hr wollt an der Teilchenbeschleunigung mitforschen? Hier sind die Daten

CERN
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Daten der Öffentlichkeit zugänglich machen, dadurch Wissen weitertragen, Forschung ermöglichen und Informationen gleichzeitig sichern: Das sind gute Gründe für Forscher am CERN, jetzt einen immens großen Datensatz aus Experimenten mit dem Teilchenbeschleuniger freizugeben.

WIRED EDITORIAL

Als kürzlich mit den Panama Papers das größte Datenleck der journalistischen Geschichte öffentlich wurde, standen eindrückliche Zahlen im Raum: Es ging um 2,6 Terabyte, die dort ausgewertet wurden. Extrem viel. Extrem wenig allerdings im Vergleich zu dem Datensatz, den das CERN nun zugänglich gemacht hat: 300 Terabyte Forschungsdaten aus der Teilchenbeschleunigung hat das Experiment Compact Muon Solenoid (CMS) zur Auswertung veröffentlicht. Es sind Daten, die bei dem Aufeinanderprallen von Protonen und Ionen im Large Hadron Collider bei Fast-Lichtgeschwindigkeit aufgezeichnet wurden.

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Politik, Populismus und Lüge: Die Krise der Wahrheit

(Illustration: Peter Gut)
Die Philosophie der Postmoderne hat uns gezeigt, dass die Wirklichkeit nicht einfach nur real, sondern sozial und sprachlich vorgeprägt ist. Was leider auch dazu geführt hat, dass Wahrheit immer mehr zur Disposition gestellt wird.

Von Boris Schumatsky | Neue Zürcher Zeitung

Ohne die Philosophie der Postmoderne würde ich wohl noch in Russland leben, und ich würde wahrscheinlich wie viele dort glauben, dass die ukrainische Krim meinem Volk gehört. Doch auch wenn ich in Europas Westen geboren wäre, wäre mir heute möglicherweise angst und bang um das eigene Volk, wenn Foucault, Derrida und Co. an mir vorbeigegangen wären. Aber glücklicherweise hat das poststrukturalistische Denken alle, die es wollten, aus den Fesseln nationaler Identitäten oder fixer Geschlechterrollen erlöst. Ich ging aus Moskau weg nach Berlin, in die befreiende Postmoderne, und doch finde ich mich heute in einer Welt wieder, in der Millionen Menschen sich kollektiven Trugbildern unterwerfen: Finstere Eliten, denken sie, wollen sie «umvolken», und in meinem Geburtsland begrüssen sie gar einen Krieg im Namen des Volkes. Solches geht heute gewöhnlich auf die Flüchtlings- und die Ukraine-Krise zurück. Jedoch parallel zu den jüngsten Krisen geschieht fast unbemerkt eine, die ihre Wurzeln in der Postmoderne hat: die Krise der Wahrheit.

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Bibelfundis berufen Jesus-Lobbyisten beim Bundestag

Der 51-jährige Theologe Uwe Heimowski wird neuer Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz in der Bundeshauptstadt.

evangelisch.de

Das habe der Geschäftsführende Vorstand beschlossen, erklärte das evangelikale Netzwerk am Montag im thüringischen Bad Blankenburg mit. Heimowski kommt aus Gera und ist Gemeindereferent im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.

Zum 1. Oktober 2016 folgt Heimowski dem in den Ruhestand tretenden Wolfgang Baake, der seit der Akkreditierung der Deutschen Evangelischen Allianz beim Deutschen Bundestag im Jahr 1999 das Amt zunächst ehren- und ab 2014 hauptamtlich ausgeübt hatte. Baake habe mit sehr großem Engagement und leidenschaftlich dafür gearbeitet, dass die „gesellschaftspolitische Dimension dieser Bewegung in unsere Zeit hinein aktualisiert“ worden sei, teilte Generalsekretär Hartmut Steeb mit.

Belgischer Innenminister: Muslime haben nach Anschlag getanzt

Der belgische Innenminister Jan Jambon hat nach den Anschlägen von Brüssel die Politik der Integration von Ausländern in seinem Land als gescheitert bezeichnet.

kath.net

Der belgische Innenminister Jan Jambon hat nach den Anschlägen von Brüssel die Politik der Integration von Ausländern in seinem Land als gescheitert bezeichnet. Dies teilte Jambon der Zeitung „De Standaard“mit. Als Beleg dafür führte er an, dass „ein erheblicher Anteil der muslimischen Gemeinschaft anlässlich der Anschläge getanzt“ habe. Die Terroristen seien „nur ein Pickel“. Darunter befinde sich aber „ein Krebsgeschwür, dem viel schwerer beizukommen“ sei. In seinem Land seien viele Jahre lang alle Alarmsignale überhört worden, sagte Jambon. Die Gefahr der Radikalisierung der Nachfahren von Einwanderern sei inzwischen „zu tief verwurzelt“. Bei der Festnahme des mutmaßlichen
Paris-Attentäters Salah Abdeslam in Brüssel hätten Gesinnungsgenossen „Steine und Flaschen in Richtung der Polizei und der Presse geworfen“.

Kritik an Erdogan: Genf soll Ausstellungsfoto entfernen

erdogan-sultan

Auf dem Foto wird Präsident Erdogan für den Tod eines 15-Jährigen verantwortlich gemacht. Die Türkei fordert die Genfer Stadtregierung auf, das Bild zu entfernen.

Die Presse.com

Die Türkei hat von der Stadtverwaltung in Genf die Entfernung eines Ausstellungsfotos verlangt, auf dem Kritik an Präsident Recep Tayyip Erdogan geübt wird. Auf dem Bild des Genfer Fotografen Demir Sönmez aus dem Jahr 2014 ist ein Transparent zu sehen, auf dem Erdogan für den Tod eines Jugendlichen bei einer Protestaktion in Istanbul verantwortlich gemacht wird.

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Forscher entdecken Riff in Amazonasmündung

Der Amazonas transportiert jährlich etwa 219.000 Kubikmeter Süßwasser in den Atlantischen Ozean © Jacques Descloitres/ NASA
Ungewöhnlicher Fund: Forscher haben im Bereich der Amazonasmündung ein riesiges Korallenriff entdeckt. Es erstreckt sich auf einer Fläche von 9.500 Quadratkilometern und beherbergt artenreiche Lebensgemeinschaften. Das Besondere: In dem schlammigen Wasser des Flussdeltas hätten die Wissenschaftler nicht mit einem solchen Fund gerechnet. Denn dort, wo sich Süß- und Meerwasser vermischen, kommen Riffe üblicherweise gar nicht vor.

scinexx

Flüsse aus allen Teilen der Welt transportieren jedes Jahr Tausende Tonnen von Süßwasser in die Ozeane. Besonders große Mengen Flusswasser gelangen über den Amazonas ins Meer. Er ist für 20 Prozent allen Frischwassers verantwortlich, das weltweit über Flüsse in Ozeane fließt: Etwa 219.000 Kubikmeter Süßwasser transportiert der Strom jährlich ins Meer.

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Mehr Rentner müssen mehr zahlen

Schmock!
Schmock!
Durch die Rentenerhöhung zum 1. Juli müssen einem Zeitungsbericht zufolge 160.000 Rentner erstmals Einkommenssteuer auf ihre Altersbezüge zahlen.

evangelisch.de

Demnach würden insgesamt etwa 4,4 Millionen Ruheständler im Jahr 2017 zur Einkommensteuer herangezogen, heißt es in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Bundestag, aus dem die Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Montagsausgaben) zitieren. Das sei bereits mehr als jeder fünfte der 21 Millionen Rentner.

Stärkster Anstieg seit 23 Jahren

Durch die Rentenerhöhung nehme der Staat im kommenden Jahr 720 Millionen Euro zusätzlich an Steuern ein, heißt es in dem Schreiben. Das Bundeskabinett hatte im April eine Rentenanhebung um 4,25 Prozent im Westen und 5,95 Prozent im Osten zum 1. Juli beschlossen. Es ist der stärkste Anstieg seit 23 Jahren.

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Wie Ankara in Köln Weltpolitik betreibt

Die Türkische Nationalversammlung "Der Souverän ist ausnahmslos das Volk" (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Die Türkische Nationalversammlung „Der Souverän ist ausnahmslos das Volk“ (Mustafa Kemal Atatürk) © meclishaber.gov.tr, bearb. MiG
Eine riesige Moschee mitten in Köln, die zum Dom hinüberlächelt – Islam auf kölsche Art, das war der Traum des ehemaligen OB Schramma. Der Traum ist aus, denn längst betreibt die Türkei hier Politik.

Von Tim Röhn | DIE WELT

Wenn Fritz Schramma an den Rosenmontag 2008 zurückdenkt, dann glänzen seine Augen, dann grinst der Mann. Kaputtgelacht habe er sich damals, sagt er. Hunderttausende Narren säumten die Straßen, schunkelten und verteilten Bützchen, es war der Höhepunkt der fünften Jahreszeit. Es war wie immer. Nur für Schramma, damals Oberbürgermeister der Millionenstadt, war es anders als sonst – es war noch besser.

Auf einen Umzugswagen der „Roten Funken“, des ältesten Karnevalsvereins von Köln, hatten sie eine Moschee gebaut, und aus deren Kuppel ragte die Spitze des Kölner Doms. Daneben, als Pappfigur: OB Fritz Schramma, mit einem Kopftuch in Rot-Weiß, den Stadtfarben. „Kölsche Lösung“ stand in dicken Lettern auf dem Wagen, die Botschaft war unmissverständlich: Der Islam gehört zu Köln.

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Uran aus dem Meer?

Im Mikrotomografen zeigt sich die Struktur der Uran-Fänger-Schnur © DOE/ PNNL
Schnüre als Uran-Fänger: Im Wasser der Weltmeere sind mehr als vier Milliarden Tonnen Uran gelöst. Jetzt haben US-Forscher eine Methode entwickelt, mit der sich dieser wertvolle Rohstoff einfangen lässt. Es reicht aus, mit einem neuen Absorbermaterial beschichtete Schnüre ins Wasser zu hängen und abzuwarten, bis sich genügend Uran angelagert hat, wie erste Tests belegen.

scinexx

Auch wenn bei uns in Deutschland der Atomausstieg im Gange ist, sind viele andere Länder für ihre Stromversorgung vorerst noch auf die Atomenergie angewiesen. Und dafür benötigen sie Uran. Doch dieser Rohstoff ist endlich: Die Vorkommen an Land reichen den Schätzungen nach noch für rund 100 Jahre. Zudem ist die Aufbereitung des Uranerzes zu dem in Atomkraftwerken benötigten Uran-235 enorm aufwändig.

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Die Mehmetebene: Der Fall Böhmermann ist ein Trauerspiel

Szene aus Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ im ZDF neo.
Es ist symptomatisch, dass Bundeskanzlerin Merkel in der Kausa Böhmermann ausgerechnet den Moment der Empathie für die türkische Rezeption zum ärgerlichen Fehler erklärt. Und hier liegt auch die ganze gesellschaftliche Tragik des Falles.

Von Murat Kayman | MiGAZIN

Der Fall Böhmermann ist – kurz gesagt – ein Trauerspiel. Schon in der Böhmermannschen Darbietung selbst, mehr noch in der erstaunlich breiten und emotional geprägten medialen Aufarbeitung im Anschluss an die Ausstrahlung der Sendung, offenbart sich die ganze Schwere der deutsch-türkischen Beziehungen. Und damit ist nicht die zwischenstaatliche Diplomatie gemeint.

Gewichtiger und für unser Zusammenleben prägender ist die tiefe Dissonanz innerhalb des deutsch-türkischen Seelengeflechts hier vor Ort.

Schon zu Beginn war dieses Verhältnis nicht auf dauerhaftes Gelingen angelegt. Die Türken waren seit Beginn der Arbeitsmigration ein provisorischer Faktor. Zweifellos gab es auf persönlicher, nachbarschaftlicher Ebene viele auch enge Kontakte voller Wärme und Hilfsbereitschaft. Die große Politik hat jedoch stets eine emotionale Kluft zu wahren gesucht. Für türkischstämmige Menschen, die etwa zum Zeitpunkt des Anwerbestopps 1973 in Deutschland geboren oder hier angekommen und aufgewachsen sind, ist das deutsch-türkische Verhältnis stets von Befremden und Irritation geprägt gewesen. Jedenfalls ging es mir so.

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Vielfältige Menschen zählen, nicht vielfältige Religionen

HumanismMitte April berichtete der Deutschlandfunk in seiner Sendung „Tag für Tag“ von einem französischen Projekt namens „Slam unterm Halbmond“, bei dem muslimische Jugendliche der Pariser Banlieues zu Rappern und Dichtern werden sollen. „Mit diesem Workshop reagieren wir auf ein Problem, das wir in den meisten Banlieues antreffen: Hier wachsen Kinder aus muslimischen Familien auf, die praktisch nichts über die philosophischen Grundlagen des Islams wissen. Sie gehen selten in die Moschee. Die Schule jedoch vermittelt kein Wissen über den Islam. Diese Lücke wollen wir füllen. Außerdem sollen sich die Jugendlichen persönlich ausdrücken, und zwar in einer Form, die sie mögen, nämlich Rap und Slam.“

Von Roger Letsch | Achgut.com

Nun ist gegen Rap und Slam als Ausdrucksformen nichts einzuwenden, aber warum müssen die Jugendlichen das im Zusammenhang mit ihrer Religion erfahren – und was geht dies den laizistischen französischen Staat an, dass er diese Art der Selbstfindung zum Nachhilfeunterricht in Koranfragen umdeklariert? Kaum zu glauben, dass in christlichen Gegenden Frankreichs oder Deutschlands Jugendliche aufwachsen, die noch nie von den philosophischen Lehren der frühen Kirchenväter Augustinus oder Benedikt von Nursia gehört haben und in einem Streitgespräch über die Thesen eines Thomas von Aquin jämmerlich versagen würden. Welche philosophischen Grundlagen müssen eigentlich Atheisten auf Verlangen aufsagen, um ihre Eignung als Bürger Frankreichs unter Beweis zu stellen? Es ist absurd.

Warum nicht die Religion einfach mal beiseite lassen?

Das christlich/abendländische Wissensfundament in Frankreich oder auch Deutschland ist im Durchschnitt nicht dicker als eine Hostie, warum wird dort nicht mit ordentlich Staatskohle Abhilfe geschaffen? Die Sektiererei in den Banlieues, ihre Absonderung vom Rest der französischen Gesellschaft wird durch die Betonung des genuin muslimischen nur noch verstärkt. Man belästigt die Jugendlichen mit ausgewählten Aspekten ihrer Religion, anstatt sie zu ermuntern, diese Religion einfach mal beiseite zu lassen, um endlich ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Wer nun glaubt, das sei ein französisches Problem, der schaue auf die Arbeit der Islam-Verbände in Deutschland, ihre Forderungen und ihre Wortmeldungen. Sylvie Forestier von „Slam unterm Halbmond“ beklagt, dass es „Immer mehr private Koranschulen“ gäbe und „…Frankreich Stellen und Geld für Sozialarbeiter, Erzieher und Vereine zusammenstreiche“. Privates Engagement und private Finanzierung ist in Frankreich für alle anderen Religionen eine Selbstverständlichkeit. Was ist anders am Islam, dass man ihn staatlich anleiten und in die richtige Richtung drücken muss?

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Vatikan sprach sich vor UNO vehement gegen Drogenfreigabe aus

Headquarter des Konzerns.
Headquarter des Konzerns.

Die Förderung stabiler Familien spiele eine Schlüsselrolle bei der Lösung des Suchtproblems

kath.net

Der Vatikan hat sich vehement gegen eine Freigabe von Drogen ausgesprochen. Die Lösung des Suchtproblems müsse bei den Gründen für den Drogenkonsum ansetzen, sagte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York, Erzbischof Bernardito Auza, laut einem Bericht der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ vom Samstag. Dabei spiele die Förderung stabiler Familien eine Schlüsselrolle, so der Vatikandiplomat in einer Rede bei der jüngsten UNO-Sondergeneralversammlung über die Drogenproblematik.

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Wie unser Gehirn die Zahl Null erkennt

Um eine leere Menge als Zahlenwert Null zu erkennen, benötigt unser Gehirn zwei Schritte und zwei Hirnareale. © Wavebreakmedia/ thinkstock
Ein Nichts als Zahl: Forscher haben erstmals aufgedeckt, wie unser Gehirn die Null verarbeitet und erkennt – eine alles andere als triviale Leistung. Denn eine leere Menge, ein Nichts, muss dabei als Teil der mentalen Zahlenreihe erkannt und korrekt eingeordnet werden. Wie nun Hirnscans bei Affen belegen, benötigt das Gehirn dafür zwei Schritte. Erst im zweiten erfolgt dabei die Umwandlung ins abstrakte Konzept, wie die Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.

scinexx

Schon unsere frühen Vorfahren beherrschten das Zählen und schufen sich Zahlensysteme, um Mengen anzugeben. Heute weiß man, dass es in unserem Gehirn sogar eigene Areale für die Verarbeitung von Zahlengrößen gibt – und dass das Gehirn von Mathematikern anders funktioniert als das von Laien.

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Kuwait verlangt Genproben von allen Bürgern und Einreisenden

Teil eines DANN-Profils. Bild: CBP.gov
Das Emirat wird damit das weltweit das erste Land, das zwangsweise Genproben verlangt und damit eine nationale Datenbank aufbaut

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Noch gar nicht so lange ist es her, dass nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Kriegs nicht nur die Sorge vor einer Globalisierung aufkam, sondern auch die Utopie einer grenzenlosen Welt. Just zu dieser trat auch das Schengener Abkommen in Kraft, nach dem an den Binnengrenzen nicht mehr kontrolliert wurde. Gleichzeitig setzte sich auch das Internet mit dem WWW durch, wodurch das Ende der Grenzen auch im Virtuellen noch einmal deutlicher zu werden schien.

Heute leben wir in einer Welt, in der die Grenzziehung immer wichtiger zu werden scheint, in der die gated communities zu Vorläufern der gated nations geworden sind, die mit Mauern, Zäunen, Überwachungstechnik und Militär unerwünschte Grenzübertritte verhindern wollen, während möglichst viele Daten auch über die Personen gesammelt werden, die ein- oder ausreisen.

Kuwait hat den Trend zum Einschluss und zur Überwachung nun noch einen Schritt weitergeführt und wird damit als Vorbild für andere Staaten dienen, die nachziehen werden. Bei der Grenzkontrolle reichen zur Identitätsfeststellung nicht mehr Ausweis mit Name, Bild, Adresse, Geschlecht und Alter. Mit den digitalen Möglichkeiten und Datenspuren werden etwa über Fluggastdaten auch Reisebewegungen, Telefon- und Kreditkartennummern, Essenswünsche oder Leihwagen- und Hotelbestellungen aufgezeichnet. Dazu kommt die Erfassung von biometrischen Merkmalen (Gesicht, Fingerabdrücke oder Irismuster).

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Dodo Meisner warnt vor einer sich modernisierenden Kirche

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Der emeritierte Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner sieht die katholische Kirche in der Gefahr, «sich nicht zu erneuern, sondern zu modernisieren». Denn Freiheit heiße heute weithin Beliebigkeit, sagte der Kardinal am Sonntag in Aschaffenburg beim Abschlussgottesdienst des Kongresses «Freude am Glauben».

kath.net

In der Kirche führe dies dazu, «dass man nicht mehr unterscheiden kann oder unterscheiden will zwischen dem Heilsein und dem Wohlsein, also dem Heil, das durch Gott kommt und dem Wohlsein, dem Genuss, den sich der Mensch selbst zu produzieren vermag».
Priester sollten sich nach Meisners Worten auf ihr ureigenes Fundament besinnen und nicht «Mätzchen vollführen», wenn sie die Gelegenheit hätten, den Glauben zu verkünden. Eine Anpassung an den Zeitgeist, der sich immer wieder ändere, ziehe unweigerlich weitere Anpassungen nach sich, so dass die Gefahr des Verlustes des spezifisch Christlichen gegeben sei. Zudem warnte der Kardinal davor, den Glauben an den Herrn durch den Glauben an die Zahl, die Statistik oder die berechenbare Entwicklung zu ersetzen. All dies lähme den Aufbruch.

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Auch Großbritannien führt eine Drohnen-Todesliste

Britische MQ-9 „Reaper“ beim Einsatz über Afghanistan. Bild: POA(Phot) Tam McDonald/MOD. Lizenz: ODL
Das Land tritt gegen die Todesstrafe ein, aber praktiziert die Hinrichtung von Menschen ohne jegliche Gerichtsverfahren

Von Emran Feroz | TELEPOLIS

Seit fast fünfzehn Jahren führen die Vereinigten Staaten ihren Drohnen-Krieg. Im Zentrum dieses Schattenkrieges steht vor allem die Todesliste, auf der die Namen von Zielpersonen vermerkt sind – die sogenannte „Kill List“. Wie mittlerweile bekannt ist, wird sie vom US-Präsidenten höchstpersönlich wöchentlich, an jedem Dienstag, unterzeichnet und abgesegnet.

Vor wenigen Tagen wurde allerdings bekannt, dass die USA nicht der einzige Staat dieser Welt sind, der eine solche Drohnen-Todesliste führt. Ein ausführlicher Bericht der britischen Menschenrechtsorganisation Reprieve macht deutlich, dass auch die Briten, die ebenfalls bewaffnete Drohnen einsetzen, eine derartige Liste führen – und ihren Opfern teils merkwürdige Codenamen geben, etwa jene von Musikern, Comicfiguren oder Pornodarstellern.

So wurden manche der Ziele, hauptsächlich Terrorverdächtige, allerdings auch angebliche Drogenschmuggler, unter anderem als Britney Spears, Drake, Krusty the Clown, Iron Man oder Garfield bezeichnet.

Laut Reprieve würde diese ungewöhnliche Namensgebung für die Öffentlichkeit besonders schockierend sein, da sie den gesamten Prozess der Tötung vollkommen entmenschlichen soll.

Abgesehen davon macht der Bericht deutlich, dass Großbritannien schon früh nach Beginn des „Krieges gegen Terror“ seine eigene Todesliste erstellte und in diesem Zusammenhang eng mit Washington zusammenarbeitete. Prekär ist die Tatsache, dass Großbritannien seinen Schattenkrieg nicht nur in bekannten Kriegszonen, etwa in Afghanistan, führt, sondern auch in Staaten wie Pakistan. Offiziell herrscht in diesem Land jedoch kein Krieg. Des Weiteren zählt die Regierung in Islamabad zu den engsten Verbündeten Londons.

Ähnlich verhält es sich mit dem Drohnen-Krieg der USA, der unter anderem ebenfalls in Staaten stattfindet, mit denen sich Washington offiziell nicht im Krieg befindet, etwa Pakistan, Jemen oder Somalia.

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Philosophin Gerl-Falkovitz kritisiert Gender-Theorien

Bild: FB
Bild: FB

Isoliertes Verständnis des Menschen als ‘Instrument’ und ‘Körper’ begreife den Menschen in seiner Ganzheit nicht umfassend.

kath.net

Die katholische Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz hat gewarnt, im Zuge von Gender-Theorien die Unterschiede von Frau und Mann allein als gesellschaftliches Konstrukt zu beschreiben. «Der Mensch ist mehr als eine leere Projektionsfläche, die es nach eigenem Belieben und mit beliebiger Zielrichtung zu füllen gilt», sagte Gerl-Falkovitz am Wochenende bei einer Tagung der Katholischen Akademie Freiburg.
Daher greife es zu kurz, die Frage nach der menschlichen Identität nur mit Verweis auf wandelbare Rollen und Inszenierungen zu beantworten. «Wir landen in einer Sackgasse, wenn wir versuchen, die Bedeutung von Natur und Kultur getrennt zu betrachten. Vielmehr müssen wir immer über die gegenseitigen Abhängigkeiten und Einflüsse nachdenken.» Sie warf Gender-Theoretikern vor, den menschlichen «Leib» nur noch als «Instrument» und nach Belieben gestaltbaren «Körper» zu begreifen. «Was fehlt, ist beispielsweise auch ein neues Nachdenken darüber, was Muttersein oder Vatersein bedeutet.»

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Spitzentreffen von Kirche und Regierung in Schwerin

Bild: tilly
Bild: tilly
Wenige Tage nach dem Flüchtlingsgipfel in Berlin steht das Thema auch im Mittelpunkt eines Treffens der Landesregierung mit führenden Vertretern der Nordkirche am Montag in Schwerin. Viele Kirchgemeinden im Land und auch Sozialdienste der evangelischen Kirche engagieren sich seit Monaten stark in der Flüchtlingsbetreuung.
 

SVZ.de

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hatte in der Vergangenheit mehrfach das Engagement der Gläubigen gewürdigt, zuletzt im März bei Gesprächen mit Vertretern der Katholischen Kirche. Die Hilfe sei von tiefer Menschlichkeit und großer Solidarität geprägt. Bei der Integration der Flüchtlinge komme den Kirchen eine wichtige Rolle zu, sagte Sellering.

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Police boost Temple Mount security amid heightened holiday tensions

The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
The Temple Mount in Jerusalem (photo credit: Miriam Alster/Flash90)
13 Jewish visitors and one Palestinian removed from compound Sunday for ‘disturbing the peace’; 3,500 officers patrolling capital over festival

By Raoul Wootliff | The Times of Israel

Fearing unrest during the ongoing festival of Passover, police have bolstered security in Jerusalem’s Old City and on the Temple Mount in an attempt to prevent disturbances at the flashpoint religious site.

Thirteen Jewish visitors were removed from the Temple Mount compound Sunday for “disturbing the peace,” according to police, including three minors. One Palestinian was removed.

Israel is concerned that Jewish visits to the Mount during the week-long holiday could trigger renewed Palestinian unrest, which has appeared to subside in recent weeks after six months of intense street violence.

In total, 3,500 officers will be patrolling the capital throughout the week, police said, after tensions surged last week following a bus bombing — the first in the capital in over a decade.

“The police are working and will continue to work with determination against any attempt to disturb the public peace and security, without favoritism,” a police statement read.

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Handel mit Kirchenschätzen: Schwarze Madonna zu verkaufen

Kath. Altar (CC-by-sa/3.0/de from Alex1011, 2007)
Kath. Altar (CC-by-sa/3.0/de from Alex1011, 2007)

Sie räumen Kirchen aus und handeln mit Jesusstatuen: Früher bekamen Joannes Peters und sein Sohn die Wut von Katholiken zu spüren – heute brummt das Geschäft, vor allem dank reicher Russen.

Von Marie Groß | SpON

Da stehen sie, sechs Männer in einer Kirche im holländischen Breda. In ihren Händen keine Bibeln, sondern Stichsägen und Hämmer. Und dann geht es ans Eingemachte. Alles muss raus. „Das können Sie nicht machen. Das ist ein Nationalmonument!“ erregt sich ein vorbeikommender Fahrradfahrer, doch die Männer handeln mit dem Einverständnis der Kirche. Eine Woche und mehrere Lkw-Fuhren später ist das Gebäude komplett leer.

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