„Imam-Importe“ – Giffey warnt vor „fremdgesteuerten Moscheevereinen“

Bild: rbb24
Fast 1.000 Imame, die vom türkisch-islamischen Dachverband Ditib nach Deutschland entsendet wurden, sorgen bundesweit für Kritik. Deutsche Politiker, so auch die Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey, sehen das hiesige Wertesystem durch „fremdgesteuerte Moscheevereine“ in Gefahr.

rbb|24 Politik

In Deutschland gibt es Medienberichten zufolge derzeit fast 1.000 Imame, die von der türkischen Religionsbehörde entsandt wurden. Die in der Türkei ausgebildeten Geistlichen bleiben demnach fünf Jahre in der Bundesrepublik.

Deutsche Politiker kritisieren die Praxis, Imame aus der Türkei nach Deutschland zu entsenden, bundesweit. Auch die Bürgermeisterin des Berliner Stadtbezirks Neukölln, Franziska Giffey (SPD), sagte im rbb, sie sehe es kritisch, „wenn Moscheevereine fremdgesteuert sind und dort Imame predigen, die nicht nach dem deutschen Werteverständnis ausgebildet und nicht hier aufgewachsen sind“. Imame hätten eine Vorbildfunktion und vor allem auf junge Leute großen Einfluss.

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Das Glück liegt in den Genen

Unser Erbgut beeinflusst, wie glücklich wir sind – zumindest zum Teil © thinkstock
Vererbtes Glück: Wer mit seinem Leben zufrieden ist und sich glücklich fühlt, könnte das seinem Erbgut verdanken. Denn die Neigung zu einer positiven Einstellung liegt auch in den Genen, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Genetics“ berichten. Sie fanden drei Genvarianten, die mit diesem Persönlichkeitsmerkmal zusammenhängen – und zwei, die die Entstehung von Depressionen begünstigen könnten. Doch keine Angst: Ein Großteil unseres Lebensgefühls hängt auch von der Umwelt und eigenen Erfahrungen ab.

scinexx

Familie, Gesundheit, Geld und Erfolg – all das kann einen Menschen glücklich und zufrieden machen. Doch selbst unter den gleichen Voraussetzungen sind manche Menschen leichter zufrieden zu stellen als andere. Sie scheinen das Leben besser genießen zu können. Diese Unterschiede in der Persönlichkeit entstehen einerseits durch Umwelteinflüsse, also durch alles, was uns im Leben widerfährt. Doch auch die Gene spielen eine Rolle dabei.

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Pressefreiheit: Diskussion über schwarze Listen in der Türkei

Bild: FB
Bild: FB
Führt die Türkei schwarze Listen mit den Namen missliebiger Reporter? Zwei Journalisten ließen diese Vermutung aufkommen, doch das Auswärtige Amt weiß davon nichts.

evangelisch.de

Nach wiederholten Einreiseverweigerungen für ausländische Journalisten hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) die Türkei scharf kritisiert. Schulz warnte davor, schwarze Listen mit den Namen unerwünschter Reporter anzulegen. Sollte die Türkei tatsächlich solche Listen führen, müssten diese offengelegt werden, sagte Schulz der „Bild“-Zeitung (Dienstagsausgabe). Der Umgang mit der Meinungs- und Pressefreiheit in der Türkei wird auch Thema im Bundestag sein.

„Listen mit Journalistennamen haben in Demokratien nichts zu suchen“, erklärte Schulz weiter. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete und Außenexperte Karl-Georg Wellmann forderte, solche Listen müssten „schnellstens öffentlich gemacht werden“. Das Auswärtige Amt erklärte auf „Bild“-Anfrage, keine Kenntnis von schwarzen Listen der Türkei zu haben.

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Rainer Maria Woelki: „Wer Ja zum Kirchturm sagt, der muss Ja sagen zum Minarett“

Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Rainer Maria Woelki, Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat die Aussage führender AfD-Politiker, wonach der Islam nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei, mit deutlichen Worten kritisiert.

RP ONLINE

„Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Eine ganze Religion, ja, eine der großen Weltreligionen wird hier in gehässiger Absicht an den Pranger gestellt“, sagte er am Sonntag auf domradio.de. Ein Blick ins Grundgesetz hätte gereicht, um festzustellen, dass in Deutschland Religionsfreiheit gelte. So dürfe niemand, weder Christen noch Muslime, aufgrund seines Glaubens diskriminiert oder verfolgt werden.

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Niederländische Zeitung verhöhnt Erdogan als Gorilla

Die Titelseite von „De Telegraaf“ mit der Erdogan-KarikaturFoto: De Telegraaf
Die Titelseite von „De Telegraaf“ mit der Erdogan-KarikaturFoto: De Telegraaf
Erdogans Vorgehen gegen Jan Böhmermann scheint „De Telegraaf“ nicht sehr zu beeindrucken. Die Zeitung zeigt den türkischen Präsidenten als Affen, der auf der Meinungsfreiheit in Europa herumtrampelt.

DIE WELT

Die niederländische Zeitung „De Telegraaf“ verhöhnt auf ihrer Titelseite mit einer großen Karikatur den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Das Bild zeigt Erdogan als Gorilla, der mit seinen Pranken die Meinungsfreiheit in Europa unterdrückt. Ein Tintenfass hat er dabei umgeworfen, Stifte zerbrochen und eine Frau, offenkundig die in der Türkei nach ihren kritischen Äußerungen über Erdogan festgesetzte niederländische Journalist Ebru Umar, hindert er mit seiner großen Pfote am Weglaufen.

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Und ewig strahlt das Plutonium

A radioactive sign hangs on barbed wire outside a cafÈ in Pripyat.
Bild: VOA, Public Domain
Vor genau 30 Jahren ereignete sich im ukrainischen Tschernobyl, nördlich von Kiew und unweit der weißrussischen Grenze, der bis dahin folgenschwerste Unfall in der Geschichte der zivilen Atomenergienutzung. Der damals erst seit drei Jahren im Betrieb befindliche Reaktor 4 des dortigen Atomkraftwerks sollte zur jährlichen Revision herunter gefahren werden und geriet dabei völlig außer Kontrolle.

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Eine Mischung aus Bedienungsfehlern der Mannschaft und einem problematischen Design des Reaktors vom Typ RBMK, so 2002 die Nuclear Energy Agency der OECD in einer Übersichtsdarstellung, führte dazu, dass es schließlich zu einer sehr raschen Entwicklung von Wasserdampf kam und der dadurch entstehende Druck den Reaktorbehälter sowie das Dach des Gebäudes wegsprengte.

Die Explosion und die danach einsetzenden Brände schleuderten radioaktives Material hoch in die Atmosphäre, wodurch die leichteren Bestandteile in den folgenden Wochen zum Teil über mehrere 1.000 Kilometer transportiert werden konnten. Schwere Partikel, darunter auch Splitter der Brennstäbe mit den darin enthaltenen Spaltprodukten wie Plutonium gingen in einem Umkreis von einigen Dutzenden Kilometern in der Ukraine und im Südosten Weißrusslands runter.

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Geschichte des deutschen Glaubenskrieges: „Wir Deutsche sind Kinder von Gotteskriegern“

Von: Febriwandy Meala‎. Atheist Nexus/FB
Von: Febriwandy Meala‎. Atheist Nexus/FB
Der Historiker Tillmann Bendikowski hat eine Geschichte des deutschen Glaubenskrieges seit der Reformation geschrieben. Der Streit zwischen Katholiken und Protestanten um den wahren Glauben habe die politische Kultur des Landes dauerhaft verseucht, sagt er. Ein Gespräch über katholische Dickschädel, protestantische Längsschädel und religiösen Rassismus bis heute.

Tillmann Bendikowski im Gespräch mit Christiane Florin | Deutschlandfunk

Christiane Florin: 1517 war der Thesenanschlag Luthers, sieben Jahre später begannen die Bauernkriege. Was hatte dieser Krieg mit dem Christentum zu tun?

Tillmann Bendikowski: Eine gute Frage. Aus heutiger Sicht wenig. Viel interessanter ist: Für Martin Luther war das Ganze ein ziemliches Missverständnis, was die Bauern dort auf die Schlachtfelder trieb. Das hatte er nicht gewollt. Tatsächlich hatte der Krieg etwas mit dem Christentum und mit Luther zu tun. Man hatte das neue Evangelium genommen, um den sozialen Problemen der Zeit mit Gewalt zu begegnen. Da ist Religion aus Luthers Sicht schlicht falsch verstanden worden.

Florin: Das ist eine ähnliche Argumentation wie heute, wenn gesagt wird: Der Krieg des IS hat nichts mit dem Islam zu tun.

Bendikowski: Ja, und die Frage ist immer: Wer ist schuld? Ist es der Glaube, die Religion, das Konzept von Religion, oder sind es die Menschen, die verstehen wollen oder vielleicht auch missverstehen? Eine alte Streitfrage, die wir so nicht lösen können.

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Die Frau, die den Nikab partout nicht ablegen wollte

Burqua Burka
Burka (CC-by-sa/2.0/en by Rockin‘ the Khuff)
2012 forderten Polizisten eine Muslimin in Brüssel dazu auf, ihren Schleier abzulegen. Die weigerte sich, wurde sogar aggressiv – mit weitreichenden Folgen. Jetzt wurde sie verurteilt.
 

Von Sarah Maria Brech | DIE WELT

Das belgische Islamistenproblem ist alt. Es schwelte Jahre, bis es schließlich in die Anschläge vom 22. März mit 35 Toten mündete. Wer dies verdrängt hatte, wird jetzt wieder daran erinnert: durch das Urteil eines Brüsseler Gerichts gegen die belgische Muslimin Stéphanie D. Wegen Gewalt gegen Polizeibeamte wurde D. in einem Berufungsverfahren zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Bekannt, ja nachgerade berüchtigt geworden ist die 27-Jährige allerdings nicht wegen der Tat, sondern wegen der Folgen.

Es begann im Mai 2012. Polizisten forderten D. an einer Bushaltestelle in Brüssel auf, ihren Nikab abzulegen. Vollverschleierung in der Öffentlichkeit ist in Belgien verboten. D. allerdings weigerte sich und musste die Beamten zur Wache begleiten. Dort eskalierte die Situation.

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„Methusalems“ der Milchstraße entdeckt

Unsere Milchstraße ist eine Balkenspirale: Im Zentrum bilden die Sterne eine balkenförmige STruktur. © NASA/JPL-Caltech/ ESO/R. Hurt
Erbe der kosmischen Vorzeit: Im Herzen der Milchstraße haben Astronomen eine Gruppe extrem alter Sterne entdeckt. Ihre Bahnen verlaufen überraschenderweise völlig anders als die aller anderen Sterne im galaktischen Zentrum. Die Forscher vermuten daher, dass diese RR Lyrae-Sterne gebildet wurden, bevor der sternenreiche „Balken“ unserer Galaxie entstand.

scinexx

Die Sterne der Milchstraße sind nicht alle gleich alt. Stattdessen wuchs unsere Galaxie einst von innen nach außen, so dass die ältesten Sterne heute in ihrem Zentrum liegen. Diese „Methusalems“ der Milchstraße verraten sich unter anderem dadurch, dass sie nur sehr wenige schwere Elemente enthalten, weil diese in der Anfangszeit des Universums noch sehr rar waren.

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„Zuerst sahen wir schwarzen Rauch und zwei Flugzeuge, kleine Flugzeuge“

9M-MRD, die später abgestürzte Maschine, im August 2010 auf dem Flughafen Perth. Bild: wikimedia.org/GFDL 1.2
BBC-Dokumentation legt Abschuss von Flug MH17 über der Ostukraine durch Kampfjets nahe
 

Von Marcus Klöckner | TELEPOLIS

Wurde Malaysia-Airlines-Flug MH17 doch abgeschossen (Russland kritisiert erneut MH17-Abschlussbericht)? Eine BBC-Dokumentation hat sich den Ungereimtheiten, die den Absturz des Flugzeugs am 17. Juli 2014 über der Ostukraine umgeben, angenommen.

Wie vorab die britische Zeitung Sunday Express berichtet, untermauere die BBC-Doku die Theorie, wonach ein ukrainischer Kampfjet die Maschine abgeschossen haben soll.

Laut Sunday Express gibt es 7 Zeugen, die zum Zeitpunkt des Absturzes einen Kampfjet beobachtet haben wollen. Das Blatt zitiert eine Zeugin mit Namen Natasha Beronina mit den Worten: „Es war Sommer, Erntezeit. Wir hörten einen Knall. Zuerst sahen wir schwarzen Rauch und zwei Flugzeuge, kleine Flugzeuge… Das eine flog geradeaus und das andere drehte ab, als es zu dem Knall gekommen ist.“

Ein anderer Zeuge sagte laut Sunday Express gegenüber BBC aus, er habe gesehen, wie eine Rakete abgefeuert wurde. Demnach habe der Zeuge eine Art schmalen Streifen im Himmel gesehen, der sich in Richtung der Wolken bewegt habe. Danach habe es einen Knall gegeben. Der Zeuge, so Sunday Express weiter unter Berufung auf die BBC-Doku, gehe davon aus, dass zwei Kampfjets das Flugzeug abgeschossen haben. Der eine Jet habe in das Cockpit reingeschossen, um die Besatzung zu töten, der andere Jet habe eine Rakete abgefeuert.

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Türkischer Parlamentspräsident will religiöse Verfassung

Bild: wikipedia.org/CC BY-SA 4.0

Allah komme in der aktuellen Verfassung nicht vor, kritisiert Ismail Kahraman. Der Parlamentspräsident will das Gebot des Laizismus streichen – und erntet einen Aufschrei in den sozialen Medien.

Von Deniz Yücel | DIE WELT

Der türkische Parlamentspräsident Ismail Kahraman (AKP) fordert die Streichung des Laizismus-Gebots aus der Verfassung. „In der neuen Verfassung darf es keinen Laizismus geben“, sagte er auf einer Konferenz der „Union von Akademikern und Autoren aus islamischen Ländern“ in Istanbul. „Wir müssen eine religiöse Verfassung schaffen.“

Den Begriff Laizismus gebe es außer in der türkischen Verfassung nur in der französischen und der irischen. Aber jeder würde diesen Begriff so interpretieren, wie es ihm gefalle. „Unsere Verfassung darf sich nicht vor der Religion flüchten“, fuhr Kahraman fort. „Warum sollten wir als muslimisches Land versuchen, die Religion abzustreifen?“

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Unser blauer Planet wird grüner

Zunahme der Blattfläche von 1982 bis 2009 (dunkelbrün = 50%) © Boston University/ R. Myneni
Unsere Treibhausgas-Emissionen haben unseren Planeten sichtbar verändert: Er wird immer grüner. Denn durch den Düngeeffekt des Kohlendioxids ist die Vegetation der Erde messbar üppiger geworden. Die Zunahme an Biomasse entspricht einem grünen Kontinent, doppelt so groß wie die USA, wie Forscher im Fachmagazin „Nature Climate Change“ berichten. Doch Grund zur Erleichterung sei dies dennoch nicht, betonen sie.

scinexx

Der CO2-Gehalt der Atmosphäre steigt weiter, 2015 erreichten die Werte erstmals global die Rekordmarke von 400 parts per million (ppm). Aus Gewächshausversuchen ist bekannt, dass leicht erhöhte CO2-Werte das Pflanzenwachstum fördern können, wenngleich dabei der Nährstoffgehalt leidet. Zu viel CO2 jedoch kehrt diesen „Düngeeffekt“ um.

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Dodo Mazyek verteidigt Ditib-Imame aus der Türkei

Aiman_MazyekCem Özdemir (Grüne) hatte kritisiert, die Ditib sei «nichts anderes als der verlängerte Arm des türkischen Staates», türkische Regierung mache Ditib immer mehr zu einer politischen Vorfeldorganisation der Regierungspartei AKP in Deutschland.

kath.net

Der Streit um den Einfluss der Türkei auf den Islam in Deutschland geht weiter: Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) weist die Forderung zurück, den sogenannten «Import» von Imamen aus der Türkei zu stoppen. Der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Dienstag), diese Forderung sei «verfassungswidrig, von Doppelmoral durchzogen und nicht zielführend, weil sie Fanatiker stärkt».
In der Kritik steht der türkisch-islamische Dachverband Ditib, der zahlreiche Moscheen in Deutschland betreibt und Hunderte von Imamen in die Bundesrepublik entsandt hat. «Die Ditib-Imame sind verfassungstreu, predigen einen gemäßigten Islam», widersprach Mazyek der oft geäußerten Kritik. Sie trügen so wesentlich zum «Bollwerk gegen Fanatiker und Radikale» bei. Würde man diese Imame jetzt alternativlos absetzen, würde das die Extremisten stärken, so der Zentralratsvorsitzende.

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Einbruch bei Erdogan-kritischer Journalistin in Amsterdam

© AFP Ebru Umar mit ihrem Anwalt beim Verlassen des Polizeigebäudes von Kusadasi B
Nach ihrer vorübergehenden Festnahme darf die niederländische Journalistin Ebru Umar die Türkei nicht verlassen. In Amsterdam wurde unterdessen in ihre Wohnung eingebrochen und ein Computer gestohlen.

Frankfurter Allgemeine

Bei der niederländischen Journalistin, die in der Türkei wegen kritischer Äußerungen über Präsident Recep Tayyip Erdogan kurzzeitig festgenommen wurde, ist eingebrochen worden. Die Tür ihrer Wohnung in Amsterdam sei „mit viel Gewalt“ aufgebrochen worden, sagte Ebru Umar am Montag der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Ihr alter Computer sei gestohlen worden, sagte die türkischstämmige Journalistin in der Zeitung „Metro“. Dies sei ein „Einschüchterungsversuch“ und eine „Provokation“.

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Wo der Kult beginnt

Schimpansen-Ritual (Foto: MPI-EVA PanAf/Chimbo Foundation)
  • Schimpansen zeigen Rituale, deren Sinn sich Wissenschaftlern noch nicht erschließt.
  • Manche werfen mit Steinen auf Bäume, andere zeigen „Regen-“ oder „Wasserfall-Tänze“.
  • Einige Forscher halten dies für mögliche Hinweise auf den Ursprung von Religiosität.

Von Markus C. Schulte von Drach | Süddeutsche.de

Für die meisten Strenggläubigen ist klar: Überirdische Wesen sind in der Vergangenheit auf die eine oder andere Weise in Kontakt mit Menschen getreten, haben sich als Götter offenbart oder – wie viele Mythen besagen – ins Weltgeschehen eingegriffen.

Die alternative Erklärung ist: Religiosität hat sich im Rahmen der Evolution des Menschen entwickelt. Nicht Götter haben den Menschen erschaffen, sondern es war umgekehrt. Irgendwann sind demnach unsere Vorfahren auf die Idee gekommen, dass hinter unbegreiflichen Vorgängen göttliche Mächte stecken. Spätestens seit der Steinzeit vor etwa 120 000 Jahren sprechen jedenfalls Grabbeilagen sowohl bei Neandertalern als auch beim Homo sapiens immerhin für Bestattungsrituale.

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„Sie werden leiden, sie werden Blut weinen“

Bild aus der IS-Propaganda-Schrift Dabiq
Wenn Rückkehrer aus Syrien auspacken – Verfassungsschutz zählt 600 gewaltbereite Salafisten in NRW

Von Arno Kleinebeckel | TELEPOLIS

Seit den tödlichen Anschlägen von Paris und Brüssel zeigen sich Politiker und Bürger auch hierzulande alarmiert. Zu einem besonderen Schwerpunkt potentieller Akteure hat sich derweil das Bundesland Nordrhein-Westfalen entwickelt. In den vergangenen Jahren wurde eine ganze Reihe gewaltorientierter dschihadistischer Unterstützernetzwerke in NRW bekannt.

Bei der Kölner Staatsanwaltschaft laufen aktuell zwei Dutzend entsprechender Ermittlungen. Das Oberlandesgericht in Düsseldorf hat schon sechs Verfahren gegen Islamisten abgeschlossen, es fing an mit der „Sauerland-Gruppe“ um Fritz G. Weitere sechs Verfahren beim OLG sind im Gange, drei weitere werden geprüft. Bei der Bundesanwaltschaft laufen aktuell 130 Ermittlungsverfahren zu islamistisch-terroristischen Vereinigungen.

Kämpfer und Konvertiten

Zu mehrjährigen Haftstrafen sind soeben zwei 28-Jährige aus Herford und Mönchengladbach verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sah es als erwiesen an, dass beide als Mitglieder der Terrormiliz „Islamischer Staat (IS) in Syrien“ Teil einer „terroristischen Vereinigung im Ausland“ waren. Das Strafmaß: Sechs Jahre und drei Monate Haft für Mustafa C. aus Mönchengladbach, der Konvertit Sebastian B. aus Herford erhielt viereinhalb Jahre Haft. Einer der Angeklagten hatte im März sein Schweigen gebrochen und ein Geständnis abgelegt.

Das Gros der dschihadistisch motivierten Straftäter und Sympathisanten orientiert sich 2016 mehr oder weniger an den Konfliktlinien im syrisch-irakischen Bürgerkrieg. Das zeigt auch ein anderer Fall. Nils D., ein Konvertit aus Dinslaken/NRW, traf Kampfgenossen in Syrien, knapp ein Jahr hat der 25-Jährige dort verbracht. In Vernehmungen im September und Oktober 2015 identifizierte er auf Fotos drei IS-Terroristen aus dem belgischen Führungskader.

Den Beamten der Ermittlungsgruppe „GOLF“, die ihn nach Anschlagsplänen fragten, erwiderte Nils D.: „Es gibt (…) Strukturen, dass die einen vom IS losschicken mit einem Auftrag nach Europa. Könnte mir gut vorstellen, dass das bei den Belgiern, die ich in den Nachrichten gesehen habe, so war.“ Seine Vermutung sollte sich bestätigen. Einer seiner „Bekannten“ aus Syrien, Abu Omar, bürgerlich Abdel-hamid Abaaoud, richtete mit seiner Terrorzelle das Blutbad von Paris an.

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Fruchtzucker verändert DNA von Gehirnzellen

Unsere Ernährung kann womöglich Erbgutmoleküle verändern – und damit beeinflussen, welche Gene abgelesen werden © Svisio/ thinkstock
Weitreichender Einfluss: Eine fruchtzuckerhaltige Ernährung könnte unser Erbgut verändern, wie ein Versuch mit Ratten zeigt. Demnach verändert Fructose Anlagerungen an der DNA von Gehirnzellen. Diese beeinflussen, welche Gene abgelesen werden – und können so das Erinnerungsvermögen beeinträchtigen, sowie die Entstehung von Krankheiten wie Parkinson oder Depressionen fördern.

scinexx

Alle unsere Zellen tragen das gleiche Erbgut. Doch je nach Gewebe und Zelltyp ist jeweils ein anderer Teil davon aktiv und wird abgelesen. Reguliert wird dieser zweite Code des Lebens über das sogenannte Epigenom – molekulare Veränderungen an der DNA, die wie ein Schalter das Ablesen der genetischen Informationen an bestimmten Stellen verhindern können. Zellen steuern so unter anderem, wann sie welche Proteine produzieren.

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„Die Kirchen wetteifern darum, biblische Positionen zu relativieren“

DerverzweifelteJesusEvangelischer Pfarrer Parzany: Stattdessen suchen sie Anerkennung durch soziale Angebote

kath.net

„Die Kirchen in Deutschland wetteifern darum, biblische Positionen zu relativieren. Besonders die evangelische Kirche überschlägt sich geradezu darin, die Wahrheitsfrage in Liebeslyrik aufzulösen, nach der Gott auch Unbiblisches gutheißt“. Dies beklagte der Pfarrer und Prediger Ulrich Parzany (Kassel) vor der Mitgliederversammlung der Deutschen Zeltmission am 23. April in Wilgersdorf bei Siegen. Auch viele Christen trauten sich nicht mehr, öffentlich anstößige Wahrheiten des Neuen Testamentes zu verbreiten. So werde in Landes- und vielfach auch in Freikirchen nicht mehr gesprochen von Bekehrung, der Verdammnis für alle, die Christus ablehnten, oder dem Jüngsten Gericht, vor dem sich einmal alle Menschen verantworten müssten. Manche verzichteten darauf aus Angst, verspottet zu werden, andere meinten, sich anpassen zu müssen, weil man nur so den modernen Menschen erreiche. Doch – so Parzany – das Evangelium muss in allen Aspekten jedem Menschen verkündigt werden.

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Schwulen-Aktivisten in Bangladesch zu Tode gehackt

Anfang April gedachten Demonstranten in Dhaka in Bangladesch eines ermordeten Jura-Studenten. Seitdem wurden weitere Blogger und Aktivisten wohl von islamischen Extremisten getötet. © Munir Uz Zaman/
Schon wieder haben wohl Extremisten in Bangladesch Menschen ermordet: Zwei Männer wurden in ihrer Wohnung zu Tode gehackt. Laut einem Bericht hatten sich die Opfer für Schwule und Lesben eingesetzt.

stern.de

Nur zwei Tage nach der brutalen Ermordung eines Englisch-Professors sind in Bangladesch erneut zwei Männer getötet worden. Die beiden Opfer seien in einer Wohnung in der Hauptstadt Dhaka überfallen und „zu Tode gehackt“ worden, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit. Laut einem Fernsehbericht handelt es sich bei einem der getöteten Männer um einen führenden Aktivisten der Homosexuellen-Bewegung.

Die Polizei selbst machte keine Angaben zu den Opfern. Der private Fernsehsender Channel 24 berichtete, bei einem der beiden Getöteten handele es sich um den Herausgeber von „Roopbaan“, dem einzigen Magazin im Land für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle (LGBT). Nach Polizeiangaben wurde ein dritter Mensch verletzt.

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Neuer Streit mit Türkei: Interneteintrag mit „Völkermord“ bleibt

Nach der „extra-drei“-Satire und dem „Schmähgedicht“ von Jan Böhmermann nun ein Musikprojekt aus Dresden: Schon zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen reagiert die Türkei auf deutsche Kunst und Kultur und zieht damit ihrerseits Kritik auf sich.

evangelisch.de

Auch nach einer mutmaßlichen neuen Einflussnahme der Türkei: Der Interneteintrag auf einer EU-Website über ein Dresdner Musikprojekt, in dem die türkischen Massaker an den Armeniern als „Völkermord“ bezeichnet werden, war am Montag weiterhin online. Unterdessen gab es weiter Kritik am Vorgehen der Türkei.

Die Dresdner Sinfoniker hatten der Türkei am Sonntag in einer Erklärung versuchte Einflussnahme auf die EU-Förderung des Konzertprojekts „Aghet“ vorgeworfen. Der armenische Begriff „Aghet“ (dt.: Katastrophe) steht für den Genozid an der christlichen Minderheit im Osmanischen Reich mit bis zu 1,5 Millionen Toten, der vor 101 Jahren im Ersten Weltkrieg begann. Die Türkei wehrt sich gegen diese Einstufung des Massakers zwischen 1915 und 1917 als Genozid.

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