Rathaus entfernt Bilder, um „keine Gefühle zu verletzen“


Foto: Jan Gießmann Abgehängt, weil sich Köpenicker Bürger darüber im Rathaus beschwerten. Das Bild stammt von Fotograf Jan Gießmann. BZ-Berlin
Das Rathaus von Berlin-Köpenick hat Nacktfotos aus einer Ausstellung entfernt. Religiöse Gefühle von Menschen mit Migrationshintergrund könnten verletzt werden. Künstler und Bürger wittern Zensur.

Von Ricarda Breyton | DIE WELT

Offiziell ist im Rathaus des Berliner Ortsteils Köpenick noch alles in Ordnung. Wie jedes Jahr im Frühjahr findet auf den Etagen eins und zwei das Fotoclub Forum Berlin statt – eine Ausstellung von Berliner Fotografen-Klubs. Gezeigt werden Landschaftsbilder, Architekturaufnahmen und Porträts – insgesamt rund 330 Werke von knapp 200 Berliner Amateurfotografen.

Das Besondere an der Ausstellung, so liest man auf der Erklärtafel, sei, „dass jeder Klub selbst entscheidet, welche Fotos seiner Mitglieder in der Ausstellung gezeigt werden“.

Das Rathaus biete lediglich den technisch-organisatorischen Rahmen für die Veranstaltung: „ohne Einflussnahme auf den Inhalt“. Über den letzten Satz stolpern die Ausstellungsbesucher Werner Botke und Reinhard Haufe. Denn seit einigen Tagen ist klar: Er ist mitnichten so.

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