Frankreich: Sexueller Missbrauch erschüttert die Kirche

Kardinal Barbarin, Bischof von Lyon wusste seit 2007 über einen Missbrauchsfall Bescheid. Die Justiz ermittelt gegen den Pfarrer und den Kardinal – eine Premiere in Frankreich (picture alliance / dpa / Aurélie Ladet)
Erst jetzt kommt das Thema sexueller Missbrauch auf die Agenda der katholischen Kirche in Frankreich. Opfer organisieren sich, täglich mehren sich Enthüllungen und Anklagen. Besonders pikant: Auch die traditionalistische Piusbruderschaft steht unter Verdacht.

Von Bettina Kaps | Deutschlandfunk

Aymeri Suarez-Pazos weiß, dass er schwere Vorwürfe formuliert, aber der Vorsitzende des französischen Selbsthilfevereins AVREF ist sich seiner Sache absolut sicher. Übersetzt bedeutet das Kürzel AVREF „Hilfe für Missbrauch-Opfer in religiösen Bewegungen und für ihre Familien“.

„Wir wissen, dass es viele Bischöfe gibt, die pädophile Pfarrer schützen. Und ausgerechnet auch jene Bischöfe, die sich neuerdings als Weltmeister des Bedauerns und des Mitleids mit den Opfern darstellen. Überall können neue Skandale aufbrechen. Es ist durchaus möglich, dass jetzt viele Opfer Klage einreichen werden.“

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«Fundamentalisten wissen, dass der Koran Christen als Freunde der Muslime anpreist.»

Seite an Seite, Prophet Mohammed (auf Kamel) und Jesus in einer Illustration aus dem 18. Jahrhundert. (Bild: AKG Images)
Im Koran stehe, Christen seien auf den Tod zu hassen, sagen Terroristen. Falsch, sagt ein katholischer Theologe im Interview. Seine jahrelange Forschung zeigt, dass der Koran mit Christen kein Problem hat. Ist der Religionskrieg ein Missverständnis?

Von Martin Helg | Neue Zürcher Zeitung

NZZ am Sonntag: Herr von Stosch, was bringt Sie als katholischen Fundamentaltheologen dazu, sich mit dem Christusbild im Koran zu befassen?

Klaus von Stosch: Innerhalb der systematischen Theologie, die ich als Wissenschafter vertrete, ist der Dogmatiker für die innere Architektur des Glaubens verantwortlich, und der Fundamentaltheologe trägt die Verantwortung nach aussen. Als eine Art Aussenminister muss er schauen, wo freundliche Nachbarn sind, mit denen man gute Beziehungen entwickeln kann, und wo die Schurkenstaaten, denen man eine klare Kante zeigen muss.

Der Islam ist derzeit wohl ein schwieriger Kandidat?

Das dachte ich mir zuerst auch. Ich bin kein Dialogonkel, der immer schon den Frieden der Religionen voranbringen wollte. Bis heute geht es mir so, dass mir im Koran aus meiner christlichen Perspektive heraus Entscheidendes fehlt. Aber es stehen eben auch Dinge drin, die mir etwas Wichtiges zu sagen haben und die mich auch im eigenen Glauben und Leben weiterbringen können.

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Gewalt und Religion: Der Mensch ist schuld

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Ob Religionen zur Gewalt anstacheln, wird derzeit auf vielen Podien erörtert. In der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften traf sich eine besonders illustre Expertenrunde zur Diskussion. Auch die fand zu keiner einfachen Antwort. Aber immerhin erfuhren die Zuhörer, warum das Geld für Sozialprogramme besser in die Spree gekippt werden sollte.

Von Cornelius Wüllenkemper | Deutschlandfunk

Ist Brutalität ein Wesensmerkmal des Monotheismus, und nicht nur eine extremistische Entgleisung fanatischer Glaubensanhänger? Mit dieser These hatte der Heidelberger Ägyptologe und Religionswissenschaftler Jan Assmann für Aufsehen gesorgt. Dem Theologen und Kirchenhistoriker Christoph Markschies, Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, widerspricht: Religion könne grundsätzlich Gewalt ebenso entfachen wie eindämmen. Sie spiegle nur den Umgang mit Gewalt in einer Epoche. Assmanns steile Thesen in der Debatte über „Religion und Gewalt“ sind für Markschies einzig der Beweis dafür, wie Religion heute diffamiert werde.

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Erste „Wortkarte“ unseres Gehirns

Ein neuer Hirnatlas zeigt erstmals, wo unser Gehirn welche Wörter verarbeitet. Für mehr als 10.000 Wortbedeutungen kann man direkt erkennen, welche Areale aktiv werden. Demnach aktivieren Wörter mit eher sozialer Bedeutung beispielsweise andere Hirnareale als Farbwörter, Ortsangaben oder Zahlen. Das gesamte semantische Netzwerk überzieht jedoch das gesamte Gehirn, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

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Dank moderner bildgebender Verfahren weiß man heute, dass Sprache in unserem Gehirn mehr Areale aktiviert als nur die beiden bekannten Sprachzentren der linken Hirnhälfte. Stattdessen ist ein ganzes Netzwerk daran beteiligt, die Bedeutung der Wörter zu entschlüsseln. Doch wie die Arbeit innerhalb dieses Netzwerks verteilt ist und wo welche Bedeutungen verarbeitet werden, blieb weitgehend unbekannt.

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Polen: Priester des Hasses

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Die Debatte um einen jungen Kaplan offenbart, dass auch die katholische Kirche in Polen ein Problem mit Rechtsradikalismus hat.

Von Thomas Dudek | TELEPOLIS

„Unseren ausländischen Studenten raten wir, an diesem Abend nicht die Wohnheime zu verlassen“, hieß es am Samstag vergangener Woche in einer Empfehlung der Technischen Universität von Bialystok. Was in der ostpolnischen Stadt mittlerweile nicht ungewöhnlich ist. Seit Jahren gilt Bialystok als das Zentrum der rechtsradikalen Szene in Polen. Weshalb es wenig verwundert, dass das Nationalradikale Lager (ONR) ausgerechnet in der 300.000-Einwohner-Stadt seinen 82. Gründungsjahrestag feierte.

Doch für die negativen Schlagzeilen (Chemotherapie gegen das liberale Polen), über die Polen heute heftig debattiert, sorgten nicht die Rechtsradikalen, die bei ihrem Marsch fremdenfeindliche Parolen brüllten oder die Universitätsverwaltung, die ihre ausländischen Studenten warnte, aber gleichzeitig für den Abend Räumlichkeiten an den ONR vermietete, in denen dieser ein Konzert veranstaltete. Nein, für die meisten Diskussionen sorgte ausgerechnet ein Priester der katholischen Kirche.

„Null Toleranz für die jüdische Feigheit“, rief Jacek Miedlar in der Kathedrale von Bialystok, in der dieser eine Messe für die ONR-Anhänger abhielt. Während einer Predigt, die mit der christlichen Nächstenliebe nicht viel gemein hatte. In Anlehnung an das Alte Testament verglich der Geistliche das heutige Polen mit der Unterdrückung der Juden durch die Ägypter, die laut ihm nur deshalb möglich war, weil es im jüdischen Volk Verräter gab. „Wir müssen die Verräter hetzen“, sagte Miedlar und scheute sich nicht, den „nationalradikalen Katholizismus als eine Chemotherapie für Polen“ zu bezeichnen. Eine Therapie, die nach Meinung des Priesters auch die Kirche braucht. „Nichts schadete der Kirche so sehr wie die ewige Nachgiebigkeit“, so Miedlar.

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Staatsvertrag mit Muslimen: Niedersachsen mit Vertragsverhandlungen überfordert

Niedersachsen © MiG
Ein Führungswechsel im islamischen Landesverband „Schura“ sorgt für Wirbel in Niedersachsen. Die Landesregierung hat die geplanten Rahmenverträge mit den Muslimen vorerst auf Eis gelegt. Das stößt bei Muslimen, den Kirchen und der Opposition auf Unverständnis.

MiGAZIN

Die Verzögerungen bei den geplanten Rahmenverträgen des Landes Niedersachsen mit den muslimischen Verbänden sorgen für Diskussionen im Land. Kurzfristig werde es nicht zu einer Unterzeichnung kommen, bekräftigte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Mittwoch in Hannover. Hintergrund sind die Vorstandswahlen im islamischen Verband „Schura“, einem der drei Vertragspartner. Dabei wurden am Wochenende der langjährige Vorsitzende Avni Altıner und weitere Teile des bisherigen Vorstandes abgewählt. Die evangelische Kirche betonte unterdessen, sie halte einen Vertrag zwischen den Muslimen und dem Land weiterhin für wünschenswert.

Pörksen sprach von einer „Phase der Neubesinnung“ nach dem Führungswechsel in der „Schura“, die rund 90 Moschee-Gemeinden vertritt. Bei deren Jahreshauptversammlung wurde der bisherige Geschäftsführer Recep Bilgen zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der Diplom-Ingenieur vertritt die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG), die bis 2014 vom Verfassungsschutz beobachtet wurde.

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Eine neue Arche Noah

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Themenbild.
Mit der Arche Noah von Holland nach Brasilien. Noch in diesem Jahr soll dies möglich werden.
 

kath.net

Mit der Arche Noah von Holland nach Brasilien. Noch in diesem Jahr soll dies möglich werden. Die neue Arche wurde vom niederländischen Tischler Johan Huibers gebaut. Bei der Reise soll es Zwischenstopps in Brasilien und entlang der Ostküste geben. Die Idee zum Bau der neuen Arch bekam Huibers, nach dem er geträumt hatte, dass eine massive Flutwelle die Niederlande überfluten werde. Nach diesem Traum begann der Bau von Johan’s Arche, die eine vollständige Replik der biblischen Arche Noah darstellen soll. Es ist bereits Huibers zweite Arche, die der Tischler gebaut hat. Sobald die Arche in Brasilien ankommt, soll die Arche dort für die Vermittlung von biblischen Themen eingesetzt werden.

Überraschender Fund in den Fußspuren von Laetoli

Diese Grafik zeigt die digital getrennten Abdrücke der zweiten Fährte von Laetoli © Bournemouth University
Prähistorische Spuren: Die ältesten Fußspuren unserer Vorfahren könnten nicht nur von drei, sondern sogar von vier Individuen stammen. Indizien dafür haben britische Forscher entdeckt, als sie mit Hilfe modernster Forensik-Software die überlagerten Abdrücke trennten und analysierten. Dabei zeigte sich, dass sie von vier verschiedenen Personen stammen könnten. Ihre virtuelle Auftrennung macht es nun erstmals möglich, mehr über diese prähistorischen Wanderer zu erfahren.

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Die Fußabdrücke von Laetoli im Norden Tansanias sind weltberühmt, denn sie sind das älteste Zeugnis eines aufrechtgehenden Vormenschen: Schon vor rund 3,6 Millionen Jahren wanderten hier Vertreter des Australopithecus afarensis über den mit vulkanischer Asche bedeckten Grund. Neuere Analysen dieser 1976 von der Anthropologin Mary Leakey entdeckten Spuren belegen zudem, dass die Zeitgenossen der berühmten Vormenschenfrau „Lucy“ schon einen erstaunlich modernen Gang besaßen.

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Bangladesch: Fatale Dynamik der Gewalt

Der Sarg des ermordeten Schwulenaktivisten Xulhaz Mannan in Dhaka Foto: ap/taz
In Bangladesch werden Zivilisten ermordet. So sollen Menschen, die einen liberalen Islam pflegen, in Richtung Islamismus gezwungen werden.

Von Sven Hansen | taz.de

Säkulare und liberale Vertreter der Zivilgesellschaft von Bangladesch sind seit Monaten Ziel einer brutalen Mordkampagne. Zuerst traf es Blogger, dann Verleger, Studenten, Professoren und jetzt den ersten Schwulenaktivisten. Seit 2013 kursieren Todeslisten.

Schon mehrere Menschen, deren Namen sich darauf finden, wurden mit Macheten zerhackt. Die Morde sollen eine ganze Gesellschaft von 160 Millionen Menschen, die mehrheitlich einen liberalen Islam pflegen, einschüchtern und in eine islamistische Richtung zwingen.

Diese terroristische Gewalt trifft auf ein gesellschaftliches Klima und eine politische Kultur, in der politische Gewalt verbreitet ist. Ihrer bedienen sich auch die beiden größten und bis in die Führungsspitze persönlich verfeindeten Parteien.

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Polen: Jugendliche schänden Hostie und landen vorm Gericht

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Die Verletzung der religiösen Gefühle ist immer wieder ein Thema in der polnischen Gesellschaft. Davon überzeugen sich gerade zwei Jugendliche aus Jaslo (Woiwodschaft Karpatenvorland), die eine geweihte Hostie im Gottesdienst angespuckt haben. Die Sache wird von einem Gericht überprüft.

Von Dorota Rędzikowska | POLEN HEUTE

Dass die katholische Kirche eine besondere Position im Bewusstsein der polnischen Gesellschaft hat, ist allgemein bekannt. Der neueste Vorfall aus der Kleinstadt Jaslo (Südosten Polens) bestätigt nur, dass weder die Kirche, noch die Gläubigen sich viel gefallen lassen. Bei einem Gottesdienst haben zwei 16-jährige Schüler nach der Kommunion die Hostie vor der Kirche ausgespuckt und getreten. Die ganze Situation wurde von einem Priester beobachtet – dieser hat auch die Polizei informiert.

Die geweihte Hostie ist nach dem katholischen Glauben der echte Leib Christi, der zu Brot verwandelt wurde. Die Schändung dieser kann laut dem kanonischen Recht mit einer Exkommunizierung – dem Verweis aus der kirchlichen Gemeinschaft – bestraft werden. Die Exkommunizierten dürfen dann keine Sakramente mehr einnehmen oder sogar keine Kirche betreten.

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Evangelischer Militärbischof begrüßt Pläne zur Cyber-Abwehr

Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink begrüßt die Pläne von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für eine „Cyber-Armee“.

evangelisch.de

Die geplante neue Einheit mit 13.500 IT-Spezialisten könne „die Defensivverteidigung stärken und sei damit Teil des friedenspolitischen Engagements Deutschlands“, erklärte Rink am Mittwoch nach Truppenbesuchen in Daun in der Eifel (Rheinland-Pfalz) und in Rheinbach (Nordrhein-Westfalen). Die Schutzfunktion sei auch aus ethischer Sicht wichtig, weil Cyber-Attacken weite Lebensbereiche lahmlegen und erheblichen Schaden im öffentlichen Leben anrichten könnten.

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Neandertaler: Wurde ihnen Opportunismus zum Verhängnis?

Schädel eines Homo sapiens und eines Neandertalers im Vergleich © Hairymuseummatt/ CC-by-sa 2.0
Vorsprung durch Technik: Die Ernährung könnte eine entscheidende Rolle für das Verschwinden der Neandertaler gespielt haben. Denn wie Zahnanalysen belegen, waren die Eiszeitmenschen in puncto Speiseplan Opportunisten – sie aßen, was grad da war. Der Homo sapiens dagegen war unabhängiger von den Umweltbedingungen, denn er nutzte vermehrt Werkzeuge, um selbst schwer zugängliche Nahrung zu erbeuten.

scinexx

Die Neandertaler waren mehr als 250.000 Jahre lang die dominierende Menschenart in Europa. Doch vor rund 40.000 Jahren war plötzlich Schluss: Während aus Afrika unsere Vorfahren nach Europa einwanderten, schwand die Population unseres eiszeitlichen Vetters und er starb aus. Warum, ist bis heute rätselhaft.

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Wie die Kirche entscheidet, was ein Wunder ist

Das Gemälde "Letztes Wunder und Tod des heiligen Zenobius" von Sandro Botticelli | Wikimedia Commons | Gemeinfrei
Das Gemälde „Letztes Wunder und Tod des heiligen Zenobius“ von Sandro Botticelli | Wikimedia Commons | Gemeinfrei
In Rom ist 2016 ein sogenanntes Jubeljahr, was bedeutet, dass der Vatikan sich unzählige Initiativen ausdenkt, um die italienische Bevölkerung mehr für die katholische Kirche zu begeistern. Zu diesen Bemühungen gehört auch die Ankündigung, Mutter Teresa von Kalkutta werde diesen September als Heilige kanonisiert.

Von Demented Burrocacao | VICE.com

Eine unumstößliche Voraussetzung für den Heiligenstatus ist die Wundertätigkeit des Kandidaten oder der Kandidatin. In Mutter Teresas Fall war das Wunder die Heilung eines Mannes, der „an einer viralen Hirninfektion litt, die mehrere Abszesse und einen Hydrozephalus zur Folge gehabt hatte“, so Vertreter der Vatikans.

Ob eine Handlung ein wissenschaftlich unerklärbares Wunder darstellt, ist eine Frage, die von der medizinischen Kommission der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse geprüft wird. Ich habe mich mit einem Mitglied dieser Kommission in Verbindung gesetzt und nachgefragt, wie die Sünder von den Heiligen unterschieden werden. Er ist Arzt und möchte gern anonym bleiben.

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Stechmücken: Forscher entdecken neue Mischform

Die Gemeine Stechmücke: Forscher haben eine natürliche Kreuzung zweier Untertypen dieser Mückenart entdeckt © gbohne/ CC-by-sa 2.0
Blutsaugender Hybrid: Forscher haben in Österreich erstmals eine natürliche Kreuzung zweier Untertypen der Gemeinen Stechmücke entdeckt. Diese neue Mischform vereint vermutlich die Vorlieben beider Formen, wie die Forscher berichten. Sie ist demnach nicht auf das Blut von Säugern oder Vögeln spezialisiert, sondern ernährt sich von beiden. Damit könnte die Mücke Krankheitserreger von Vögeln auf den Menschen übertragen.

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Stechmücken verbreiten eine Vielzahl von Krankheitserregern wie das West-Nil- oder das Dengue-Virus. Klimawandel und Globalisierung bewirken, dass auch Deutschland immer mehr Blutsauger erobern, die hierzulande zuvor nicht heimisch waren, und dass heimische Mücken vermehrt exotische Erreger übertragen.

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Darwins Streiter

Darwin statt Kreuz. Die Bücher von Richard Dawkins (75) kreisen um die Ideen des Begründers der Evolutionstheorie.Foto: Aus dem Buch
Biologe, Autor und Atheist: Der streitbare und umstrittene Richard Dawkins hat seine Memoiren vorgelegt.

Von Hartmut Wewetzer | DER TAGESSPIEGEL

1976 brachte ein junger Wissenschaftler von der Universität Oxford die Welt der Biologie in Unordnung. Seine Name: Richard Dawkins. Mit seinem ersten Buch, dem er den provokanten Titel „Das egoistische Gen“ gab, löste der 35-Jährige ein bis heute nachhallendes geistiges Beben aus. Und bis heute ist Dawkins jemand, der keine lauwarmen Reaktionen zulässt. Man kann ihn lieben oder hassen, ist für oder gegen ihn – gleichgültig lässt er kaum jemanden. „Man kann mir vieles vorwerfen, aber nicht, dass ich ein Langweiler bin“, hat Dawkins dazu mit dem ihm eigenen Sarkasmus bemerkt. Pünktlich zu seinem 75. Geburtstag ist nun seine Autobiografie unter dem Titel „Die Poesie der Naturwissenschaften“ auf Deutsch erschienen.

„Das egoistische Gen“ ist eigentlich eine Abrechnung mit der Idee der Gruppenselektion. Also der Vorstellung, dass die Ebene der Gruppe eine wichtige Bühne ist, auf der sich die Evolution, die Entwicklung der Lebewesen, abspielt. Die natürliche Auslese (Selektion), der Motor der Evolution, begünstigt demnach Gruppen von Organismen. Der Einzelne tritt hinter dem Kollektiv zurück.

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Atommüll-Lagerung: Konzerne sollen 23 Milliarden Euro zahlen

Bild: GNS Gorleben
Bild: GNS Gorleben
Die vier großen Energiekonzerne sollen sich mit der Zahlung von 23,3 Milliarden Euro von den künftigen Risiken der Atommüll-Endlagerung freikaufen können. Das ist das Ergebnis der Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs.

evangelisch.de

Die Kommission plädiert dafür, Auswahl, Bau und Betrieb eines Endlagers komplett dem Staat zu übertragen. Die Unternehmen werden von einer Haftung befreit, sobald sie das Geld in einen Fonds eingezahlt haben.

Die Konzerne haben bislang Rückstellungen von 17,2 Milliarden Euro für die Endlagerung des radioaktiven Abfalls gebildet. Die Kommission veranschlagt zusätzlich dazu nun einen Risikoaufschlag von 35 Prozent. Das Geld soll spätestens bis 2022 in den öffentlich-rechtlichen Fonds überführt werden.

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Was steckt hinter der IS-Morddrohung gegen Pierre Vogel?

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Pierre Vogel ist daran gewöhnt, Feinde zu haben. Als der bekannteste Salafist Deutschlands hat sich Vogel (oder Abu Hamza, wie er sich selbst nennt) schon oft sehr unbeliebt gemacht. Der Verfassungsschutz stuft ihn als Extremisten ein, in der Presse wird er routinemäßig als „Hassprediger“ bezeichnet, die Schweiz hat ihm zeitweise ein Einreiseverbot erteilt, und seine Auftritte wurden auch schon mal von ganzen Horden von rechten Hooligans gestürmt. Sein neuester Feind allerdings ist vielleicht noch gefährlicher: Ausgerechnet die Terrororganisation Islamischer Staat hat zum Mord an dem deutschen Prediger aufgerufen.

Von Matern Boeselager | VICE.com

Zuerst war Vogel Mitte April in der neuesten Ausgabe der IS-Propagandazeitschrift Dabiq aufgetaucht—in einem Artikel mit dem Titel „Tötet die Imame der Ungläubigen im Westen“ wurde auch Vogel in einer Bildunterschrift als „Abtrünniger“ bezeichnet. Zwei Tage später tauchte dann aber ein Video der IS-Medienagentur Furat mit dem Titel „Die Wahrheit über Pierre Vogel“ auf, das sich ausschließlich dem deutschen Prediger widmete.

Das Video zeigt Auszüge aus Videos von Vogel, in denen er die IS-Anschläge in Brüssel und Paris verurteilt, dann wird die Koransure eingeblendet, in der es heißt: „Erschlagt die Frevler, wo ihr sie findet“. Weiter heißt es: „Pierre Vogel begnügte sich nicht damit, den Kreuzzüglern zu schmeicheln und die Mujahidin zu tadeln. Vielmehr ging er soweit, dass er in die Riddah (Abtrünnigkeit) gefallen ist.“ Bei der Terrormiliz gibt es dafür nur eine Strafe.

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Klima: Kalt und heiß

Bild: Climate Change Institute / University of Maine/heise.de
Es ist ziemlich kalt derzeit in West- und Mitteleuropa. Eisige Winde wehen seit Tagen aus der Grönlandsee herab und für Schleswig-Holstein warnt der Deutsche Wetterdienst vor Schnee und Glätte. Dort hatte es bereits am Dienstag zum Teil kräftig geschneit.

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Für alle, bei denen dadurch Zweifel aufkommen, die globale Mitteltemperatur der Erde habe sich vielleicht doch nicht erhöht, zum einen der Verweis auf die Grafik für die globale Märztemperatur, die wir kürzlich hier veröffentlicht haben. Zum anderen zwei weitere Bildchen.

Bild: Deutscher Wetterdienst

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Australien: ‚Bestraft fürs Rosenkranzbeten‘ vor Gesundheitszentrum

lebensschutz

Australisches Erzbistum: „Acht Katholiken Canberras, darunter ein Priester der Erzdiözese“, wegen Gebetswache vor Gesundheitseinrichtung eine polizeiliche Ermahnung erhielten, ein 75-Jähriger muss 750$ Bußgeld bezahlen
 

kath.net

Ein Bußgeld für Rosenkranzbeten vor dem ACT Gesundheitszentrum Civic in der australischen Hauptstadt Canberra handelte sich ein 75-jähriger Katholik ein. Dies gab das Erzbistum Canberra und Goulburn in in einem Bericht mit dem Titel „Bestraft fürs Rosenkranzbeten“ auf ihrem Onlineportal bekannt. Weitere sieben „Katholiken Canberras, darunter ein Priester der Erzdiözese“, erhielten eine offizielle polizeiliche Verwarnung. Die Gruppe hatte – wie bereits seit 17 Jahren – auch am 15. April ihre wöchentliche Gebetswache vor dem ACT Gesundheitszentrum im Stadtteil Civic gehalten. Die Polizei forderte die Gruppe dazu auf, sich zu entfernen. Der 75-jährige Kerry Mellor entschloss sich, der polizeilichen Aufforderung nicht Folge zu leisten. Er wurde dafür mit einem Bußgeld von 750 Australischen Dollar belegt, umgerechnet etwa 500 Euro. Das Vorgehen der Polizei beruhte auf einem neu eingeführten Gesetz, das auf einen Minister der Grünen zurückgeht. Das Gesetz verbietet Verhaltensweisen und Proteste, die Personen daran hindern soll, im Zusammenhang mit Abtreibungen ein Gebäude zu betreten.

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Schlagabtausch über Pressefreiheit in der Türkei

Bild: FB
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Die Diskussion um Presse- und Medienfreiheit in der Türkei hat am Mittwoch auch den Bundestag erreicht. Vertreter der schwarz-roten Koalition mussten sich gegen den Vorwurf wehren, wegen des Flüchtlingsabkommens erpressbar geworden zu sein.

evangelisch.de

Die Situation der Presse in der Türkei und das Agieren des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gegen deutsche Medienvertreter hat am Mittwoch zu einem heftigen Schlagabtausch im Bundestag geführt. Die Opposition warf der Bundesregierung einen zu laxen Umgang mit Verstößen der Türkei gegen die Presse- und Meinungsfreiheit vor. Bei ihrer kürzlichen Reise in die Türkei habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Chance verpasst, sich mit Journalisten zu treffen und die deutsche Haltung zum Thema deutlich zu machen, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt. Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch warf der schwarz-roten Koalition vor, vor dem Hintergrund des EU-Türkei-Abkommens in der Flüchtlingspolitik erpressbar geworden zu sein.

Die Grünen hatten das Thema auf die Tagesordnung des Bundestags gebracht. In einer Aktuellen Stunde debattierten die Parlamentarier über den Fall des Satirikers Jan Böhmermann, der wegen seines Schmähgedichts auf Erdogan Ermittlungen wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts fürchten muss, die kürzlichen Einreiseverweigerungen auch für deutsche Journalisten und Prozesse gegen kritische Pressevertreter in der Türkei.

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