Ethiker: AfD auf Weg in den Rechtsextremismus


Der protestantische Ethiker Peter Dabrock sieht die AfD auf einem demokratiefeindlichen Kurs.

Von Corinna Buschow | evangelisch.de

Mit ihren scharfen Tönen gegen den Islam sieht der evangelische Ethiker Peter Dabrock die AfD auf einem demokratiefeindlichen Kurs. „Wenn es auf dem Parteitag der AfD zu einer pauschalen Verurteilung des Islam käme, wäre die Partei nicht mehr nur als rechtskonservativ oder rechtspopulistisch zu bezeichnen – das wäre in meinen Augen rechtsextremistisch“, sagte er im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Eine pauschale Verurteilung einer in sich pluralen Religion inklusive all ihrer Anhänger habe „geradezu volksverhetzenden Charakter“.

Die führenden AfD-Vertreter Beatrix von Storch und Alexander Gauland wollen laut einem Zeitungsbericht den Islam im Parteiprogramm als unvereinbar mit dem Grundgesetz erklären. Das Programm soll am nächsten Wochenende vom Parteitag beraten und beschlossen werden.

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5 Comments

  1. Wieder das unreflektierte Pauschalurteil: „Wer etwas gegen den Islam sagt, ist ein Nazi.“ Dabei wird nicht gesehen, dass sich die Äußerungen z.B. der AfD nicht gegen die Moslems, sondern den Islam, nicht als Religion per se, sondern gegen dessen politische und kulturelle Herausforderungen wendet. Dass einige säkulare Moslems nicht dem Islam im alltäglichen Leben in allem folgen, was auch für die meisten heutigen Christen und deren Alltag gilt, rechtfertigt nicht, die vielen strenggläubigen Anhänger, für die die Scharia über allen Gesetzen steht, als genau so ungefährlich einzustufen. Deren Ziel ist es vor allem, die mühsam gegen die christlichen Kirchen errungenen Freiheiten der Aufklärung zugunsten einer religiös orientierten Gesellschaft zu beseitigen. Das hieße „zurück ins Mittelalter“. Dagegen sollten wir Bürger des 21. Jhs. uns mit allen Mitteln wehren. Dies ist nicht rechtsradikal, sondern die Verteidigung unserer europäischen Errungenschaften gegen eine reaktionäre fanatische Politik, die ihre Legitimation aus einer frühmittelalterlichen religiösen Bewegung herleitet.

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    1. Ich würde an deiner Stelle den Artikel noch einmal lesen. Wobei ich der Überzeugung bin, dass der Erkenntnisgewinn für dich eher marginal wäre.
      Dabrock hat seine Feststellungen an ganz bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die man durchaus auch auf den Katholizismus, Protestantismus anwenden könnte. :mrgreen:

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