie Armut noch weiter verstärkt.

Von Marcus Klöckner | TELEPOLIS

An einem regnerischen Januarabend 2016: Ein Auto fährt auf einer der langen Hauptstraßen stadteinwärts. Im Scheinwerferlicht ist ein Mensch zu erkennen, der rechts auf dem Fahrradweg liegt. Drei Meter hinter ihm ein Fahrrad, ein Meter seitlich davon ein Rucksack. Der Autofahrer fährt langsamer, schaut sich die Szene genauer an und kommt zu dem Schluss: Der Mann mit dem Fahrrad ist gestürzt. Der Autofahrer hält auf Höhe des Mannes an, lässt die Seitenscheibe seines Fahrzeugs runter und fragt: „Alles in Ordnung, brauchen Sie Hilfe?“

Innerhalb von wenigen Sekunden wird klar, was schon auf den ersten Blick aus etwas Entfernung vermutet werden konnte: Der Mann Ende 40, Anfang 50, der mittlerweile auf dem Boden sitzt, dürfte kaum zur Bourgeoisie des Landes gehören. Ein dicker, verwaschener Kapuzenpullover, eine Jeans, die schon lange nicht mehr parketttauglich ist, ein altes Mountainbike, das für die Körpergröße des Mannes eine Nummer zu klein ist und ein Rucksack, der bei genauerer Betrachtung wohl seine eigene Geschichte erzählen würde. „Nein“, sagt der Mann. „Alles in Ordnung. Geht schon.“

„Was ist los?“, fragt der Autofahrer. Gestürzt sei er, antwortet der Mann. Die Kette seines Fahrrads sei beim Schalten übersprungen, dann habe es ihn vom Fahrrad gehauen. Beim Versuch aufzustehen, sei ihm der Kreislauf weggesackt, aber nun gehe es.

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Und dann sagt Davutoglu den einen entscheidenden Satz

Bild: FB
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Merkel und Davutoglu nutzen den Besuch im türkischen Flüchtlingslager, um Zwischenbilanz zum Türkei-EU-Abkommen zu ziehen. Alles ist positiv, nur in einem Punkt deutet sich neues Konfliktpotenzial an.

Von Deniz Yücel | DIE WELT

Kurz nachdem der Tross von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu und EU-Ratspräsident Donald Tusk das Flüchtlingscamp Nizip 2 verlassen hat, wird es laut. Dutzende Kinder stürmen in Richtung des drei Meter hohen, mit Stacheldraht abgeschlossenen Maschendrahtzauns.

Sie johlen und kreischen, bis der Schwimmbad-Sound in eine politische Parole übergeht. „Die Türkei und Syrien sind eins“, skandieren sie auf Arabisch. Kein Zweifel: Vor den rund 6000 Bewohnern des Containerdorfs hat Davutoglu nichts zu befürchten. Und die Bundeskanzlerin auch nicht.

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Rechtsexperte: Glaube muss nicht mit Grundgesetz vereinbar sein

Keine der Weltreligionen könnte existieren, wenn sie ihre Inhalte an den jeweiligen Staatsverfassungen ausrichten müsste.

kath.net

In der Debatte um einen Anti-Islam-Kurs der AfD weist der frühere Verfassungsrichter Dieter Grimm darauf hin, dass Religionen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sein müssen. Diese Frage sei müßig, schreibt er in einem Gastbeitrag in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Freitag). Mehrere AfD-Politiker hatten in den vergangenen Tagen betont, bestimmte muslimische beziehungsweise islamistische Positionen seien nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.
Dies verlange das Grundgesetz gar nicht, betont Grimm. Die Religionsfreiheit gewährleiste vielmehr, «dass die Glaubensgemeinschaft den Inhalt ihres Bekenntnisses und die daraus folgenden Verhaltensanforderungen an die Gläubigen selbst bestimmt.» Keine der Weltreligionen könnte existieren, wenn sie ihre Inhalte an den jeweiligen Staatsverfassungen ausrichten müsste: So wäre auch der Katholizismus nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, etwa durch das Heiratsverbot für Priester.

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Türkei hat 970 Prediger nach Deutschland geschickt

Bild: Reuters
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Sie predigen in deutschen Moscheen, finanziert von der türkischen Regierung: Fast 1000 Imame wurden vom Verein Ditib entsandt – als verlängerter Arm von Präsident Erdogan, sagen Kritiker.

Frankfurter Allgemeine

In deutschen Moscheen predigen laut einem Zeitungsbericht derzeit rund 970 Imame, die von der türkischen Religionsbehörde entsandt worden sind. Ihre Aufenthaltsdauer in Deutschland liege in der Regel bei fünf Jahren, schreibt die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib). Aus der CSU war zuletzt die Forderung gekommen, die Finanzierung von Moscheen aus dem Ausland zu stoppen.

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Was Petry von den Schweizer Rechten lernen will

Screenshot BB
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Die Schweizer SVP gilt für Frauke Petry als Vorbild. Trotz harter politischer Linie gewann die Partei 30 Prozent der Wähler für sich. Ein Instrument der Schweiz möchte die AfD-Chefin importieren.

DIE WELT

Das Wohlfühlland der Alternative für Deutschland (AfD) liegt quasi gleich um die Ecke. Einmal durchs grün-schwarze Baden-Württemberg hindurch und schon ist man in der Schweiz. Die Eidgenossenschaft bietet Zuversicht, denn sie beweist: Eine Partei, die den Islam dämonisiert, ein Verbot von Minaretten durchsetzt, die EU verteufelt und die Reduzierung der Einwanderung erzwingt, kann zur wählerstärksten politischen Kraft werden und die Regierungspolitik am Kabinettstisch beeinflussen.

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry war am Samstag als Hauptrednerin der diesjährigen Mitgliederversammlung der „Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz“ (AUNS) geladen. Die einflussreiche Vereinigung wird maßgeblich von der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) getragen. Gründungspräsident der AUNS war 1986 der Milliardär Christoph Blocher, der bis heute als „Übervater“ maßgeblichen Einfluss auf die SVP ausübt.

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Wenn Hochwürden bald schon im Schlafzimmer steht…

Nach der Veröffentlichung des Lehrschreibens von Papst Franziskus gab es viel Aufschrei: Manche Kircheninitiative war begeistert von den „Reformen“, die der Pontifex angestoßen haben soll.

Von Dennis Riehle | Richard Dawkins-Foundation

hailmaryViele Kritiker sahen dagegen eher eine riesige Enttäuschung über die minimalen Zugeständnisse an die Ortskirchen, die nun im Einzelfall darüber entscheiden sollen, wie mit Christen in angeblicher Sünde umgegangen werden darf. Dazu gehören die Homosexuellen, die die katholische Kirche im Jahr 2016 nun tatsächlich bereits als Menschen ansieht, denen man Respekt und Würde zuzugestehen habe. Es sind aber gleichermaßen auch die Wiederverheirateten, die durch ihre Scheidung eigentlich jedes Recht verwirkt haben, am Sakrament der Kommunion teilzunehmen, die im Mittelpunkt von „Amoris Laetitia“ stehen.

Während sich gerade bei Schwulen und Lesben abzeichnete, dass Franziskus keine revolutionären Änderungen in der katholischen Lehre einleiten würde, wird von den deutschen Bischöfen aber die Ermächtigung, wonach der Priester der Gemeinde künftig selbst abwägen kann, ob er wiederverheiratete Geschiedene zur Eucharistie zulässt, als großer Fortschritt bewertet. Man gehe nun auf die Menschen zu, beschäftige sich mit ihren Lebensgeschichten, wird argumentiert. Dass die Entscheidung dagegen einen weiteren, massiven Einschnitt in die Privatsphäre der Gläubigen bedeutet, blieb in allem Freudentaumel der Theologen völlig unbeachtet. Bischöfe und Kardinäle legten die Wegweisung des Papstes ganz im Sinne des Machtbestrebens der Kirche aus, die schon bald ganz besonderes Interesse an den alltäglichen Gewohnheiten ihrer Schäfchen entwickeln dürfte.

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Schöpfung: Wieviel Evolution darfs denn sein?

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Dieser Vortrag war eine intellektuelle Herausforderung: Den Tag mit einigen erbaulichen Gedanken über Religion und die Entstehung der Welt langsam ausklingen zu lassen, war nicht möglich. Dafür gab es umso mehr zu erfahren.

SBÜ |Onetz

Mit Professor Dr. Wolfgang Schoberth hatte der Freundeskreis Evangelische Akademie Tutzing einen bekannten Geisteswissenschaftler geladen, der religiöse und philosophische Gedanken auf einem sehr hohen Niveau vortrug. Wer die gedanklichen Reise zu Evolution und Schöpfung dennoch mitmachte, wurde belohnt.

Schoberth ist Theologe, Philosoph und Soziologe an der Universität in Erlangen. So beleuchtet er die biblische Schöpfungsgeschichte und die naturwissenschaftlichen Evolutionstheorien aus verschiedensten Blickwinkeln. Mit Verweis auf die naturwissenschaftlichen Erklärungen der Entstehung von Erde und Weltraum stellte er die Frage: „Hat sich die biblische Vorstellung, dass Gott die Quelle allen Ursprungs ist, erledigt?“ Ähnlich auch die Frage: „Wo ist noch Raum für einen aktiv handelnden Gott?“

Glaube an Gott obsiegt

Dass beim Theologen Schoberth am Ende der Glaube an Gott als Schöpfer der Welt obsiegt, überrascht zwar nicht. In seinen Überlegungen, auf dem Weg dahin, liegt jedoch der eigentliche Erkenntniswert. Erster zentraler Gedanke zur Frage, ob Schöpfungsglaube oder Evolutionstheorie die Entstehung unseres Universums erklärt, lautet: „Solange die beiden Sichtweisen innerhalb eigener Logik- und Systemgrenze bleiben, gibt es keinen Konflikt.“

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Welthungerhilfe: Dürre in Äthiopien ist Dauerkrise

Bild:connistefanski/FB
Themenbild. Bild:connistefanski/FB
Die Dürre in Äthiopien steht nach Ansicht des Welthungerhilfe-Vorstandsvorsitzenden Till Wahnbaeck für eine neue Dramatik: „Das Problem ist, dass seit Jahren eine Mangelernte der anderen folgt, eine Dürreperiode der anderen: Es gibt keine Erholung mehr zwischen einzelnen Krisen“, schilderte er seine Eindrücke von einem Besuch der äthiopischen Region Afar.

Von Silvia Vogt | evangelisch.de

Auch ohne ein Massensterben steht die Dürre in Äthiopien nach Ansicht des Welthungerhilfe-Vorstandsvorsitzenden Till Wahnbaeck für eine neue Dramatik. Das Problem sei nicht nur die Dürre im vergangenen und im laufenden Jahr, die zu massiven Ernteausfällen führte, sagte Wahnbaeck dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Das Problem ist, dass seit Jahren eine Mangelernte der anderen folgt, eine Dürreperiode der anderen: Es gibt keine Erholung mehr zwischen einzelnen Krisen“, schilderte er seine Eindrücke von einem Besuch der äthiopischen Region Afar.

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Puerto Rico Will Begin Cracking Down on Churches That Violate Non-Profit Rules

Bild: tilly
Bild: tilly
In the U.S., we have a problem where the IRS never seems to investigate churches even when their pastors endorse political candidates from the pulpit, blatantly violation the rules by which all non-profits must abide. More broadly, churches are getting away with breaking the rules.

By Hemant Mehta | Friendly Atheist

They may be cracking down on those very problems starting this May in Puerto Rico.

According to the group Ateístas de Puerto Rico, Secretary of the Treasury Juan Zaragoza says his department will soon begin auditing churches that, like other non-profits, receive broad tax exemptions. They’re specifically looking for places that operate as non-profit churches, but really do plenty of for-profit work without paying taxes on that income:

The problem is that there are churches that are family businesses and where people are making a profit. You can have a church for profit, like any other, just like a shoe store. You can operate a church as a for-profit entity, and every year you should file returns with your profits and pay”, he said.

“The message we’re sending here is that we have a responsibility and will oversee all groups. This is not an attempt to demonize anyone. On the contrary, we are not giving privilege to anyone, which is entirely something else.

What happens is that there are sectors who have enjoyed privileges for inaction and (when) the Department of the Treasury gets up and takes action against them, they have a normal defense reaction, saying ‘why are they pointing at me?’ The thing is I cannot favor anyone.

I oversee everyone”, said the official.

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Rathaus entfernt Bilder, um „keine Gefühle zu verletzen“

Foto: Jan Gießmann Abgehängt, weil sich Köpenicker Bürger darüber im Rathaus beschwerten. Das Bild stammt von Fotograf Jan Gießmann. BZ-Berlin
Das Rathaus von Berlin-Köpenick hat Nacktfotos aus einer Ausstellung entfernt. Religiöse Gefühle von Menschen mit Migrationshintergrund könnten verletzt werden. Künstler und Bürger wittern Zensur.

Von Ricarda Breyton | DIE WELT

Offiziell ist im Rathaus des Berliner Ortsteils Köpenick noch alles in Ordnung. Wie jedes Jahr im Frühjahr findet auf den Etagen eins und zwei das Fotoclub Forum Berlin statt – eine Ausstellung von Berliner Fotografen-Klubs. Gezeigt werden Landschaftsbilder, Architekturaufnahmen und Porträts – insgesamt rund 330 Werke von knapp 200 Berliner Amateurfotografen.

Das Besondere an der Ausstellung, so liest man auf der Erklärtafel, sei, „dass jeder Klub selbst entscheidet, welche Fotos seiner Mitglieder in der Ausstellung gezeigt werden“.

Das Rathaus biete lediglich den technisch-organisatorischen Rahmen für die Veranstaltung: „ohne Einflussnahme auf den Inhalt“. Über den letzten Satz stolpern die Ausstellungsbesucher Werner Botke und Reinhard Haufe. Denn seit einigen Tagen ist klar: Er ist mitnichten so.

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Physicists Squeeze Water Molecules Into an Entirely New State

Image: A. I. Kolesnikov et al.
Image: A. I. Kolesnikov et al.
Physicists from the Department of Energy’s Oak Ridge National Laboratory have discovered a new state of water that cannot be explained as a solid, liquid, or gas. It is a peculiar, and like exceedingly common, „other“ state that water molecules are forced to exist in in conditions of extreme confinement. Here, quantum effects begin to take over, leaving behind the rules of classical physics that we’re used to: solids, liquids, and gases just stop making sense.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

The group’s work is published in the current Physical Review Letters.

To start, we need to imagine just a single water molecule: two hydrogen atoms bound to a single oxygen atom. This molecule is placed in a tiny natural channel cleaved through the hexagonal crystals of the mineral beryl. The channel, which is large enough to host just a single water molecule, is only about 5 angstroms across, or roughly one ten-billionth of a meter. According to the physicists, such confinement should be fairly common in the natural world, taking place in certain geological and biological environments such as soils, mineral interfaces, and cell walls.

Atoms themselves are only about 1 angstrom across, so the beryl channels are really more straitjackets than cages. Trapped like this, the water molecules begin to demonstrate tunneling behavior, becoming „delocalized.“ As we should expect in the quantum world, the molecules and their constituent atoms are able to exist in multiple states at once.

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„Deschner Preis“ für Ensaf Haidar und Raif Badawi

Raif Badawi, Bild: FB
Er hat angeblich den Islam beleidigt und wird dafür in seiner saudischen Heimat mit Gefängnis und Prügel bestraft. Dabei hat der Blogger Raif Badawi nur die Gleichbehandlung aller Menschen eingefordert.
 

heise.de

Es gibt derzeit keine Anzeichen für eine baldige Freilassung des inhaftierten saudi-arabischen Bloggers Raif Badawi. Das erklärte seine Frau Ensaf Haidar in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. In ihrer Heimat herrscht nach Angaben der im Exil lebenden 36-Jährigen Funkstille, was ihren Mann betrifft. „Also bleibt uns nur zu hoffen, dass sie ihn früher oder später begnadigen.“

Gemeinsam mit ihrem Mann erhält Haidar am (heutigen) Samstag (17.00 Uhr) den mit 10.000 Euro dotierten „Deschner-Preis“ für Religions- und Ideologiekritik der Giordano-Bruno-Stiftung. Die Eheleute werden laut Stiftung geehrt für ihren „gemeinsamen, mutigen und aufopferungsvollen Einsatz für Säkularismus, Liberalismus und Menschenrechte, der weit über Saudi-Arabien hinaus Bedeutung hat“. Haidar lebt mit den drei gemeinsamen Kindern in Kanada.

Die Laudatio soll der deutsch-arabische Islamkritiker Hamed Abdel-Samad halten, der unter anderem mit seinem Bestseller „Mohamed. Eine Abrechnung“ für Aufsehen sorgte. Der Festakt in der Deutschen Nationalbibliothek steht nach Angaben der Organisatoren unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen.

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