Wenn Hochwürden bald schon im Schlafzimmer steht…


Nach der Veröffentlichung des Lehrschreibens von Papst Franziskus gab es viel Aufschrei: Manche Kircheninitiative war begeistert von den „Reformen“, die der Pontifex angestoßen haben soll.

Von Dennis Riehle | Richard Dawkins-Foundation

hailmaryViele Kritiker sahen dagegen eher eine riesige Enttäuschung über die minimalen Zugeständnisse an die Ortskirchen, die nun im Einzelfall darüber entscheiden sollen, wie mit Christen in angeblicher Sünde umgegangen werden darf. Dazu gehören die Homosexuellen, die die katholische Kirche im Jahr 2016 nun tatsächlich bereits als Menschen ansieht, denen man Respekt und Würde zuzugestehen habe. Es sind aber gleichermaßen auch die Wiederverheirateten, die durch ihre Scheidung eigentlich jedes Recht verwirkt haben, am Sakrament der Kommunion teilzunehmen, die im Mittelpunkt von „Amoris Laetitia“ stehen.

Während sich gerade bei Schwulen und Lesben abzeichnete, dass Franziskus keine revolutionären Änderungen in der katholischen Lehre einleiten würde, wird von den deutschen Bischöfen aber die Ermächtigung, wonach der Priester der Gemeinde künftig selbst abwägen kann, ob er wiederverheiratete Geschiedene zur Eucharistie zulässt, als großer Fortschritt bewertet. Man gehe nun auf die Menschen zu, beschäftige sich mit ihren Lebensgeschichten, wird argumentiert. Dass die Entscheidung dagegen einen weiteren, massiven Einschnitt in die Privatsphäre der Gläubigen bedeutet, blieb in allem Freudentaumel der Theologen völlig unbeachtet. Bischöfe und Kardinäle legten die Wegweisung des Papstes ganz im Sinne des Machtbestrebens der Kirche aus, die schon bald ganz besonderes Interesse an den alltäglichen Gewohnheiten ihrer Schäfchen entwickeln dürfte.

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1 Comment

  1. Diese Aussagen des Papstes und die Entscheidungen der Priester sind nicht wichtig, sie sind unbedeutend.

    Wenn jemand die Regeln der Kirche nicht einhält (Homosexualität,..), dem ist es einerlei, ob er am kirchlichen Leben teilhaben darf, schließlich hat er sich bewusst gegen die Regeln gestellt.

    Und wenn er doch mit der Kommunion abgespeist werden will, fährt er halt in die Nachbargemeinde, wo ihn der Pfarrer nicht kennt.

    Also ist das überhaupt kein Problem, kein Grund für die Aufregung.

    Es ist eher so, dass die harte Aussage eines Priesters einem Gläubigen verleidet, weiter am kirchlichen Leben teilzunehmen.

    Mich hat ein katholischer Priester vor 40 Jahren schwer kritisiert, weil ich wenige Jahre nur standesamtlich und nicht kirchlich verheiratet war. Seither brauche ich die Pfaffen und deren Sakramente nicht mehr – und es fehlt mir nichts!

    Nach seinen Aussagen war das eine schwere Verfehlung, ich war mir keiner Schuld bewusst. Nach seiner Ansicht ist es harmlos, pro Monat 10 mal den Sex-Partner zu wechseln – aber kirchlich unverheiratet zusammenleben – das ist eine SCHWERE SÜNDE!

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